Erste Anwendung: VSDM

Der Start der Telematikinfrastruktur bringt neben der Anbindung an das Netz im ersten Schritt nur eine konkrete Anwendung – das Versichertenstammdatenmanagement. Dabei werden in der Arztpraxis die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) überprüft und bei Bedarf aktualisiert.

Das Ganze läuft wie folgt ab: Die eGK wird wie gehabt bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal über das (dann TI-fähige) Kartenterminal eingelesen. Neu ist, dass jetzt ein Online-Abgleich der auf der Karte gespeicherten Versichertendaten mit den Daten der Krankenkassen erfolgt. Es wird überprüft, ob die Informationen wie Adresse oder Versichertenstatus noch aktuell sind. Hat die Krankenkasse Änderungen in ihrem System hinterlegt, werden diese nun direkt auf die Karte geschrieben und in die Patientenakte der Praxis übertragen. Die Praxis selbst braucht keine Daten zu ändern. Ungültige sowie gestohlen gemeldete Karten können so auch gesperrt werden.

In der Praxis gilt die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur als vollzogen, wenn erstmals online ein Stammdaten-Abgleich erfolgt ist. Danach muss wie gewohnt die eGK beim ersten Patientenkontakt im Quartal eingelesen werden. Das Einlesen erfolgt ohne PIN-Eingabe des Versicherten.

Die Nutzung des VSDM ist für Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtend. Ihnen kann das Honorar pauschal um ein Prozent gekürzt werden, sofern sie ab dem 1. Januar 2019 kein VSDM durchführen (§ 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V). Ursprünglich war diese Frist ab dem 1. Juli 2017 gesetzt worden. Der Bundesrat hat sie auf seiner Sitzung am 9. November 2017 verlängert, weil bisher eine Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI) nicht möglich war, da die notwendigen Komponenten wie Konnektor und Kartenterminal noch nicht zur Verfügung standen.


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