Machen Sie Ihre Praxis fit für die Telematikinfrastruktur

Wissenswertes zur Ausstattung und Finanzierung bei der Anbindung ans Gesundheits-Datennetz

Deutschlands größtes elektronisches Gesundheitsnetz entsteht: die Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen. In den kommenden Monaten sollen alle Praxen in Deutschland an die TI angeschlossen werden. Was Sie als Vertragsarzt oder -psychotherapeuten dazu wissen sollten, fassen wir auf den folgenden Seiten zusammen. Wir geben einen Überblick über die notwendige technische Ausstattung und die Finanzierung. Zudem geben wir Ihnen Tipps und Hinweise, wie Sie sich und Ihre Praxis auf den Einstieg in die TI vorbereiten können, und informieren Sie über den aktuellen Stand bei der Einrichtung der TI.

Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits IT-Komponenten bestellen könnten, sollten das jetzt tun. Sie sollten aber darauf achten, dass die Preise durch die Erstattungspauschale gedeckt seien. Dazu sei es ratsam, sich im Vertrag zusichern zu lassen, in welchem Quartal die Geräte installiert werden. Denn die Höhe der Erstattungspauschale richtet sich danach, wann die Praxis das erste Versichertenstammdatenmanagement durchgeführt hat und nicht danach, wann sie die Technik bestellt hat.

Zweiter VSDM-Konnektor zugelassen

Die gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH hat die Zulassung für einen zweiten Konnektor erteilt. Damit hat der Konnektor der T-Systems International GmbH das Zulassungsverfahren der gematik erfolgreich durchlaufen.

Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur sind mehrere Produkte und Dienste der Industrie notwendig, die von der gematik zugelassen werden müssen, wie beispielsweise der Konnektor. Er verbindet die IT-Systeme medizinischer Einrichtungen mit der Telematikinfrastruktur. Der Konnektor ist mit einem Router vergleichbar, jedoch mit einem deutlich größeren Funktionsumfang und einem sehr hohen Sicherheitsniveau. Er stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) her, in dem elektronische Anwendungen unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom sonstigen Internet genutzt werden können.

KBV und GKV-Spitzenverband einigen sich auf höhere Erstattungspauschalen für TI-Anbindung ab 3. Quartal 2018

1. Juni 2018 - Die Finanzierung der Anbindungskosten an die Telematikinfrastruktur (TI) ist weiterhin gesichert. Nach wochenlangen Verhandlungen konnten wir uns mit dem GKV-Spitzenverband auf Eckpunkte einigen. Danach wird die Erstausstattungspauschale ab dem dritten und ab dem vierten Quartal 2018 deutlich angehoben. Die Einigung kam unter Moderation des Vorsitzenden des Bundesschiedsamtes für die vertragsärztliche Versorgung, Werner Nicolay, zustande. Damit steht nun fest, dass Praxen ab Juli für den Konnektor erheblich mehr Geld erhalten als bislang vereinbart war. Im dritten Quartal sind das 1.719 Euro, ab dem vierten Quartal 1.547 Euro. Hinzu kommen wie bisher jeweils 435 Euro für ein Kartenterminal; bei größeren Praxen für zwei oder drei Terminals. Nach der bisherigen Finanzierungsvereinbarung, die nunmehr angepasst wird, hätten Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten ab dem dritten Quartal 720 Euro für einen Konnektor bekommen.

Die Festlegung der neuen Erstattungsbeträge ist nach der bekannten Systematik erfolgt: Die Basis für das dritte Quartal bildet der Konnektorpreis aus dem Vorquartal, der um zehn Prozent auf 1.719 Euro abgesenkt wird. Dieser Preis wird ab dem vierten Quartal um weitere zehn Prozent reduziert – auf dann 1.547 Euro. Die Erstausstattungspauschalen betragen dann inklusive eines Kartenterminals 2.154 Euro beziehungsweise 1.982 Euro.

Die neue Finanzierungsvereinbarung (Anlage 32 BMV-Ä) gilt ab Juli und ist unbefristet. Auf Basis der Eckpunkte wird nunmehr die Finanzierungsvereinbarung (Anlage 32 des BMV-Ä) angepasst.

Die KVN empfiehlt allen ihren Mitgliedern, die noch nicht an die TI angeschlossen sind, die Komponenten zu bestellen und einen verbindlichen Anschlusstermin mit ihrem PVS-Hersteller zu vereinbaren. Dabei sollte vereinbart werden, dass die Anschlusskosten an die Erstattungsbeträge ab dem vierten Quartal 2018 angepasst werden, falls der Anschlusstermin für das zweite oder dritte Quartal 2018 vorgesehen ist, aber dann von der Firma nicht gehalten werden kann.

Aktuell:  Gesundheitsminister hält an Elektronischer Gesundheitskarte fest

17. Mai 2018 - In den letzten Tagen war es zu Verunsicherung über die Zukunft der Elektronischen Gesundheitskarte gekommen, als der neue Gesundheitsminister Jens Spahn öffentlich seine Meinung äußerte, die Karte sei als Zugang zu Gesundheitsleistungen technisch nicht mehr zeitgemäß. Damit entstand der Eindruck, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) habe in Übereinstimmung mit dem Kanzleramt den Rollout der Telematikinfrastruktur aufgegeben. Jetzt teilt das BMG in einem Schreiben, das unter anderem an die KBV und den GKV-Spitzenverband gerichtet ist, mit, dass die Politik an der Telematikinfrastruktur (TI) festhalte und der Aufbau zügig fortgesetzt werde solle. Dies umfasse auch die flächendeckende Installation der Konnektoren in den Praxen.

Dem BMG gehe es neben dem Aufbau der Telematikinfrastruktur darum, den Zugang für Versicherte zu erleichtern. Dabei soll es neben der eGK mit entsprechenden Kartenterminals weitere Authentifizierungsverfahren geben, die zum Beispiel den Einsatz von Smartphones erlauben. So könnten Versicherte auch über eine App an ihre Patientendaten kommen. Spätestens nach der Sommerpause will die Politik die Details vorstellen.

Was ist nun zu tun?

Die Telematikinfrastruktur ist gesetzlich festgelegt, Sie werden nicht umhinkommen, die technischen Voraussetzungen in Ihren Praxen anzuschaffen. Wir empfehlen Ihnen daher, die Konnektoren zu bestellen, die Bestellung aber unbedingt mit einem rechtlich geprüften Zusatz zu versehen, den Sie dem aktuellen KVN-Rundschreiben entnehmen können. Das KVN-Rundschreiben finden Sie hier.

Aktuell: Telematikinfrastruktur: Nur kostendeckendem Angebot zustimmen

30. April 2018 - Die KBV ist mittlerweile in die Nachverhandlungen der TI-Finanzierungsvereinbarung mit dem Ziel getreten, eine vollständige Erstattung der durch die Einführung der Telematikinfrastruktur verursachten Kosten zu erreichen. Die KBV hat kommuniziert, dass der GKV-Spitzenverband derzeit nicht bereit sei, ab Juli eine kostendeckende Finanzierungspauschale zu garantieren.

Hintergrund des Konflikts ist die Erstausstattungspauschale ab dem dritten Quartal, die von jetzt 2.344,98 Euro auf 1.155 Euro sinken soll. Die Pauschalen waren in der Erwartung, dass die Preise für Konnektor und Kartenterminal aufgrund der Marktentwicklung fallen würden, vereinbart worden. Damit ist nunmehr absehbar, dass mit der anstehenden Absenkung der Finanzierungspauschalen ab dem 3. Quartal ein Delta bei den Praxen verbleibt, was nicht tragbar ist.

Nachdem wir dazu geraten hatten, die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur zu bestellen, soweit sie für das jeweilige Praxissystem verfügbar und die Kosten durch die Finanzierungsvereinbarung abgedeckt sind, haben sich niedersachsenweit über 700 Praxen mit der neuen Technik ausgestattet. Durch die oben geschilderte Situation ist aber zu befürchten, dass die Krankenkassen spätestens ab dem 1. Juli 2018 die Kosten für die Ausstattung der Praxen mit der nötigen Technik nicht mehr vollständig übernehmen. Sofern Sie jetzt eine Bestellung vornehmen, lassen Sie sich vom Hersteller zusichern, dass Ihnen die Kosten für die Komponenten nur in der Höhe in Rechnung gestellt werden, die durch die Finanzierungsvereinbarung vollständig abgedeckt sind. Bitte achten Sie darauf, dass für die Erstattung nicht der Zeitpunkt der Bestellung sondern das Quartal, in dem der erste Versichertenstammdatenabgleich durchgeführt wird, maßgeblich ist.

Aktuell: KBV hat Broschüre zum TI-Rollout erstellt

Um die Praxen bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur zu unterstützen, hat die KBV Wissenswertes dazu in einem Serviceheft zusammengefasst. Die neue Broschüre „Telematikinfrastruktur“ aus der Reihe PraxisWissen liegt am 27. April dem Deutschen Ärzteblatt sowie am 10. Mai der PP-Ausgabe bei und steht auch hier zum Download bereit. Die Broschüre bietet grundlegende Informationen zum Anschluss der Praxis an die TI, zur benötigten technischen Ausstattung und zur Finanzierung. Darüber hinaus informiert das Serviceheft zum Versichertenstammdatenmanagement sowie über die nächsten TI-Anwendungen. Ärzte und Psychotherapeuten finden in der Broschüre Tipps zur Umsetzung, kurze Checklisten und Hinweise auf weitere Informationen und Unterstützungsangebote.

Download: KBV PraxisWissen - TI-Rollout


Aktuell: KBV will Praxen vor Risiken bei der TI-Anbindung schützen

Ärzte und Psychotherapeuten dürfen auf den Kosten für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur nicht sitzenbleiben, fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel kündigte an, mit den Krankenkassen neu verhandeln zu wollen. Zudem werde sich die KBV bei der Politik für eine Fristverlängerung einsetzen.

„Wir müssen feststellen, dass sich der Markt wahrscheinlich nicht so entwickeln wird wie vor einem Jahr angenommen“, stellte Kriedel fest. Noch seien die von der Industrie aufgerufenen Preise für Konnektor und Lesegeräte durch die Erstattungspauschale abgedeckt. Ab dem dritten Quartal 2018, wenn die Pauschale nochmals signifikant sinkt, nicht mehr. Die KBV rechnet dann mit einer Finanzierungslücke. Deshalb werde die KBV mit den Krankenkassen über höhere Erstattungsbeträge verhandeln. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Ärzte und Psychotherapeuten am Ende draufzahlen.“

Ein weiteres Problem sieht Kriedel in dem engen Zeitplan und den drohenden Honorarkürzungen, wenn Praxen ab 2019 nicht die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte online abgleichen können. „Für die Industrie ist es kaum möglich, bis Jahresende alle rund 100.000 Vertragsarztpraxen mit der neuen Technik auszustatten, zumal es noch immer nur ein Konnektor-Modell gibt und auch Zahnarztpraxen und Krankenhäuser hinzukommen“, sagte er.

Voraussichtlich würden in den nächsten Monaten zwei weitere Anbieter Konnektoren auf den Markt bringen. Dann könnten endlich weitere Praxen an die TI angeschlossen werden. Trotzdem dränge die Zeit. Kriedel: „Die Frist muss unbedingt um mindestens ein halbes Jahr, also bis Juli 2019 verlängert werden. Darüber werden wir mit der Politik reden.“

Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits IT-Komponenten bestellen könnten, sollten das jetzt tun, betonte Kriedel. Sie sollten aber darauf achten, dass die Preise durch die Erstattungspauschale gedeckt seien. Dazu sei es ratsam, sich im Vertrag zusichern zu lassen, in welchem Quartal die Geräte installiert werden. Denn die Höhe der Erstattungspauschale richtet sich danach, wann die Praxis das erste Versichertenstammdatenmanagement durchgeführt hat und nicht danach, wann sie die Technik bestellt hat.

Praxen sollten TI-Rollout vorbereiten

Dem Anschluss der Praxen an die Telematik-Infrastruktur steht technisch nichts mehr im Weg. Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) hat Mitte November erstmalig Zulassungen für Konnektor, E-Health-Kartenterminal, VPN-Zugangsdienst und Praxisverwaltungssysteme zur Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur erteilt. Auch der Praxisausweis (SMC-B) hat durch die KBV die sogenannte Sektorzulassung für den ärztlichen Bereich erhalten. Zudem hat der Gesetzgeber die Frist für das erste Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) um ein halbes Jahr auf den 1. Januar 2019 verlängert. Praxen sollten jetzt anfangen zu überlegen, welche Komponenten sie benötigen und wann für sie der richtige Zeitpunkt für den TI-Anschluss ist.

Es war ein klassischer Fehlstart: Binnen eines Jahres sollten sämtliche Praxen in Deutschland an das Ärztenetz angeschlossen sein – doch die erforderlichen technischen Geräte waren noch gar nicht verfügbar. Damit gerieten die Ärzte in eine Zwickmühle: Von Quartal zu Quartal sinken die Erstattungssummen für die TI-Installation, doch über Geräte, mögliche Preise und Lieferzeiten herrschte völlige Ungewissheit. In dieser Situation empfahl die KVN, erst einmal abzuwarten, wie sich der Markt überhaupt entwickeln würde.

Doch mit der Zulassung der ersten technischen Komponenten nimmt der TI-Rollout jetzt unwiderruflich Fahrt auf. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rechnet damit, dass in der ersten Jahreshälfte 2018 weitere Zulassungen für Anbieter von Konnektoren, E-Health-Kartenterminals, Praxisausweisen und VPN-Zugangsdiensten erteilt werden. Dann dürfte mehr Auswahl bestehen, was sich auch im Preis niederschlagen könnte. Derzeit können sich noch nicht alle Praxen ausstatten, sondern nur die, die bereits zertifizierte Praxisverwaltungssysteme in Betrieb haben. Die anderen Anbieter werden nun nach und nach die Zertifizierungen erhalten. Eine aktuelle Auskunft der zertifizierten TI-Produkte kann auf der Internetseite der gematik hier abgerufen werden.

Das Konzept einer gestaffelten Finanzierung bleibt weiter bestehen: Von Quartal zu Quartal sinkt der Erstattungsbetrag. Praxen sollten daher bei Vertragsabschlüssen zur TI-Installation darauf achten, dass sie nur den Preis für die Geräte zu bezahlen haben, der in dem Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs auch erstattet wird.

Weil der Gesetzgeber den Praxen für den TI-Anschluss eine Frist bis Ende des Jahres gesetzt hat, ist es möglich, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu Engpässen kommen kann. Unter Umständen könnte es dann für die Praxen problematisch werden, die erst spät einen Auftrag zum TI-Anschluss erteilt haben und dann am Jahresende noch auf der Warteliste stehen. Denn ab dem 1. Januar 2019 drohen den Praxen, die den TI-Anschluss noch nicht vollzogen haben, Honorarkürzungen. Darauf sollte man es nicht ankommen lassen.

Da davon auszugehen ist, dass die PVS-Hersteller eine Ausstattung aller Arztpraxen im ersten Halbjahr 2018 nicht sicherstellen werden können, wird die KBV erneut mit dem GKV-Spitzenverband verhandeln, um zusätzliche finanzielle Belastungen für die Arztpraxen zu verhindern. So lange sollten Praxen die TI-Angebote genauestens bezüglich möglciher Termin- und Kostenrisiken prüfen.

Aktuell: Erstattungsverfahren geregelt

Die KV Niedersachsen hat das Verfahren zur Erstattung der Anschlusskosten für die Telematikinfrastruktur (TI) geregelt. Ziel war es, das Verfahren für Sie so bürokratiearm und einfach wie möglich zu halten, um die Praxen mit wenig Verwaltungsaufwand zu belasten. (Mehr)
Antrag auf Erstattung TI-Anschluss


Aktuell: SMC-B Karte muss nach Zustellung freigeschaltet werden

Wer eine SMC-B Karte bestellt, muss sie innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung der Karte freischalten. Ist eine Karte nicht innerhalb von 14 Tagen vom Empfänger freigeschaltet, wird der Antragsteller per E-Mail daran erinnert. Er kann die Freischaltung dann nachholen oder die Karte als „nicht angekommen“ melden. Reagiert der Empfänger weiterhin nicht, muss der Hersteller die Karte nach weiteren 14 Tagen auf den Status „Zertifikate endgültig nicht freigeschaltet“ setzen. Darüber werden der Antragsteller und die KV benachrichtigt.Die KVN empfiehlt daher, die SMC-B Karten nach Erhalt zeitnah beim Hersteller freizuschalten.

Erste Komponenten zur Anbindung an die TI zugelassen

Für die Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur sind im November die ersten Komponenten zugelassen worden. Bei den von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) zugelassenen Komponenten handelt es sich um einen Konnektor („KoCoBox MED+“ des Unternehmens KoCo Connector), ein E-Health-Kartenterminal („ORGA 6141 online“ des Unternehmens Ingenico Healthcare) und einen VPN-Zugangsdienst (CompuGroup Medical Deutschland). In der folgenden Übersicht ist für alle TI-relevanten Komponenten dargestellt, welche Anbieter bereits über die notwendigen Zulassungen verfügen (Link).

Was ist die Telematikinfrastruktur (TI)?

Ärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Krankenhäuser sowie andere Akteure des Gesundheitswesens sollen künftig schneller und einfacher miteinander auf digitalem Wege miteinander kommunizieren sowie medizinische Daten austauschen können. Das dafür notwendige digitale Kommunikationsnetz ist die Telematikinfrastruktur – ein gigantisches Projekt. Es soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen, die Wirtschaftlichkeit, Qualität und Transparenz in der Patientenversorgung zu verbessern und den sicheren Datenaustausch zwischen Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen ermöglichen. Im Grunde handelt es sich um eine geschützte Variante des Internets nur für Angehörige der Heilberufe.

Verantwortlich für den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung der TI ist die „Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte“, kurz gematik. Gesellschafter der gematik sind der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Bundesärztekammer und die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Deutsche Apothekerverband.

Wichtigstes Datum: Ab 1. Januar 2019 sollen alle Praxen in der Lage sein, am Versicherten-Stammdatenmanagement (VSDM) teilzunehmen. Dafür müssen sie an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen sein und über Kartenlesegeräte verfügen, die in der Lage sind, die auf der elektronischen Patientenkarte (eGK) gespeicherten Daten online abzugleichen und ggf. zu ändern. Praxen, die ab 1. Januar 2019 dazu nicht in der Lage sind, drohen Honorarkürzungen von einem Prozent ihres Honorars im Quartal.

Als weitere Online-Anwendungen sind später vorgesehen: Das Notfall-Datenmanagement, der elektronische Medikationsplan, die Online-Sprechstunde, medizinische Telekonsile, der elektronische Arztbrief. In den nächsten Jahren sollen weitere Anwendungen wie z.B. die digitale Patientenakte an den Start gehen.

Für die erforderlichen Geräte und deren Anschluss an die Datenautobahn erhalten die Praxen finanzielle Zuschüsse. Mit deren Freigabe und Auszahlung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen beauftragt.

Film zur Umsetzung

Wie die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur in den Praxen und die Kostenerstattung vor sich gehen sollen, haben wir in einem kurzen Film dargestellt:



Berliner Allee 22
30175 Hannover
Tel.: 0511-380-03
Fax: 0511-380-3491
info@kvn.de