Symposium "Niederlassen in Niedersachsen" der KVN: Ambulante Versorgung zukunftssicher machen

KVN-Vorstand Mark Barjenbruch: "Die ambulante medizinische Versorgung ist in Niedersachsen nur unter der Beteiligung aller Akteure des Gesundheitswesens sowie der Politik auf einem hohen Niveau aufrecht zu erhalten"

Rund 180 Gäste aus Politik, Gemeinden, Kommunen und Gesundheitswesen sind heute in Hannover zu der von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) organisierten Versorgungskonferenz unter dem Titel „Niederlassen in Niedersachsen“ zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, was alle Beteiligten gemeinsam für die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung tun können. Der regionale Fokus lag dabei auf die Versorgungssituation in ländlichen Regionen.

Wie der Vorstand der KVN, Mark Barjenbruch und Dr. Jörg Berling, betonte, können die künftigen Herausforderungen, wie der drohende Ärztemangel in einer immer älter werdenden Gesellschaft, nur gemeinsam und unter Beteiligung der Kommunen gelöst werden. Um langfristig die ambulante Versorgung sicherzustellen, sei ein attraktives Gesamtpaket für niederlassungswillige Ärzte und Psychotherapeuten notwendig.

Den inhaltlichen Schwerpunkt der Versorgungskonferenz bildete nach der Einführung durch die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Carola Reimann, eine Diskussion rund um die Erwartungen und Rollen der Akteure. Dabei kamen die Hemmnisse zur Sprache, die junge Ärzte und Psychotherapeuten von einer Niederlassung abhalten, und es wurden Maßnahmen und Lösungen zur Sicherung der ambulanten Versorgung vorgestellt.

An der Diskussion beteiligten sich Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVN, Prof. Nils Schneider, Institut für Allgemeinmedizin Medizinische Hochschule Hannover, Dr. Marco Trips, Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Heiger Scholz, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Kambiz Afshar, Arzt in Weiterbildung, Medizinische Hochschule Hannover und Prof. Dr. Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Professor Hecken hatte zuvor die Pläne des Gemeinsamen Bundesausschusses für eine neue Bedarfsplanung vorgestellt. Die Reform der Bedarfsplanung soll sozioökonomische und soziokulturelle Faktoren bei der Bedarfsplanung von Ärzten und Psychotherapeuten berücksichtigen. Der GBA hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem ein belastbares Modell entwickelt wird, wie aus bestimmten sozioökonomischen und soziokulturellen Faktoren Morbidität und medizinische Handlungsbedarfe abgeleitet werden können.

Vizechef Dr. Jörg Berling unterstrich die enge Zusammenarbeit der KVN mit den niedersächsischen Gemeinden und Kommunen sowie die finanzielle Niederlassungsförderung. „Wir haben im vergangenen Jahr 23 Millionen Euro zur Förderung von ärztlichen Niederlassungen in ländlichen Regionen zur Verfügung gestellt.“

Neben dem Vorstand der KVN beteiligte sich Dr. Marco Trips, Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und Samtgemeindebürgermeister Friedrich-Wilhelm Koop von der Samtgemeinde Heemsen an der Diskussionsrunde. Anhand von konkreten Beispielen zeigte er auf, was Kommunen tun können, um die Versorgung vor Ort zu verbessern. Dabei ging es unter anderem um die Schaffung neuer Praxisräume und eine Imagekampagne, die sich speziell an Medizinstudenten wenden soll.

Dr. Berling  und Staatssekretär Heiger Scholz wiesen darauf hin, wie wichtig verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Praxisführung sind. Zudem gebe es ein von der niedersächsischen Landesregierung und der KVN initiiertes, umfassendes Förderprogramm für die Niederlassung in unterversorgten beziehungsweise drohend unterversorgten Regionen Niedersachsens.

„Mit der Verminderung der Bereitschaftsdienstzeiten sowie transparenten Vorgaben zur Steuerung der Arzneimittelverordnungen hat die KVN in den vergangenen Jahren weitere wichtige Grundsteine gelegt, um eine Niederlassung in eigener Praxis wieder attraktiver zu gestalten“, sagte Berling.

Die ambulante medizinische Versorgung ist in Niedersachsen nur unter der Beteiligung aller Akteure des Gesundheitswesens sowie der Politik auf einem hohen Niveau aufrecht zu erhalten – darüber waren sich alle Teilnehmer der Versorgungskonferenz einig.

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