Gemeinsame Empfehlung Ressourcenschonung NLGA und KVN

Coronavirus

Gemeinsame Empfehlung von NLGA und KVN zum ressourcenschonenden Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) im ambulanten Bereich in Niedersachsen im Rahmen der Behandlung von COVID-19-Verdachtsfällen/bestätigten Fällen

 

Unterschieden wird in den u. g. Empfehlungen zwischen Arztpraxen/Bereitschaftsdienstpraxen, stationären zentralen Abstricheinrichtungen, mobilen zentralen Abstricheinrichtungen und drive-in-Abstricheinrichtungen.

 

Die Vorgaben zur Händehygiene laut WHO sind zu beachten [https://www.aktion-sauberehaende.de/ash/module/ambulante-medizin/5-indikationen/]. Wir verweisen außerdem auf die Empfehlungen zum korrekten Anlegen von Schutzausrüstungen, insbesondere dem korrekten Anlegen von Mund-Nasen-Schutz-Masken und FFP2-Masken [https://www.nlga.niedersachsen.de/download/153176].

Arztpraxis/Bereitschaftsdienstpraxis​
  1. Einrichten von gesonderten Infektionssprechstunden für Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen, die zeitlich getrennt zu den üblichen Sprechstunden stattfinden.
  2. In diesen Infektionssprechstunden soll der Arzt Schutzkittel, Brille, FFP2-Maske (ggf. falls nicht mehr erhältlich einen dichtanliegenden, mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz) und unsterile Handschuhe anlegen. Vor dem Anziehen und nach dem Ausziehen der Handschuhe ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen. Nach jedem Patienten muss ein Wechsel der Handschuhe und aller sichtbar kontaminierten Teilen der PSA erfolgen. Bis auf die Handschuhe werden nicht kontaminierte Teile der PSA ansonsten so lange getragen, wie es der Hersteller vorsieht bzw. der Arbeitsschutz zulässt.
  3. Der Abstand zum Patienten soll wann immer möglich mindestens 1-2m betragen. Nähere Kontakte z. B. während des Abstrichs oder bei körperlicher Untersuchung, sind so kurz wie möglich halten.
  4. Hilfspersonal soll nur in unabdingbaren Fällen mit den Patienten in Kontakt kommen und dabei möglichst einen Mindestabstand von 1-2m einhalten. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden muss das Hilfspersonal ebenfalls eine PSA entsprechend der Vorgaben für den Arzt tragen und diese auch entsprechend wechseln (siehe 1)b.).
  5. Nach jedem Patienten Lüften des Untersuchungszimmers und Aufbereitung des Raumes entsprechend Hygieneplan. Im Fall einer Kontamination (z. B. bei Erbrechen nach heftigen Würgreiz bei einer Abstrichentnahme) ist eine sofortige Desinfektion durchzuführen.
  6. Bei Hausbesuchen von bestätigten COVID-19-Fällen Tragen der o. g. Schutzausrüstung, die vor Betreten der Patientenwohnung angelegt wird. Der Schutzkittel kann am Ende des Besuchs in einem Vorraum der Patientenwohnung deponiert und beim nächsten Besuch wiederverwendet werden (bei bekannter Infektion mit multiresistenten Keimen ist hiervon abzusehen). Handschuhe und FFP2-Maske sollten jeweils gewechselt werden. Der Patient soll alle Räume vor dem Eintreffen des Arztes gründlich lüften. Auch während des Besuchs sollen die Fenster offenbleiben. Abstand von mindestens 1-2m zum Patienten einhalten soweit möglich. Hygienische Händedesinfektion vor dem Anlegen und nach dem Ausziehen der Handschuhe.
Stationäre zentrale Abstricheinrichtung​
  1. Vor dem Kontakt mit dem Patienten soll der Arzt Schutzkittel, Brille, FFP2-Maske (ggf. falls nicht mehr erhältlich einen dichtanliegenden, mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz) und unsterile Handschuhe anlegen. Nach jedem Patienten erfolgt ein Wechsel von Handschuhen und sichtbar kontaminierten Teilen der PSA. Bis auf die Handschuhe werden nicht kontaminierte Teile der PSA ansonsten so lange getragen, wie es der Hersteller vorsieht bzw. der Arbeitsschutz zulässt. Zwischen dem Wechsel der Handschuhe ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
  2. Der Abstand zum Patienten soll wann immer möglich mindestens 1-2m betragen. Nähere Kontakte z. B. während des Abstrichs oder bei körperlicher Untersuchung, so kurz wie möglich halten.
  3. Hilfspersonal soll nur in unabdingbaren Fällen mit den Patienten in Kontakt kommen und dabei möglichst einen Mindestabstand von 1-2m einhalten. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden muss das Hilfspersonal ebenfalls eine PSA entsprechend der Vorgaben für den Arzt tragen und diese auch entsprechend wechseln (siehe 2)a.).
  4. Nach jedem Patienten Lüften des Untersuchungszimmers und Aufbereitung des Raumes entsprechend Hygieneplan. Im Fall einer Kontamination (z. B. bei Erbrechen nach heftigen Würgreiz bei einer Abstrichentnahme) ist eine sofortige Desinfektion durchzuführen.
Mobile zentrale Abstricheinrichtung​
  1. Vor dem Kontakt mit dem Patienten soll der Arzt Schutzkittel, Brille, FFP2-Maske (ggf. falls nicht mehr erhältlich einen dichtanliegenden, mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz) und unsterile Handschuhe anlegen. Vor dem Anziehen und nach dem Ausziehen der Handschuhe ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen. Nach jedem Patienten muss ein Wechsel der Handschuhe und aller sichtbar kontaminierten Teilen der PSA erfolgen. Bis auf die Handschuhe werden nicht kontaminierte Teile der PSA ansonsten so lange getragen, wie es der Hersteller vorsieht bzw. der Arbeitsschutz zulässt.
  2. Der Abstand zum Patienten soll wann immer möglich mindestens 1-2m betragen. Nähere Kontakte z. B. während des Abstrichs oder bei körperlicher Untersuchung, so kurz wie möglich halten. Das Betreten der Wohnung des Patienten ist soweit möglich zu vermeiden, falls möglich sollen Abstrichentnahme und Inaugenscheinnahme des Patienten an der Wohnungstür erfolgen.
  3. Hilfspersonal soll nur in unabdingbaren Fällen mit den Patienten in Kontakt kommen und dabei möglichst einen Mindestabstand von 1-2m einhalten. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden muss das Hilfspersonal ebenfalls eine PSA entsprechend der Vorgaben für den Arzt tragen und diese auch entsprechend wechseln (siehe 3)a.).
Drive-in-Abstricheinrichtung​
  1. Vor dem Kontakt mit dem Patienten soll der Arzt Schutzkittel, Brille, FFP2-Maske (ggf. falls nicht mehr erhältlich einen dichtanliegenden, mehrlagigen Mund-Nase-Schutz) und unsterile Handschuhe anlegen. Ein direkter Kontakt mit dem Patienten ist soweit möglich zu vermeiden. Nach jedem Patienten Wechsel aller sichtbar kontaminierten Teilen der PSA. Wenn kein direkter Kontakt mit dem Patienten erfolgte, werden alle nicht kontaminierten Teile der PSA inklusive der Handschuhe so lange getragen, wie es der Hersteller vorsieht bzw. der Arbeitsschutz zulässt. Vor dem Anziehen und nach dem Ausziehen der Handschuhe ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
  2. Der Abstand zum Patienten soll wann immer möglich mindestens 1-2m betragen. Nähere Kontakte z. B. während des Abstrichs oder bei einer ggf. erforderlichen körperlichen Untersuchung, sind so kurz wie möglich zu halten. Die Abstrichentnahme und Inaugenscheinnahme des Patienten sollen soweit möglich am im Auto sitzenden Patienten durch das geöffnete Fenster erfolgen. Der Patient soll während der Wartezeit auf die Abstrichentnahme die Autofenster offenlassen und diese erst nach Abstrichentnahme wieder schließen.
  3. Hilfspersonal soll nur in unabdingbaren Fällen mit den Patienten in Kontakt kommen und dabei möglichst einen Mindestabstand von 1-2m einhalten. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden muss das Hilfspersonal ebenfalls eine PSA entsprechend der Vorgaben für den Arzt tragen und diese auch entsprechend wechseln (siehe 4)a.).