96 Prozent der Niedersachsen finden in ihrer Gemeinde einen Hausarzt

Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen entwickelt zahlreiche Maßnahmen, um zukünftigen Ärztemangel entgegenzuwirken

Rund 7,8 Millionen Krankenversicherte erhalten in ganz Niedersachsen die gleiche hochwertige medizinische Versorgung. 14.658 niedergelassene Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten versorgen aktuell die Einwohner Niedersachsens. Darauf hat anlässlich der Woche der ambulanten Versorgung die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) heute in Hannover hingewiesen.

„Noch ist die Erreichbarkeit von Hausärzten in Niedersachsen gut. 96,1 Prozent der Bürgerinnen und Bürger finden in ihrer Gemeinde einen Hausarzt. 3,9 Prozent oder 452.644 Einwohner müssen auf Nachbargemeinden ausweichen. Diese KVN-Erhebungen machen einen genaueren Einblick in den Versorgungsalltag möglich“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVN, Dr. Jörg Berling, heute in Hannover.

„97 Prozent der rund 7,8 Millionen Einwohner erreichen innerhalb von zehn Minuten einen niedergelassenen Hausarzt. Dies haben wir in einer Erreichbarkeitsanalyse herausgefunden“, so Berling.

Der Mittelwert für die Erreichbarkeit eines Hausarztes liegt in Niedersachsen bei fünf Minuten. Nur drei Prozent der Patienten braucht zwischen 11 und 20 Minuten auf dem Weg zum Hausarzt, vornehmlich in ländlichen Räumen. Die Zeitangaben beziehen sich auf Anfahrtszeiten mit dem Auto.

„Im fachärztlichen Bereich konnte die gesetzlich vorgeschriebene TerminServiceStelle der KVN seit Januar 2016 bis heute alle Terminwünsche von Patienten erfüllen. Kein Patient musste bisher an ein Krankenhaus vermittelt werden“, so Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN.

„Um diese Leistungsstärke der haus- und fachärztlichen Versorgung auch in Zukunft zu sichern und drohendem Ärztemangel entgegenzuwirken, hat die KVN zahlreiche Maßnahmen unter dem Motto ‚Niederlassen für die Menschen in Niedersachsen‘ entwickelt. Sie reichen von der Organisation der Verbundweiterbildung für Ärzte in der Weiterbildung über frühzeitige Informationen für Medizinstudenten zu späteren Niederlassungsmöglichkeiten bis hin zu Pilotprojekten wie einer KVN-Eigeneinrichtung und einem Patientenmobil“, sagte Barjenbruch.

Aktuell hat die KVN zur Förderung der kassenärztlichen Versorgung spezielle Fördergebiete für das zweite Halbjahr 2017 ausgeschrieben. Gefördert werden dringend zu besetzende Vertragsarztsitze. Insgesamt sollen 16 Hausarztniederlassungen in Niedersachsen eine finanzielle Unterstützung aus einem Strukturfonds erhalten. Den Antragstellern wird ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 60.000 Euro gewährt. In einigen Regionen gibt es zusätzlich noch eine Umsatzgarantie. Die KVN knüpft mit dem Strukturfonds an die erfolgreiche Förderung im vergangenen Jahr an. „Die Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung über den Strukturfonds zahlt sich aus - im vergangenen Jahr haben wir bereits 20 freie Arztsitze neu besetzt.

Die Sicherstellung einer flächendeckenden ambulanten Versorgung ist eine der zentralen Aufgaben der KVN. „Die ambulante Versorgung konnte trotz der demografischen Entwicklung und der rückläufigen ärztlichen Arbeitszeit - auch und gerade in strukturschwachen Regionen - sichergestellt und weiterentwickelt werden. Dabei hat sich immer wieder gezeigt, dass es das eine Patentrezept nicht gibt. Vielmehr sind Lösungen gefragt, die auf die spezifischen Bedingungen vor Ort zugeschnitten sind“, sagte Barjenbruch.


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