Information zum Coronavirus (SARS-CoV2 COVID 19)

Coronavirus

Die KVN hat für unsere Mitglieder eine Hotline sowie eine E-​Mail Adresse zum Coronavirus eingerichtet. Bitte rufen Sie dort an, wenn Sie Fragen zur Vorgehensweise bei Verdacht auf eine SARS-​CoV-2-Infektion, zum Labortest, zur Meldepflicht sowie zur Abrechnung der ärztlichen Leistungen haben.

Die Durchwahl finden Sie exklusiv im KVN-Portal

Zentrale Informationsseite zur Corona-Pandemie

 

Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11. März 2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Das Robert Koch Institut (RKI)  erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Tagesaktuelle Informationen sind auf den Internetseiten des RKI zu finden.

 

Nachfolgend geben wir Ihnen Auskünfte zu wesentlichen Fragen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Aktuell: Bestellung von Persönlicher Schutzausrüstung bei der Behandlung von COVID-19 Patienten

 

Im KVN-Portal können Ärztinnen und Ärzte ab sofort Persönliche Schutzausrüstung (PSA) bestellen, wenn sie bestätigte Fälle von COVID-​19 in der Praxis behandeln. Bitte beachten Sie, dass aufgrund der aktuellen Versorgungssituation die Persönliche Schutzausrüstung  nur bestellt werden kann, wenn Sie laborbestätigte Patienten versorgen. Die Ausgabemenge ist begrenzt. Zum KVN-Portal kommen Sie hier.

Rahmenkonzept COVID-19 der KVN für den ambulanten vertragsärztlichen Bereich

Für Ihren immensen Einsatz möchten wir Ihnen sehr herzlich danken und Sie bitten, auch in den nächsten aufreibenden Wochen und Monaten weiter für die Versorgung zur Verfügung zu stehen.

Brief des KVN-Vorstands zur aktuellen Versorgungslage und zur Situation der Arztpraxen

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das Coronavirus hat von China ausgehend mittlerweile die ganze Welt erfasst und auch uns in Niedersachsen fest im Griff. Die dynamische Situation ist eine riesige Herausforderung für uns alle. In Ihren Praxen müssen Sie mit großer Umsicht vorgehen und neben den Corona-Verdachtsfällen die reguläre Versorgung soweit wie möglich aufrechterhalten.


Für Ihren immensen Einsatz möchten wir, der Vorstand der KVN, Ihnen sehr herzlich danken und Sie bitten, auch in den nächsten aufreibenden Wochen und Monaten weiter für die Versorgung zur Verfügung zu stehen. Wir benötigen in der anstehenden nächsten Phase jeden Einzelnen von Ihnen, insbesondere in der hausärztlichen Versorgung, um die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen zu können.


Viele von Ihnen machen sich sicherlich Sorgen um die finanzielle Situation in Ihrer Praxis, insbesondere wenn aufgrund der Infektionsgefahr die regulären Patienten ausbleiben. Wir haben uns daher dafür entschieden, die Abschlagszahlungen bis auf Weiteres in der bisherigen Höhe fortzuführen, gleiches gilt für die Restzahlung. Dies sichert Ihnen zunächst Liquidität. Zudem haben wir bei der Politik einen Rettungsschirm auch für Arztpraxen gefordert. Dazu gibt es seit dem Wochenende einen ersten Gesetzentwurf, der möglichst schnell die Bedingungen für finanzielle Hilfen regeln soll. Zudem sind wir auf die Finanzbehörden zugegangen, um einen Verzicht auf die Steuervorauszahlungen zu erreichen. Die Antwort darauf steht allerdings noch aus. Weitere und stetig aktualisierte Informationen zu den wirtschaftlichen Hilfen finden Sie unter www.kvn.de


Die in den letzten Tagen exponentiell steigende Zahl der Infektionsfälle und die zu erwartende Entwicklung werden zwangsläufig dazu führen, dass Sie alle in Ihren Praxen Covid-19-Patienten versorgen müssen, unabhängig von den eingerichteten Testzentren. Wer welchen Part in der Versorgung übernehmen muss, haben wir in einem Konzept bereits skizziert und möchten Sie eindringlich bitten, sich auf diese Situation schon jetzt einzustellen und Ihren Versorgungsbeitrag zu leisten. Das Konzept finden Sie auf unserer Homepage www.kvn.de. Zunächst wird es noch möglich sein wechselseitig die Covid19-Patienten zu versorgen. Stimmen Sie sich dazu bitte mit Ihren Kolleginnen und Kollegen vor Ort ab. Mit der steigenden Zahl der infektiösen Patienten wird aber jeder Einzelne von Ihnen nicht umhin kommen seine Praxis so zu organisieren, dass die Sprechzeiten für reguläre und infektiöse Patienten getrennt werden müssen. Ihre Patienten brauchen Sie alle jetzt in ihren Praxen.


Dies alles setzt natürlich voraus, dass Sie selbst und Ihre Mitarbeiter geschützt sind. Ein großer Engpass ist aktuell neben den Testkapazitäten die Verfügbarkeit von Schutzmaterial. Auch wenn landauf, landab insbesondere von der Bundesebene berichtet wird, dass Schutzmaterial im Anflug sei, entspricht dies nicht der Realität. Bislang haben wir nur in einem geringen Umfang Schutzbekleidung aus der Bestellung des Bundesgesundheitsministeriums erhalten. Dies reichte nicht einmal, um die Testzentren über das Wochenende auszustatten. Wir selbst haben über verschiedenste Quellen deutlich mehr Schutzausrüstung beschafft, indes unterliegen auch wir den beschränkten Lieferkapazitäten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zunächst nur die Testzentren mit Schutzmaterial ausgestattet haben und zunächst nur die Praxen mit Schutzmaterial versorgen werden, die es am dringendsten benötigen. Mit jeder eingehenden Lieferung werden wir selbstverständlich versuchen, Sie alle in Ihren Praxen mit Schutzmaterialien auszustatten.


Bitte schauen Sie mindestens einmal täglich auf unsere Homepage, auf der wir permanent alle neuen Informationen zur Thematik einstellen. Dies umfasst den Umgang mit den Patienten, Antworten zu wirtschaftlichen Fragestellungen, den Umgang mit Schutzmaterial und Abrechnungsfragen. Hier sind sicherlich noch nicht alle Fragen geklärt, insbesondere fehlen uns lockernde Entscheidungen von der Bundesebene. Dies gilt z.B. im Hinblick auf nicht einzuhaltende Fristen für z. B. DMP- oder Fortbildungsverpflichtungen. Bitte nutzen Sie die Homepage, um sich in der dynamischen Situation aktuell zu informieren.


Zum Schluss möchten wir Sie ausdrücklich bitten, sich solidarisch mit Ihren Kollegen zu zeigen, in der Versorgung zu bleiben und zu versuchen, die Corona-Pandemie gemeinsam einzudämmen. Wir danken Ihnen dafür sehr herzlich.


Bleiben Sie gesund!


Mark Barjenbruch
Vorsitzender

 

Dr. Jörg Berling

stellv. Vorsitzender


Die folgenden Maßnahmen dienen dem verbesserten Infektionsschutz von Risikogruppen und medizinischen Personal in der derzeitigen dynamischen Situation. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Trennung von Patientenströmen.

 

Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist das Vorhandensein und die korrekte Anwendung von persönlicher Schutzausrüstung und die Durchführung der angemessenen Hygienemaßnahmen. Wir verweisen dazu auf die Vorgaben des RKI

 

Leider müssen wir darauf hinweisen, dass derzeit weiterhin nur sehr eingeschränkt persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung stehen.

Hinweise für Hausärzte (Allgemeinmediziner und hausärztliche Internisten) und Kinder/Jugendärzte​
  1. Es erfolgt in den o.g. Praxen eine zeitliche Trennung der Versorgung von Patienten mit akuten infektiösen Atemwegserkrankungen in einer Infektionssprechstunde (z. B. nachmittags) und allen anderen Patienten (z. B. Vormittagssprechstunde). Entsprechende Sprechstunden müssen vorgehalten werden.

  2. Auch für andere Arztgruppen als die oben genannten wird eine zeitliche Trennung der Versorgung von Patienten mit akuten infektiösen Atemwegserkrankungen ebenfalls in separaten Infektionssprechstunden dringend empfohlen (beispielsweise HNO, Augenärzte und MKG).

  3. Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen nicht außerhalb der Infektionssprechstunde in der Praxis erscheinen. Kontakte sollten auch abgesehen davon soweit möglich telefonisch oder auf andere Weise indirekt erfolgen. (siehe hierzu Aussetzung der Obergrenze von 20% für Videosprechstunden für Quartal II/2020)

  4. Die Möglichkeit zur telefonischen Statuserhebung und Krankschreibung von leichten Fällen ohne COVID-19-Verdacht besteht zunächst weiterhin (derzeit Begrenzung der Maßnahme auf vier Wochen).

  5. Abstriche für die Testung auf COVID-19 erfolgen auch in der jeweiligen Hausarzt/Kinderarztpraxis.

  6. Patienten in häuslicher Quarantäne werden angewiesen, sich bei Verschlechterung ihres klinischen Zustands sofort mit ihrem Hausarzt in Verbindung zu setzen. Dieser entscheidet über die Notwendigkeit eines Hausbesuchs.

  7. Komplexer erkrankte Patienten mit akuten infektiösen Atemwegserkrankungen/ COVID-19-Patienten bzw -Verdachtsfälle ohne eindeutige Indikation zur sofortigen stationären Einweisung werden nach telefonischer Anmeldung an die Infektionssprechstunde eines Pulmologen überwiesen. Für COVID-19-Patienten unter Quarantäne muss dies vorher mit dem regionalen Gesundheitsamt abgestimmt werden.

  8. Um die ambulante ärztliche Versorgung der Bevölkerung in der derzeitigen dynamischen Lage aufrecht zu erhalten, empfehlen wir für alle Arztpraxen (einschließlich Facharztpraxen - schnellere Übernahme sonstiger fachspezifischer Erkrankungen zur Entlastung von Hausarztpraxen), Urlaub innerhalb der nächsten acht Wochen zu überdenken.

Hinweise für Fachärzte für Pulmologie
  1. Pulmologen sollen ebenfalls zeitlich getrennte Infektionssprechstunden für Patienten mit akuten infektiösen Atemwegserkrankungen /COVID-19-Patienten vorhalten.

  2. Hausärzte überweisen ihnen in diese Infektionssprechstunden komplexer erkrankte Patienten mit akuten infektiösen Atemwegserkrankungen/ COVID-19-Patienten bzw -Verdachtsfälle ohne eindeutige Indikation zur sofortigen stationären Einweisung. Der Pulmologe führt ggf. weiter erforderliche Diagnostik durch und entscheidet über den weiteren Verlauf (ambulante oder stationäre Behandlung). Dadurch Vermeidung der Überweisung an radiologische Praxen mit Vermischung von Patientenströmen.

Siehe auch das Ablaufschema für Pulmologen

Versorgung von Alten- und Pflegeheimen und vergleichbaren Einrichtungen

Aufgrund der hohen Anzahl an Risikopatienten in diesen Einrichtungen empfehlen wir die Unterstützung der zugeordneten Hausärzte z. B. durch Bündelung der Betreuung aller Bewohner einer Einrichtung durch nur einen Hausarzt oder ein entsprechendes Kernteam (Ressourcenschonung und Vermeidung von Sekundärkontakten).

Andere Fachärzte (als Hausärzte und Pulmologen)​
  • Auch andere Fachärzte sollten zeitlich getrennte Infektionssprechstunden für Patienten mit akuten infektiösen Atemwegserkrankungen /COVID-19-Patienten vorhalten.
  • Wenn möglich sollte eine schnelle Terminvergabe ermöglicht werden, um Hausärzte von der Behandlung von Patienten ohne Atemwegserkrankungen zu entlasten

 

Siehe auch das Ablaufschema für Fachärzte

Anstellung von Medizinstudenten

Nach Empfehlung der Deutschen Hochschulmedizin und nach Wunsch des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur soll angesichts der dynamischen Entwicklung des Corona-Pandemiegeschehens eine Einbindung der Medizinstudierenden in die medizinische Versorgung im erforderlichen Umfang erfolgen.

 

Über eine kürzlich gegründete Initiative - "Medizinstudierende im Kampf gegen COVID-19" (https://www.medis-vs-covid19.de/) - und die Plattform "Match4healthcare" soll eine Verteilung der Ressourcen nach Bedarf auf bundesweiter Ebene in Zusammenarbeit mit den Fachschaften und der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd) erfolgen. Über die App und Website "match4healthcare" werden in der nächsten Zeit die Medizinstudierenden, die sich als freiwillige Helfende zur Verfügung stellen wollen, registriert. Mittels eines automatischen Matchingalgorithmus wird das Angebot der Helfenden mit dem Bedarf der Hilfesuchenden abgeglichen. Dadurch wird eine schnelle, einfache und direkte Vermittlung geschaffen. Sie finden diese unter www.match4healthcare.eu Hier können Sie sich als Praxis dann über eine eigene Maske registrieren und Ihren Bedarf angeben.

 

Sollten Sie über die Plattform akuten Bedarf an Medizinstudierenden haben, können Sie sich nach folgender Aufteilung der Landkreise direkt an die Fachschaften unter unten stehenden Adressen wenden. Wir versuchen, Ihnen über die uns zur Verfügung stehenden Kanäle zu helfen. Hierzu geben Sie bitte bei Kontaktaufnahme die Anzahl der benötigten Personen, Anforderungen an die Person, Aufgaben, Ansprechpartner*in vor Ort mit Email und Telefonnummer, vertragliche Rahmenbedingungen und ggf. Übernachtungsmöglichkeit und Anrechenbarkeit als Famulatur/ Pflegepraktikum an.

 

Empfehlungen zur vertraglichen Regelung der Studierenden-Aushilfen können Sie der Seite der Deutschen Hochschulmedizin unter https://medizinische-fakultaeten.de/medien/presse/information-aus-aktuellem-anlass/ entnehmen.

 

Aufteilung der Landkreise:

 

Für die Landkreise Aurich, Bremerhaven, Cloppenburg, Diepholz, Emsland, Friesland, Grafschaft Bentheim, Leer, Oldenburg, Osnabrück, Vechta und Wittmund sowie die Städte Bremen, Delmenhorst, Emden und Osnabrück steht die Fachschaft Oldenburg zur Verfügung.

 

Die Region Hannover, Celle, Nienburg, Verden, Osterholz, Cuxhaven, Heidekreis, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Harburg, Rotenburg und Stade werden von dem AStA der Medizinischen Hochschule Hannover betreut. Achtung: Für den Landkreis "Region Hannover" wenden Sie sich bitte mit allen Anfragen bis inklusive 31. März an den AStA der MHH, da schon ein Pool mit hilfsbereiten Personen aufgebaut wurde, auf den wir kurzfristig zugreifen können. Ab dem 1. April können die Anfragen dann über die Website gestellt werden.

 

Für die Regionen Braunschweig, Gifhorn, Göttingen, Goslar, Hameln-Pyrmont, Helmstedt, Hildesheim, Holzminden, Northeim, Peine, Schaumburg, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg ist die Fachschaft Göttingen zuständig.

 

Wir werden Ihnen auch nach Freischaltung der Website weiterhin als Ansprechpartner gemäß der Aufteilung der Landkreise zur Seite stehen, damit möglich Fragen und Probleme kurzfristig gelöst werden können. Zögern Sie deshalb bitte nicht, uns zu kontaktieren. Das Engagement unter der Studierendenschaft ist groß!

 

Fachschaft Medizin Göttingen corona@um-goe.de

AStA Medizin Hannover corona@mhh-asta.de

Fachschaft Medizin Oldenburg coronahilfe.medizin@uni-oldenburg.de

Ablaufschemata

 

Für Ihren immensen Einsatz möchten wir Ihnen sehr herzlich danken und Sie bitten, auch in den nächsten aufreibenden Wochen und Monaten weiter für die Versorgung zur Verfügung zu stehen.

Optionales Modul Infektionspraxen​

Die folgenden Maßnahmen dienen dem verbesserten Infektionsschutz von Risikogruppen und medizinischen Personal in der derzeitigen dynamischen Situation. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist weiterhin die Trennung von Patientenströmen.

 

Im weiteren Verlauf der Pandemie rechnen wir damit, dass alle Praxen eine Infektionssprechstunde anbieten müssen. Es bestehen aber keine Bedenken, wenn sich Haus-, Kinder- und HNO-Ärzte sowie Pulmologen auf lokaler Ebene abstimmen, um temporär regionale Infektionssprechstunden in einer oder in wechselnden Arztpraxen anzubieten. 

 

Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist das Vorhandensein und die korrekte Anwendung von persönlicher Schutzausrüstung und die Durchführung der angemessenen Hygienemaßnahmen. Wir verweisen dazu auf die Vorgaben des RKI

Triagierung von Patienten mit akutem infektiösem Atemwegsinfekt durch den Hausarzt

  1. Die Triagierung der Patienten zur passenden Behandlung bleibt in der Verantwortung des jeweiligen Hausarztes.
  2. Patienten mit akutem infektiösem Atemwegsinfekt müssen sich telefonisch bei ihrem Hausarzt melden. Dieser stellt durch eine ausführliche Befragung fest, in welchen Behandlungszweig der Patient geleitet wird.
  3. Wenn der Patient einer stationären Behandlung bedarf, erfolgt nach telefonischer Rücksprache mit dem Krankenhaus durch den Hausarzt die stationäre Einweisung. Dies ist notwendig, um Zeitverzögerungen in der Einleitung einer indizierten stationären Behandlung z.B. durch eine Vorstellung des Patienten in einer der lokalen Diagnostik- und Behandlungseinheiten zu vermeiden.
  4. Wenn der Patient an einem akuten infektiösen Atemwegsinfekt leidet und keiner stationären Behandlung bedarf, sollte ein Termin in der lokalen Diagnostik- und Behandlungseinheit ("Infektionspraxis") vereinbart werden. Dieser werden zusätzlich alle relevanten Befunde des Patienten sowie Informationen über die aktuelle Medikation und Allergien übermittelt.

 

Behandlung von Patienten mit akutem infektiösem Atemwegsinfekt in der lokalen Diagnostik- und Behandlungseinheit ("Infektionspraxis") - Ermöglichung regionaler Absprachen der Praxen zur koordinierten Versorgung

  1. Patienten sollten die Einheit nur nach Anmeldung durch ihren Hausarzt aufsuchen.
  2. Der Arzt der Infektionspraxis entscheidet basierend auf dem RKI-Flussschema über die Indikation für Abstriche/Testung auf COVID-19 und ggf über die weitere notwendige Diagnostik. Er ist verantwortlich für die Meldungen an das lokale Gesundheitsamt bei begründeten Verdachtsfällen/bestätigter COVID-19-Erkrankung.
  3. Für nicht mobile Patienten und solche mit bestätigter COVID-19-Erkrankung, die nicht stationär aufgenommen werden und vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wurden, muss zusätzlich zu den o.g. Sprechstunden eine Hausbesuchsmöglichkeit vorgehalten werden. Der Arzt hält regelmäßigen telefonischen Kontakt mit den Patienten in Quarantäne und den nicht mobilen Patienten. Diese werden zusätzlich angewiesen, sich bei gesundheitlicher Verschlechterung mit ihm in Verbindung zu setzen. Der Arzt entscheidet aufgrund eingehender Befragung in diesen Fällen, ob ein Hausbesuch aus medizinischen Gründen erforderlich ist und führt diesen durch. Die Möglichkeit zur Ausstellung von z.B. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nach rein telefonischem Kontakt und Versand an den Patienten per Post besteht wie bei anderen Ärzten auch.
  4. Falls ein Patient stationär eingewiesen werden muss, erfolgt dies nach telefonischer Rücksprache mit dem Krankenhaus durch den Arzt. Alle relevanten Befunde sind zu übermitteln.

 

Siehe auch das Ablaufschema für Infektionspraxen

Was ist eine Infektionspraxis? ​

Definition

Einzelner Vertragsarzt oder Zusammenschluss von Vertragsärzten (Hausärzte, Kinderärzte, Lungenfachärzte und ggf. ergänzend HNO-Ärzte - einzeln oder in beliebiger Kombination) zur Diagnostik und Behandlung von Patienten mit akuten infektiösen Atemwegsinfekten zur Entlastung und Freihaltung der umliegenden Praxen.

 

Ort der Leistungserbringung

Der Ort der Leistungserbringung wird von der Infektionspraxis festgelegt (z. B. Praxis eines Teilnehmers, zusätzlich angemietete Räume, Container oder ähnliches), wobei der Ort für die Erbringung ärztlicher Leistungen geeignet sein muss. Die Räumlichkeiten von Bereitschaftsdienstpraxen stehen für Infektionspraxen nicht zur Verfügung.

 

Umfang der Sprechstunden

Dies wird von den teilnehmenden Ärzten festgelegt. Der Umfang sollte dem lokalen Bedarf angemessen sein, soweit leistbar.

 

Anerkennung

Die Bezirksstelle prüft, ob die jeweilige Praxis oben genannte Mindestvoraussetzungen erfüllt und bestätigt ggf. formlos.

 

Ausstattung mit Schutzausrüstung

Die Ausstattung erfolgt gemäß Vorstandsbeschluss vom 25. März 2020 im definierten Umfang. Bei weniger als vollem Wochenumfang der Sprechstunden erfolgt ggf. eine Reduktion der zugeteilten Schutzausrüstungen.

 

Nicht ärztliche Mitarbeiter

Die Infektionspraxis stellt sicher, dass die erforderlichen Personalressourcen vorhanden sind. Es erfolgt keine Mitarbeitergestellung seitens der KVN.

 

Hygienemaßnahmen

Die erforderlichen Hygienemaßnahmen sind einzuhalten (Link zu RKI-Empfehlungen). Entsprechend angepasste Desinfektions-/Reinigungspläne müssen vorgehalten werden.

 

Überweisungsverfahren

Infektionspraxen werden -sofern es sich nicht um eigene Patienten der beteiligten Ärzte handelt- ausschließlich auf Überweisung tätig. Zur Abrechnung werden demgemäß Überweisungsscheine - keine Vertreterscheine - genutzt. Überweisungen von umliegenden Hausärzten zu einem Hausarzt in die Infektionspraxis sind zulässig.

 

Abrechnung

Jeder Arzt der Infektionspraxis rechnet die in der Praxis erbrachten Leistungen unter seiner regulären BSNR/LANR nach den regulären Vorgaben des EBM als kurativ-ambulanter Fall (kein organisierter Bereitschaftsdienst) ab. Es erfolgt keine separate oder eigenständige Abrechnung durch die Infektionspraxis. Die Fälle sind mit der GOP 88240 zu kennzeichnen.

 

Vertretung

Lässt sich ein Arzt der Infektionspraxis im Einzelfall vertreten, rechnet der Vertreter über den vertretenen Arzt ab.


FAQs zu wichtigen Themen

1 neue FAQ am 3. April 2020, 4 Änderungen am 3. April 2020

1 Änderung am 3. April 2020

2 Änderungen am 3. April 2020

3 neue FAQ am 3. April 2020, 5 Änderungen am 3. April 2020

1 neue FAQ am 6. April 2020, 2 Änderungen am 6. April 2020

Arbeitsrechtliche Fragestellungen

Wo finde ich Hinweise zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen hier bereit.

 

Grundsätzlich können auch niedergelassene Ärzte als Arbeitgeber Kurzarbeit einführen. Voraussetzung ist, dass mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mindestens zehn Prozent haben. Der Entgeltausfall muss individuell vereinbart werden (einschlägige Tarifverträge für MFA beinhalten keine Regelung, nach der der Arbeitgeber Kurzarbeit einseitig einführen könnte). Weitere Informationen

 

Es wird behauptet,  dass Arbeitgeber ihren Angestellten eine bezahlte Freistellung für einige Tage ermöglichen müssen, wenn dies infolge der Schulschließungen zur Kinderbetreuung erforderlich ist. In den meisten Fällen trifft dies nicht zu: es gibt zwar eine entsprechende gesetzliche Regelung (§ 616 BGB), die jedoch in den meisten Arbeitsverträgen und Tarifverträgen ausgeschlossen ist (auch im Mantel-TV für MFA, § 17 Abs. 3 MTV - hier). Das ist zulässig. Weitere Informationen bei der Bundesärztekammer


Pressemitteilungen

 

Wichtige Links

 

 

Corona-Tipps von Kollege zu Kollege

 

Für den Inhalt der übermittelten Tipps wird von der KVN keine Verantwortung und Haftung übernommen.

A und B Team bilden

Seit rund zehn Tagen habe ich in unserer Praxisgemeinschaft ein A und ein B-Team gebildet, das strikt getrennt arbeitet. Sollte ein Mitglied des A- oder B-Teams selbst infiziert werden, könnte somit das andere Team noch weiter arbeiten. Auch  die Patienten werden in mindestens zwei Gruppen aufgeteilt.  So hoffe ich, die Funktionsfähigkeit unseres Praxisstandortes länger aufrechterhalten zu können. Patienten mit Infektionen werden in beiden Teams natürlich, wie von der KVN schon vorgeschlagen, in gesonderten Sprechstunden behandelt.

 

Dr. Detlef Risch, Facharzt für Allgemeinmedizin, Worpswede

Nähanleitung für Behelf-Mund-Nasen-Schutz​

Der Deutsche Hausärzteverband - Landesverband Niedersachsen e. V. hat eine Nähanleitung für Behelf-Mund-Nasen-Schutz ins Netz gestellt.

Krankenhauseinweisung bei folgenden Parametern

In unseren Hausarztqualitätszirkel ist kommuniziert worden, dass bei folgenden Parametern eine Krankenhauseinweisung sinnvoll ist:

 

  • AF> 25/min
  • RR<90/60mmHg
  • Sp02 < 92%
  • Vigilanzminderung, Konfusion

 

Der RTW und das Krankenhaus sollen direkt informiert werden, wenn es sich um einen COVID-19 Patienten handelt, um die Vorlaufzeit  zu nutzen.

 

Doris Waller, Ärztin für Allgemeinmedizin, Stade