Kassenärzte und Kassenpsychotherapeuten lehnen Erhöhung der Sprechstundenzeiten ab

HANNOVER (kvn-pr/dh). Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat heute auf ihrer Sitzung in Hannover eine Resolution zur von der Politik geplanten Erhöhung des Mindestsprechstundenangebotes von Ärzten und Psychotherapeuten von 20 auf 25 Stunden beschlossen.

Wörtlich heißt es in der Resolution: „Es ist Augenwischerei, die Erhöhung des Mindestsprechstundenangebots als ‚Verbesserung der Patientenversorgung‘ in dem geplanten Koalitionsentwurf zu bezeichnen. Tatsächlich sei keinerlei reale Versorgungsverbesserung zu erwarten, da niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten bereits heute 50 Stunden und mehr pro Woche arbeiten. Die Politik wolle offenbar nicht zur Kenntnis nehmen, dass Ärzte und Psychotherapeuten außerhalb der Sprechstundenzeiten zum Beispiel Haus- und Heimbesuche durchführen, Bereitschaftsdienste übernehmen, fachspezifische Untersuchungen und Operationen vornehmen, Fortbildungen besuchen, sich in Qualitätszirkeln und Praxisnetzen engagieren und sich um das Praxismanagement und Dokumentationspflichten kümmern.

Eine Forderung hinsichtlich der Erhöhung der Praxisöffnungszeiten ist Ausdruck einer mangelnden Wertschätzung der Arbeit der rund 14.800 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Niedersachsen und stellt eine weitere bürokratische Einengung der Freiheit des freiberuflich-selbständigen Arztes dar, seine Praxisangebote flexibel an den Bedürfnissen seiner Patienten auszurichten.

Die KVN-Vertreterversammlung fordert die Koalitionspartner auf, die Erhöhung der Mindestsprechstundenzeiten aus der Koalitionsvereinbarung ersatzlos zu streichen oder vorzuschlagen, welche Tätigkeiten nicht mehr durchgeführt werden sollen.“


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