Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit von gesetzlich Krankenversicherten erfolgt durch den behandelnden Kassenarzt. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist ein ärztliches Attest, bei dem der Arzt mit der nötigen Sorgfalt zu verfahren und nach bestem Wissen seine ärztliche Überzeugung auszusprechen hat. Es handelt sich somit um eine Ermessensentscheidung des Arztes.

Arbeitsunfähigkeit liegt gemäß der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses vor, wenn der Versicherte aufgrund von Krankheit seine zuletzt vor der Arbeitsunfähigkeit ausgeübte Tätigkeit nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen kann. Arbeitsunfähigkeit kann auch bei einem Krankheitszustand bestehen, der für sich allein noch keine Arbeitsunfähigkeit verursacht. Dabei muss absehbar sein, dass aus der Ausübung der Tätigkeit für die Gesundung negative Folgen erwachsen, die eine Arbeitsunfähigkeit unmittelbar hervorrufen. Auch während einer stufenweisen Wiederaufnahme der Arbeit besteht Arbeitsunfähigkeit fort. Arbeitslose sind arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage sind, leichte Arbeiten in einem zeitlichen Umfang zu verrichten, für den sie sich bei der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellt haben. Dabei ist es unerheblich, welcher Tätigkeit der Versicherte vor der Arbeitslosigkeit nachging.

Darf der Arzt eine rückwirkende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen?

Wann der Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen darf richtet sich nach der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie. Nach der Richtlinie soll die Arbeitsunfähigkeit für eine vor der ersten Inanspruchnahme des Arztes liegende Zeit grundsätzlich nicht bescheinigt werden.


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