Förderregionen für Hausarztpraxen neu ausgeschrieben

Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen und Krankenkassen setzen Niederlassungsförderung für Hausärzte 2017 fort

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat zur Förderung der vertragsärztlichen Versorgung die Fördergebiete für das Jahr 2017 neu ausgeschrieben. Gefördert werden dringend zu besetzende Vertragsarztsitze.

Insgesamt sollen 26 Hausarztniederlassungen in Niedersachsen eine finanzielle Unterstützung aus einem Strukturfonds erhalten. Den Antragstellern wird ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 60.000 Euro gewährt. In einigen Regionen gibt es zusätzlich noch eine Umsatzgarantie. Die Niederlassungsförderung knüpft an das erfolgreiche Förderprogram aus dem Jahr 2016 an.

Die Finanzspritze aus dem Strukturfonds soll in erster Linie Ärztinnen und Ärzte aufs Land locken. Der Fonds, in den die KVN und die Krankenkassen jeweils zur Hälfte einzahlen, stellt dafür die benötigten Mittel bereit. Gefördert werden Aufwendungen (Investitionskosten), die mit dem Erwerb und der Ausstattung einer Praxis oder der Anstellung eines Arztes zusammenhängen. Die Höhe der Zuwendung beträgt einmalig bis zu 60.000 Euro. Gefördert werden auch Aufwendungen (Investitionskosten), die mit dem Erwerb und der Ausstattung einer Zweigpraxis zusammenhängen. Die Höhe der Zuwendung beträgt einmalig bis zu 30.000 Euro.

Die Fördergebiete werden nach der aktuellen und zukünftig zu erwartenden Versorgungslage Anfang des Jahres neu festgelegt. Zuschüsse können für folgende hausärztliche Versorgungsbereiche beantragt werden:

  • Braunschweig-Umland (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Bremerhaven-Umland (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Buxtehude (ein förderungsfähiger Sitz)
  • Cloppenburg (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Harburg-Nord (ein förderungsfähiger Sitz)
  • Leer-Süd (ein förderungsfähiger Sitz)
  • Lüchow (ein förderungsfähiger Sitz)
  • Meppen (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Stadthagen (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Sulingen (ein förderungsfähige Sitz)

Eine zusätzliche Umsatzgarantie wird in folgenden Bereichen gewährt:

  • Cuxhaven (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Nordenham (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Papenburg (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Wolfsburg-Umland (zwei förderungsfähige Sitze)
  • Zeven (zwei förderungsfähige Sitze)

Die KVN knüpft mit dem Strukturfonds an die erfolgreiche Förderung im vergangenen Jahr an. „Die Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung über den Strukturfonds zahlt sich aus - im vergangenen Jahr haben wir bereits 20 freie Arztsitze neu besetzt. Das ist Hilfe, die wirkt“, sagte Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN, heute in Hannover.

Besonders profitiert von den Neuniederlassungen oder Anstellungen im Jahr 2016 haben die Bürgerinnen und Bürger im Umland von Bremerhaven. Dort haben sich in den vergangenen Monaten vier Hausärzte niedergelassen. Je zwei Hausärzte konnten mit der Finanzspritze in die Regionen Buxtehude, Cloppenburg, Meppen, Nienburg, Nordenham und Sulingen gelockt werden. Jeweils ein Hausarzt hat sich in Harburg Nord, Walsrode und im Wolfsburger Umland niedergelassen, ein Kinder- und Jugendpsychiater im Emsland. Für elf dieser Praxen gab es zusätzlich für zwei Jahre eine Umsatzgarantie.

„Die KVN kann die Finanzspritzen ohne bürokratische Hürden gezielt dort anbringen, wo sie dringend benötigt werden. Dafür zweigen Ärzte und Krankenkassen je 0,1 Prozent der Gesamtvergütung in den Strukturfonds ab. Das sind über vier Millionen Euro jährlich“, so Dr. Jörg Berling, der stellvertretende KVN-Vorstandsvorsitzende. „Damit können wir viel bewegen.“


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