Medikationspläne werden umfangreich ausgestellt

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen weist darauf hin, dass die im NDR 1 Rundfunk genannten Zahlen zum bundeseinheitlichen Medikationsplan in der Gegenüberstellung mit den Zahlen der AOK ein falsches Bild erzeugen. „Die niedergelassenen Ärzte in Niedersachsen erstellen täglich in der Praxis eine Vielzahl von individuellen Medikationsplänen für ihre Patienten, die in den Abrechnungsstatistiken nicht enthalten sind“, erklärte Dr. Jörg Berling heute in Hannover. Die ca. 16.000 abgerechneten bundeseinheitlichen Medikationspläne stehen deshalb in einem falschen Verhältnis zu den behaupteten 2,3 Millionen anspruchsberechtigten Patienten.

Patienten haben seit 1. Oktober 2016 Anspruch auf den bundeseinheitlichen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen oder anwenden. Die Anwendung muss dauerhaft - über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen - vorgesehen sein. Dieser bundeseinheitliche Medikationsplan wurde in Niedersachsen in den letzten beiden Quartalen ca. 16.000 Mal abgerechnet.

Schon in der Vergangenheit und auch weiterhin werden umfangreiche hausgemachte Medikationspläne erstellt. Diese Pläne tauchen in der Statistik nicht auf. „Der bundeseinheitliche Medikationsplan ist noch recht neu. Zudem erfolgt die Ausstellung auf Wunsch des Patienten. Da viele Patienten anscheinend mit den bestehenden individuellen Medikationsplänen ihrer Ärzte zufrieden sind, wird die flächendeckende Durchsetzung des neuen Medikationsplans noch Zeit brauchen“, erläutert Dr. Berling.


Berliner Allee 22
30175 Hannover
Tel.: 0511-380-03
Fax: 0511-380-3491
info@kvn.de