Fakten zu den Grippeschutzimpfungen 2017/18

Hannover, 26. September 2017 - Aufgrund der aktuellen Berichterstattung in den Medien gibt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) ein Faktenpapier zur Grippeschutzimpfung in der Saison 2017/18 heraus.

1. Welchen Grippeimpfstoff haben Ärzte zu verordnen?

Seit dem Inkrafttreten des GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetzes (AMVSG) können Impfstoffe jedes Impfstoffherstellers verordnet werden. Es besteht keine Einschränkung auf bestimmte Hersteller.

Aber (!): Die gesetzlichen Krankenkassen in Niedersachsen haben bereits 2016 die saisonalen Grippeimpfstoffe auch für die Impfsaison 2017/2018 ausgeschrieben. Diese Rabattverträge sind weiterhin gültig und sollten von den Kassenärzten bedient werden. Die Verordnung von rabattierten trivalenten Impfstoffen stellt eine wirtschaftliche Versorgung der Versicherten mit Grippeimpfstoffen dar. Für den Großteil der Versicherten ist der trivalente Grippeimpfstoff auch ausreichend und somit wirtschaftlich.

Besteht auf Grund der ärztlichen Feststellung die medizinische Notwendigkeit der Verordnung eines anderen, zum Beispiel tetravalenten Grippeimpfstoffs, kann dieser auf den Namen des Patienten auf Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Bei bestimmten Risikogruppen kann dies sinnvoll sein.

2. Haben Rabattverträge Vorteile?

Da die ausgeschriebenen Impfstoffe für die Krankenkassen günstiger sind, führt die Umstellung auf die rabattierten Grippeimpfstoffe grundsätzlich zur wirtschaftlichen Verordnungsweise. Sinkende Arzneimittelkosten wirken sich positiv auf die Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen aus.

3. Wie sieht die Weltgesundheitsorganisation und die Ständige Impfkommission die Auswahl des Impfstoffes?

Für den bevorzugten Einsatz eines tetravalenten Impfstoffes gibt es bisher keine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts.


4. Kann ein Patient auf die Verordnung eines tetravalenten Impfstoffes bestehen?

Falls ein Patient auf die Verordnung eines tetravalenten Impfstoffes besteht, obwohl er zu keiner Risikogruppe gehört, kann der Arzt dieses auf Privatrezept verordnen. Der Patient muss dann die ärztliche Impfleistung und den Impfstoff aus eigener Tasche zahlen.


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