03.03.2018

Ärzte und Psychotherapeuten dürfen nicht auf Kosten für die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur sitzenbleiben

HANNOVER (kvn-pr/dh). Ärzte und Psychotherapeuten dürfen auf den Kosten für die Anbindung an die neue Telematikinfrastruktur (TI) nicht sitzenbleiben. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) unterstützt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihren Bemühungen, mit den Krankenkassen neu zu verhandeln. Zudem werde sich die KVN für eine Fristverlängerung für die Anbindung einsetzen.

Der stellvertretende KVN-Vorstandsvorsitzende Dr. Jörg Berling: „Noch sind die von der Industrie aufgerufenen Preise für Konnektor und Lesegeräte durch die Erstattungspauschale abgedeckt. Ab dem dritten Quartal 2018, wenn die Pauschale signifikant sinkt, ist dies nicht mehr der Fall. Wir rechnen dann mit einer Finanzierungslücke. Deshalb muss und wird die KBV mit den Krankenkassen über höhere Erstattungsbeträge verhandeln.“

Nach dem E-Health-Gesetz sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die Anbindung an die TI zu tragen. Unter Moderation des Schiedsamtes war im Mai vorigen Jahres eine Finanzierungsvereinbarung zustande gekommen. Es wurde damals verabredet, die Vereinbarung anzupassen, sollten sich die Preise für die technischen Komponenten nicht so entwickeln wie angenommen.

Ein weiteres Problem sieht der KVN-Vorstand in dem engen Zeitplan und den drohenden Honorarkürzungen, wenn Praxen ab 2019 nicht die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte online abgleichen können. „Für die Industrie ist es kaum möglich, bis Jahresende alle Vertragsarztpraxen mit der neuen Technik auszustatten, zumal es noch immer nur ein Konnektor-Modell gibt“, sagte der KVN-Vize.

Die Frist zum Anschluss müsse unbedingt um mindestens ein halbes Jahr, also bis Juli 2019 verlängert werden. Es könne nicht sein, dass am Ende die Kassenärzte und Kassenpsychotherapeuten unverschuldet bestraft werden.


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