Arzneimittelrezept

In Deutschland besteht eine grundsätzliche Apothekenpflicht für Arzneimittel mit besonderen Anwendungsrisiken. Im Arzneimittelgesetz wird geregelt, welche Arzneimittel verschreibungspflichtig sind und welche für den Verkauf außerhalb von Apotheken frei gegeben sind.

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Die Krankenkassen haben gegenüber den Patienten eine Aufklärungspflicht. Diese umfasst einerseits die Aufklärung über die Leistungsansprüche, die Versicherte gegenüber ihrer Krankenkasse haben, und anderseits die Aufklärung über rechtlich bedingte Einschränkungen der Leistungspflicht.

Arzneimittelrezept bei längeren Auslandsaufenthalten

Dem Patienten dürfen bei längeren Auslandsaufenthalten grundsätzlich keine Arzneimittelrezepte zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verschrieben werden. Zulässig sind nur Arzneimittelrezepte, die vom Patienten auch im Rahmen einer kurzen Urlaubsreise benötigt werden. Feststehende Kriterien, ab wann ein längerer Auslandsaufenthalt und kein Kurzurlaub mehr vorliegt, gibt es nicht.

Welche Leistungsansprüche Patienten bei akuten Erkrankungen im jeweiligen Reiseland über ihre gesetzliche Krankenversicherung haben, muss jeder Patient selber rechtzeitig vor Reiseantritt bei seiner Krankenkasse erfragen.

Arzneimitteltherapiesicherheit

Arzneimitteltherapiesicherheit umfasst nicht nur die Sicherheit des Medikamentes, sondern auch den Prozess seiner Anwendung. Denn Risiken ergeben sich häufig nicht allein aus der Substanz an sich, sondern treten bei der therapeutischen Anwendung auf.

Der Begriff zielt deshalb auf eine optimale Organisation des Medikationsprozesses, um unerwünschte Arzneimittelereignisse insbesondere durch Medikationsfehler zu vermeiden und damit das Risiko für den Patienten zu minimieren.

Das Bundesministerium für Gesundheit, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und weitere Akteure im Gesundheitswesen haben ein gemeinsames Merkblatt erstellt. Die aufgeführten Hinweise können dazu beitragen, die Arzneimitteltherapie erfolgreich und sicher zu gestalten, um einen optimalen Behandlungserfolg zu erzielen.

Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie

Aut-idem

Nur in medizinisch begründeten Einzelfällen kann der Arzt weiterhin ein Aut-idem-Kreuz setzen und den Austausch auch im Rahmen der Mehrkostenregelung verhindern. Hierbei handelt es sich um eine Therapieentscheidung des Arztes.

Heilmittelrezept

Heilmittelrezepte verordnen medizinische Dienstleistungen, die nur von Angehörigen entsprechender Gesundheitsfachberufe geleistet werden können. Hierzu gehören Behandlungen mit Maßnahmen aus den Bereichen der Physikalischen Therapie (zum Beispiel Krankengymnastik, Massage oder Lymphdrainage), der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie sowie der Ergotherapie.

Hilfsmittelrezept

Hilfsmittelrezepte sollen Behinderungen ausgleichen, die Rehabilitation unterstützen oder Menschen mit bereits vorhandenen gesundheitlichen Risiken vor weiteren Risiken bei der Bewältigung ihres normalen Lebens schützen. Hierzu gehören Rezepte für Gehilfen, Rollstühle, Hörhilfen etc.

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Verordnungsverweigerung

Die Verordnung von medizinisch notwendigen Arzneimitteln, Heil- und Hilfsmitteln hat bei geeigneten Voraussetzungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu erfolgen. Grundsätzlich liegt die Therapieentscheidung und -verantwortung beim behandelnden Arzt. Dieser entscheidet über die konkrete Verordnung im Rahmen seiner Therapiefreiheit unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes.

Die Verweigerung der Verordnung kann verschiedene Gründe haben:

  • Verordnungsausschluss laut Arznei-, Heil- oder Hilfsmittelrichtlinien. Da die Kataloge ständigen Veränderungen unterworfen sind, können Arzneimittel, die bislang verordnungsfähig waren, aktuell ausgeschlossen sein.
  • Wunsch- oder sogenannte Wohlfühlverordnungen können nicht als GKV-Leistung verordnet werden; der Vertragsarzt darf nur medizinisch notwendige Verordnungen im Rahmen der Wirtschaftlichkeit vornehmen.
  • Der Patient ist nicht vorstellig geworden; Der Arzt kann vor der Verordnung verlangen, den Patienten zu sehen.

Wenn der Grund der Verweigerung der Verordnung nicht erkennbar ist, sollte der Patient den betreffenden Arzt nochmals darauf ansprechen.


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