Förderungen

Die Eckpunkte sehen vor, dass Praxen mit bis zu drei Ärzten für einen Konnektor (mit Funktion für die qualifizierte elektronische Signatur) und neue stationäre Kartenterminals ab Juli 3.055 Euro erhalten. Dieser Betrag gilt für das dritte Quartal 2017. In den drei Folgequartalen sinkt der Betrag, da der für den Konnektor inkludierte Preis jedes Quartal um jeweils zehn Prozent abgesenkt wird. Insgesamt etwas höher fällt der vereinbarte Erstattungsbetrag aus, wenn mehr als drei Ärzte oder Psychotherapeuten (Vollzeitäquivalente) in einer Praxis arbeiten, da dort gegebenenfalls mehrere stationäre Kartenterminals benötigt werden.

Ab dem 3. Quartal 2018 beläuft sich der Erstattungsbetrag je nach Praxisgröße auf 1.155 Euro bis 2.025 Euro. KBV und Krankenkassen gehen davon aus, dass sich die Preise für die benötigte Technik in den kommenden Monaten entsprechend entwickeln.

Tabelle Erstattungsbeträge

Quartal der erstmaligen Nutzung* 

 Vergütung in Euro
 Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente)
 < = 3  > 3 bis < = 6  > 6
3/2017 3055,00  3490,00  3925,00
4/2017 2793,00  3228,00 3663,00
1/2018 2557,20  2992,20 3427,20
2/2018 2344,98  2779,98 3214,98
ab 3/2018 1155,00  1590,00 2025,00
*Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung des Konnektors, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung des Konnektors relevant ist. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist.

KBV und GKV-Spitzenverband haben ferner einen Erstattungsbetrag für die neuen mobilen Kartenterminals in Höhe von 350 Euro vereinbart. Anspruch haben Ärzte, die mindestens drei Haus- beziehungsweise Heimbesuche im Quartal durchführen oder an einem Kooperationsvertrag zur ambulanten Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen teilnehmen. Der Betrag wird dann je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung gezahlt. Ausgelagerte Praxisstätten erhalten unabhängig davon ein mobiles Kartenterminal, damit sie sich keinen Konnektor anschaffen müssen.

Darüber hinaus erhalten Ärzte und Psychotherapeuten eine einmalige Startpauschale von 900 Euro. Damit werden vor allem Kosten erstattet, die im Zusammenhang mit der technischen Ausstattung stehen, zum Beispiel für den Praxisausfall während der Installation des Konnektors und für die Kosten der Anpassung des Praxisverwaltungssystems.


Förderungen wegen Verzögerungen nicht abrufbar

Die Höhe der Erstausstattungspauschale, die eine Praxis erhält, richtet sich nach dem Zeitpunkt, zu dem die Praxis erstmalig Versichertendaten auf der eGK abgleicht. Wann der Konnektor bestellt oder geliefert wird, ist dagegen nicht entscheidend. Zum Beispiel: Wird der Kaufvertrag im November 2017 unterschrieben und das erste VSDM erfolgt im Januar 2018, bekommt die Praxis für Konnektor und Kartenterminal 2.557 Euro, also die Pauschale für das erste Quartal 2018.

Derzeit besteht allerdings das Problem, dass die Zeit vergeht, während noch gar keine zertifizierten Konnektoren und Kartenlesegeräte erhältlich sind. Die Erstattungsregelungen sehen aber vor, dass in den nächsten Quartalen die Erstattungsbeträge abgesenkt werden. Jetzt ist eine paradoxe Situation eingetreten: Niemand kann die derzeit noch hohe Erstattungspauschale beantragen, da es noch keine Geräte zu kaufen gibt.

Der Gesetzgeber hatte mit dieser Situation offensichtlich nicht gerechnet. Es war erwartet worden, dass recht frühzeitig erste Konnektoren auf den Markt kommen und dass die Preise fallen, sobald weitere Anbieter auftreten. Daher sollen die Finanzierungspauschalen, die die Krankenkassen für die Konnektoren bereitstellen, pro Quartal um zehn Prozent sinken. Da sich die Zulassung der Geräte verzögert, ist diese Regelung aber wirkungslos.


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