Masterplan Medizinstudium 2020: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen kritisiert Ausgestaltung

Landarztquote greift zu kurz

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat heute den ,,Masterplan Medizinstudium 2020" nach einer eingehenden Analyse kritisiert. „Wir sind enttäuscht darüber, dass sich Bund und Länder nicht über eine klare und langfristige Finanzierung des Masterplans geeinigt haben. Auf Betreiben der Länder wurde die vollständige Umsetzung des Masterplans unter Haushaltsvorbehalt gestellt. Dadurch fehlen klare Vorgaben für wichtige Bereiche", sagte Mark Barjenbruch, KVN-Vorstandsvorsitzender.

Der stellvertretende KVN-Vorstandsvorsitzende, Dr. Jörg Berling, ergänzte: ,,Zur Gewinnung von Nachwuchs für eine flächendeckende hausärztliche Versorgung soll unverzüglich in der Vergabeordnung der Stiftung für die Hochschulzulassung die Möglichkeit eröffnet werden, bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze vorab an Bewerberinnen und Bewerber zu vergeben, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten ländlichen Regionen oder Planungsbereiche tätig zu sein. Die Landarztquote schafft aber keine neuen oder zusätzlichen Kapazitäten für Studienanfängerinnen und -anfänger der Humanmedizin. Mit anderen Worten: Eine generelle Erhöhung der Studienplatzkapazität wird es daher nicht geben. Da greift der Masterplan zu kurz.“

„Schon jetzt stellen wir fest, dass der Versorgungsbeitrag einer neu in das System eintretenden Ärztin oder eines Arztes nicht den Umfang einer Vollzeittätigkeit erreicht. Nach den Erhebungen unserer Arztzahlprognose 2030 liegt der Versorgungsanteil lediglich bei 0,7,  so dass allein aus dieser Erkenntnis heraus eine Erhöhung der Studienplatzkapazitäten zwingend geboten wäre, Dies deckt sich mit unseren Forderungen, die wir gegenüber dem Land Niedersachsen stets kommunizieren", so Barjenbruch.

Der KVN-Vorstand signalisierte durchaus Kooperationsbereitschaft: „Die KVN wird sich in die konkrete Umsetzung des Masterplans einbringen. Gleiches erwarten wir von den Ländern. Alle Beteiligten müssen jetzt ihrer Verantwortung für die ärztliche Nachwuchsförderung bewusst werden und die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen. Wer die Ausbildung der Mediziner ändert, muss rund 13 bis 15 Jahre warten, bis die Ärzte in der Patientenversorgung ankommen. So lange dauern Studium und Facharztausbildung. Wir dürfen keine Zeit mehr vergeuden", so Barjenbruch und Berling.


Berliner Allee 22
30175 Hannover
Tel.: 0511-380-03
Fax: 0511-380-3491
info@kvn.de