KVN empfiehlt: Gesundheitskarten mit Aufdruck G1 nicht per se ablehnen

Elektronische Gesundheitskarten der ersten Generation können ab 1. Oktober nicht mehr eingelesen werden. Doch dieser Fall wird selten bleiben - und die Leistungen können dennoch abgerechnet werden

Elektronische Gesundheitskarten der ersten Generation können ab 1. Oktober nicht mehr in das Praxisverwaltungssystem eingelesen werden. Wir haben im September-Rundschreiben darüber informiert. Dennoch sollten Praxen die Karten nicht aufgrund äußerlicher Merkmale ablehnen. Weiterhin gültig sind G1+-Karten und G2-Karten.

Da sich die alten G1-Karten optisch nicht von den G1+-Karten unterscheiden, sollten Praxen ab Oktober wie gewohnt jede elektronische Gesundheitskarte (eGK) einlesen. Sollte darunter eine G1-Karte sein, wird sie durch die Praxissoftware erkannt und vom System abgelehnt.

Die Betreibergesellschaft gematik hatte den alten G1-Karten zum 30. Juni die Zulassung entzogen. Nach Angaben der Krankenkassen wurden die betroffenen Versicherten inzwischen mit neuen Karten ausgestattet. Somit sollten keine oder nur sehr wenige alte Karten im Umlauf sein.

Optisch kein Unterschied - Karten immer erst einlesen

Die Generationsnummer ist auf der eGK rechts oben aufgedruckt. Dabei steht bei Karten der Generation 1 und bei Karten der Generation 1+ jeweils „G1“, bei Karten der zweiten Generation „G2“.

Bei Karten mit der Aufschrift „G1“ ist damit äußerlich nicht erkennbar, ob es sich um eine G1-Karte oder eine G1+-Karte handelt. Deshalb sollten Praxen diese Karten immer erst einlesen und auf keinen Fall automatisch ablehnen.

Karte nicht einlesbar - was nun?

Wird die eGK vom Praxisverwaltungssystem abgelehnt, empfiehlt es sich, zunächst den Patienten zu fragen, ob er von seiner Krankenkasse eine neue Karte erhalten und vielleicht nur aus Versehen die alte Karte vorgelegt hat. Anderenfalls sollte sich der Patient schnellstens an seine Kasse wenden.

Praxen wenden in solchen Fällen das Ersatzverfahren an. Dazu pflegen sie die Daten des Versicherten, also Name, Vorname und Geburtsdatum, Bezeichnung der Krankenkasse, Versichertenart, Postleitzahl und nach Möglichkeit auch die Krankenversichertennummer, manuell in das Praxisverwaltungssystem ein oder übernehmen die Daten aus dem Patientenstamm.

Anschließend bestätigt der Patient auf dem Abrechnungsschein (Vordruck 5), dass er bei der genannten Krankenkasse versichert ist. Sollte er bis Ende des Quartals keine neue Karte vorlegen, können die Leistungen nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes mittels Ersatzverfahren trotzdem abgerechnet werden.


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