Praxen sollten TI-Rollout vorbereiten

Nach der Zulassung der ersten technischen Komponenten kommt in den TI-Rollout jetzt Bewegung. Der Anschluss muss in diesem Jahr vollzogen werden

Dem Anschluss der Praxen an die Telematik-Infrastruktur steht technisch nichts mehr im Weg. Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) hat Mitte November erstmalig Zulassungen für Konnektor, E-Health-Kartenterminal, VPN-Zugangsdienst und Praxisverwaltungssysteme zur Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur erteilt. Auch der Praxisausweis (SMC-B) hat durch die KBV die sogenannte Sektorzulassung für den ärztlichen Bereich erhalten. Zudem hat der Gesetzgeber die Frist für das erste Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) um ein halbes Jahr auf den 1. Januar 2019 verlängert. Praxen sollten jetzt anfangen zu überlegen, welche Komponenten sie benötigen und wann für sie der richtige Zeitpunkt für den TI-Anschluss ist.

Es war ein klassischer Fehlstart: Binnen eines Jahres sollten sämtliche Praxen in Deutschland an das Ärztenetz angeschlossen sein - doch die erforderlichen technischen Geräte waren noch gar nicht verfügbar. Damit gerieten die Ärzte in eine Zwickmühle: Von Quartal zu Quartal sinken die Erstattungssummen für die TI-Installation, doch über Geräte, mögliche Preise und Lieferzeiten herrschte völlige Ungewissheit. In dieser Situation empfahl die KVN, erst einmal abzuwarten, wie sich der Markt überhaupt entwickeln würde.

Doch mit der Zulassung der ersten technischen Komponenten nimmt der TI-Rollout jetzt unwiderruflich Fahrt auf. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rechnet damit, dass in der ersten Jahreshälfte 2018 weitere Zulassungen für Anbieter von Konnektoren, E-Health-Kartenterminals, Praxisausweisen und VPN-Zugangsdiensten erteilt werden. Dann dürfte mehr Auswahl bestehen, was sich auch im Preis niederschlagen könnte. Derzeit können sich noch nicht alle Praxen ausstatten, sondern nur die, die bereits zertifizierte Praxisverwaltungssysteme in Betrieb haben. Die anderen Anbieter werden nun nach und nach die Zertifizierungen erhalten. Eine aktuelle Auskunft der zertifizierten TI-Produkte kann auf der Internetseite der gematik unter https://fachportal.gematik.de/zulassungen/online-produktivbetrieb/ abgerufen werden.

Das Konzept einer gestaffelten Finanzierung bleibt weiter bestehen: Von Quartal zu Quartal sinkt der Erstattungsbetrag. Praxen sollten daher bei Vertragsabschlüssen zur TI-Installation darauf achten, dass sie nur den Preis für die Geräte zu bezahlen haben, der in dem Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs auch erstattet wird.

Weil der Gesetzgeber den Praxen für den TI-Anschluss eine Frist bis Ende des Jahres gesetzt hat, ist es möglich, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu Engpässen kommen kann. Unter Umständen könnte es dann für die Praxen problematisch werden, die erst spät einen Auftrag zum TI-Anschluss erteilt haben und dann am Jahresende noch auf der Warteliste stehen. Denn ab dem 1. Januar 2019 drohen den Praxen, die den TI-Anschluss noch nicht vollzogen haben, Honorarkürzungen. Darauf sollte man es nicht ankommen lassen


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