Kassenärzte haben im laufenden Quartal über eine Million Stunden ohne Bezahlung gearbeitet

Durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt bei 53 Stunden

Hannover, 21. September 2017 - Die rund 14.700 niedersächsischen Kassenärzte und Kassenpsychotherapeuten haben im laufenden dritten Quartal 2017 über eine Million Überstunden ohne Bezahlung geleistet. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) misst die nicht bezahlten Überstunden, die aufgrund des Honorarbudgets der Ärzte anfallen, seit dem 1. Januar 2014. Seither sind fast 17 Millionen Stunden unbezahlter Arbeitszeit angefallen.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Kassenärzte liegt bei 53 Stunden. Dies geht aus dem „Ärztemonitor 2016“ hervor, den infas im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im vergangenen Jahr durchgeführt hat.

Das Honorar für Ärzte mit Kassenzulassung richtet sich nach der erbrachten Leistung und der Facharztgruppe. Grundlage ist der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) – die Gebührenordnung für Ärzte. Das Honorarbudget, auch Regelleistungsvolumen genannt, ist gedeckelt – überschreitet ein Arzt eine festgelegte Leistungsmenge, erhält er für den Rest nur eine reduzierte bis gar keine Vergütung.

„Die Menschen werden älter und der Behandlungsbedarf der Bevölkerung wächst schneller als das von den Kassen zur Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung gestellte Budget. Hier muss eine neue Bundesregierung gesundheitspolitisch ansetzen. Eine wichtige Zielmarke für die KVN ist und bleibt, ärztliche Leistungen aus der budgetierten Vergütung in eine extrabudgetäre Einzelleistungsvergütung zu überführen“, sagte Mark Barjenbruch, KVN-Vorstandsvorsitzender, heute in Hannover.


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