Information zum Coronavirus (SARS-CoV2 COVID 19)

Coronavirus

Grundlegendes zur Testung von Patienten und zu den Praxisabläufen

Änderung: Wie gehe ich vor, wenn ein Patient in der Praxis anruft, weil er möglicherweise mit COVID-19 infiziert sein könnte?​

Zunächst sollte telefonisch geklärt werden, ob es sich um einen Patienten mit Symptomen einer möglichen COVID-19-Erkrankung handelt, siehe RKI-Flussschema.

Wenn bei einem symptomatischen Patienten eine Testung auf SARS-CoV-2 aus Ihrer Sicht indiziert ist, können Sie den erforderlichen Abstrich selbst in der Praxis vornehmen. Bitte beachten Sie die Vorgaben des RKI zur Abstrichentnahme und den erforderlichen Hygienemaßnahmen (insbesondere Abschnitt C) sowie den Hinweise zu erweiterten Hygienemaßnahmen.

 

Gegebenenfalls können Sie den Patienten auch in einer lokalen Infektionspraxis anmelden, bitte sprechen Sie hierzu das Vorgehen mit der konkreten Praxis ab. Nähere Informationen zu den Infektionspraxen erhalten Sie im KVN-Portal.

 

Bitte beachten Sie auch die gesetzlichen Meldepflichten, die Sie dem oben verlinkten RKI-Flussschema entnehmen können. Weitere Informationen dazu finden sich hier. Für Fragen zu möglicherweise notwendigen Isolierungsmaßnahmen u. ä. wenden Sie sich bitte an ihr lokales Gesundheitsamt.

 

 

Falls bei dem Patienten keine Symptome bestehen, kann in bestimmten Fällen trotzdem eine Testung auf SARS-CoV-2 indiziert sein. Diese betrifft z. B. Nutzer der Corona-Warn-App mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ oder Rückkehrer aus dem Ausland innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise in Deutschland. Eine Übersicht zum Vorgehen in diesen Fällen finden Sie hier.

Wie verhalte ich mich, wenn Nutzer der Corona-Warn-App mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ meine Praxis kontaktieren? ​

Orientieren Sie sich in diesem Fall am Merkblatt des RKI. Falls Sie Fragen zu ggf. notwendigen Maßnahmen in einem konkreten Fall haben, wenden Sie sich bitte an Ihr lokales Gesundheitsamt. Dies entscheidet auch, ob im konkreten Fall eine häusliche Quarantäne indiziert ist und ordnet diese ggf. an.

Besteht nach der Aufnahme der Ziffer 02402 in den EBM eine Möglichkeit, die Leistung in der Arztpraxis zu verweigern?​

Nach der Aufnahme der Ziffer 02402 in den EBM ist der Arzt aufgrund seiner Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung grds. verpflichtet, die Abstrichentnahme für Untersuchungen nach der Ziffer 32811 EBM durchzuführen. Von einer tatsächlichen Durchführung kann nicht ausgegangen werden, wenn die Abstrichentnahme nur sehr selten in großen Abständen zu bestimmten Zeiten angeboten wird.

 

Ausnahmen können sich gem. § 13 Abs. 7 BMV-Ä – wie bei anderen Behandlungen auch - nur bei einem gestörten Vertrauensverhältnis oder einer Überlastungssituation der Praxis ergeben.

 

Als zu Beginn der Corona-Pandemie nicht genug Schutzausrüstung zur Verfügung stand, hat die KVN die Auffassung vertreten, dass aufgrund der nicht zur Verfügung stehenden Schutzkleidung die Behandlung abgelehnt werden darf, da ein begründeter Fall für eine Behandlungsablehnung im Sinne von § 13 Absatz 7 S. 2 BMV-Ä anzunehmen war. Mittlerweile steht jedoch genug Schutzausrüstung zur Verfügung. Durch die Schutzausrüstung können sich auch Angehörige von Risikogruppen ausreichend schützen, sodass auch diese die Behandlung nicht mehr gem. § 13 Abs. 7 S. 2 BMV-Ä ablehnen dürfen.

Wie erkenne ich, ob es sich im konkreten Fall um einen Verdachtsfall von COVID-19 handelt?

Orientieren Sie sich dazu strikt an dem Flussschema des RKI zur Identifizierung und Abklärung  von Verdachtsfällen.

Welche Patienten sollen getestet werden?

Orientieren Sie sich dazu strikt an dem Flussschema des RKI zur Identifizierung und Abklärung  von Verdachtsfällen. Zur Zuständigkeit bei den Abstrichen von asymptomatischen Personen beachten Sie bitte die entsprechende Übersicht der KVN .

Sollen Patienten getestet werden, auch wenn keine Symptome vorliegen?

Eine Übersicht über die derzeit bestehenden Möglichkeiten zur Testung asymptomatischer Personen zu Lasten der GKV findet sich hier.

Was mache ich, wenn ich bei mir oder meinen Mitarbeiter/innen einen Testabstrich für nötig halte?

Sie können diese Abstriche selbst durchführen und über Ihr übliches Labor auswerten lassen. Bitte beachten Sie zusätzlich die gesetzlichen Meldepflichten, die z. B. für bestimmte Verdachtsfälle entsprechend RKI-Schema bereits vor Vorliegen des Testergebnisses gelten.

Wie melde ich positiv getestete Patienten? Muss ich auch Verdachtsfälle melden?​

Ärzte sind verpflichtet, alle begründeten Verdachts-​, Krankheits-​ und Todesfälle im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2-Virus dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden. Orientieren Sie sich zur Meldung von Verdachtsfällen an dem Flussschema des RKI zur Identifizierung und Abklärung von Verdachtsfällen. Weitere Informationen zur Meldung von Verdachtsfällen finden sich hier.

Alle Meldungen - inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person - müssen innerhalb von 24 Stunden über ein einheitliches Formular erfolgen. Sie können das Formular hier aufrufen.

Was muss ich tun, wenn ein Patient den Test auf SARS-CoV-2 ablehnt, obwohl bei ihm ein dringender Verdacht vorliegt?

Wir empfehlen, dem Gesundheitsamt den sich weigernden Patienten als Verdachtsfall zu melden, wenn aus ärztlicher Sicht ein Test auf Covid-19 medizinisch notwendig ist und eine entsprechende Indikation vorliegt (vgl. Flussschema des RKI). Dies dürfte jedenfalls bei Vorliegen der typischen Corona-Symptomatik (wie Geruchs- oder Geschmacksstörungen, Fieber, Husten oder Halsschmerzen) wohl der Fall sein. Das Gesundheitsamt entscheidet dann über weitere Maßnahmen und kann eine krankheitsverdächtige Person bspw. auch zur Durchführung eines Tests verpflichten.

Ist eine fachgruppengleiche Überweisung möglich, wenn ich einen Patienten in eine Infektionspraxis schicken will? ​

Ja, eine solche Überweisung ist in dieser Konstellation möglich. Eine Liste der Infektionspraxen finden Sie im Portal der KVN.

Welche Personen haben ein höheres Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf?​

Informationen und Hilfestellungen zu dieser Frage finden sich hier.

Kann ich meine Sprechstunden reduzieren, wenn jetzt mehrere Mitarbeiterinnen nicht mehr zur Arbeit kommen können?

Nein. Der gesetzliche Versorgungsauftrag über mindestens 25 Sprechstunden pro Woche gilt weiterhin. Über Änderungen werden wir Sie ggf. informieren.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte ich als Ergo- oder Physiotherapeut/in treffen?

Die KVN kann leider nur Informationen für niedergelassene Ärzte/Ärztinnen und Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen und ihre Praxen bereitstellen. Bitte wenden Sie sich für allgemeine Informationen an Ihren Berufsverband oder rufen sie die Informationsseiten des RKI auf. Falls Sie im Einzelfall spezielle Fragen zur Behandlung von konkreten Patienten haben, kontaktieren Sie bitte denjenigen, der die Heilmittelverordnung ausgestellt hat.

Was muss ich beachten, wenn ich einen COVID-19-Patienten ins Krankenhaus einweisen oder einen Verdachtsfall zu einem anderen Vertragsarzt überweisen will?

Es ist unbedingt erforderlich, diese Patienten im Krankenhaus oder bei dem niedergelassenen Arzt telefonisch anzukündigen und das notwendige Prozedere abzusprechen. Dies dient unter anderem dem Schutz des dort tätigen Personals und der anderen Patienten.

Die Verordnung des Landes NDS. sieht ein Verbot von Ansammlungen von mehr als 10 Personen im öffentlichen Raum vor. Gilt das auch für das Wartezimmer in der Praxis? ​ ​

Nein, diese Regelung gilt nicht für Wartezimmer von Arztpraxen, da es sich bei diesen nicht um "öffentlichen Raum" handelt. Abgesehen davon ist nach der Verordnung die Inanspruchnahme ambulanter medizinischer Versorgungsleistungen (Arztbesuche) weiterhin zulässig. Anders als für andere Einrichtungen enthält die Verordnung für Arztpraxen keine Regelungen für einen sicherzustellenden Mindestabstand oder eine Beschränkung von Personen pro Quadratmetern.

 

Aus medizinischen Gründen ist es allerdings unabhängig von der Allgemeinverfügung empfehlenswert - wo immer möglich - einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen einzuhalten.

 

Patienten, die möglicherweise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, sollten möglichst zeitlich und/oder örtlich getrennt von anderen Patienten warten (siehe dazu auch das Konzeptpapier der KVN zu gesonderten "Infektionssprechstunden"). Ziehen Sie auch die Möglichkeit von Videosprechstunden und telefonischen Beratungen in Betracht.

Sind Arztbesuche vor dem Hintergrund des "Kontaktverbots" weiterhin zulässig? Können geplante ambulante Operationen weiterhin stattfinden?​

Medizinische Behandlungen in Arztpraxen können seit dem 6. Mai 2020 wieder ohne Einschränkung in Anspruch genommen werden. So sind diese nicht mehr an eine besondere medizinische Dringlichkeit geknüpft.

Mein Praxisurlaub steht an, es stehen aber noch Ergebnisse von Abstrichen für meine Patienten aus. Wie soll ich mich verhalten?​

Sofern derjenige Behandler, der einen Covid-19-Test bei einem Patienten veranlasst hat, vor Vorliegen des Testergebnisses in den Urlaub geht, hat er gleichwohl sicherzustellen, dass die gesetzlichen Meldepflichten eingehalten werden und die ggf. erforderliche Behandlung des betroffenen Patienten gewährleistet wird.

 

Gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der feststellende Arzt zur Meldung an das zuständige Gesundheitsamt verpflichtet. Dabei sind sowohl der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung selbst als auch der Tod in Bezug auf die Infektion meldepflichtig. § 9 Abs. 3 IfSG schreibt vor, dass die namentliche Meldung an das Gesundheitsamt unverzüglich, spätestens innerhalb von 24 Stunden nach Kenntnis des Meldenden erfolgen muss. Gemäß § 1 der vom Bundesministerium für Gesundheit erlassenen Verordnung über die Ausdehnung der Meldepflicht nach § 6 Abs. 1 S. 1 Nr.1 und § 7 Abs. 1 S.1 IfSG(CoronaVMeldeV) ist dem Gesundheitsamt die Krankheit auch dann zu melden, wenn der Verdacht bereits gemeldet wurde. Ebenso ist mitzuteilen, wenn sich der Verdacht nicht bestätigt hat.

 

Auf die Empfehlungen des RKI zur Meldung von Verdachtsfällen wird verwiesen. Sofern der meldeverpflichtete Arzt während seiner Abwesenheit einen Vertreter einsetzt, muss dieser entsprechend informiert werden. Auch das Labor ist darüber zu unterrichten, an wen die Ergebnisse übermittelt werden sollen.

 

Alternativ muss der urlaubsabwesende Arzt die Erreichbarkeit für das Labor auch in seinem Urlaub sicherstellen und seinen Meldepflichten persönlich nachkommen. Wird die Meldepflicht verletzt, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro (vgl. § 73 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1a Nr. 1 IfSG).

Sind Kontrollabstriche erforderlich, bevor ein Patient aus der häuslichen Isolierung entlassen werden kann? ​

Wir verweisen auf die entsprechenden Vorgaben des RKI. PCR-Tests sind nicht für alle Personen ein Kriterium für die Entisolierung. U. a. sind diese aber für Patienten nach schwerem Verlauf (mit Sauerstoffbedürftigkeit) und Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen vorgesehen.

 

Es ist jedoch derzeit davon auszugehen, dass sich ein Patient mit nachgewiesener COVID-19-Erkrankung in durch das Gesundheitsamt angeordneter Isolierung befindet. Deshalb müssen ggf. die Vorgaben des Gesundheitsamtes zur Beendigung der Isolierung beachtet werden. Wir empfehlen ggf. die Rücksprache mit dem lokalen Gesundheitsamt.

 

Bitte beachten Sie, dass "Gesundabstriche", die nur zum Zweck der Beendigung einer behördlich angeordneten Isolationsmaßnahmen dienen, keine Kassenleistung sind. Auch das Ausstellen von Bescheinigungen für Behörden, die nur der Entlassung eines Patienten aus einer behördlich angeordneten Isolierungsmaßnahme dienen, stellt keine Kassenleistung dar.

 

Für die Beendigung einer behördlich angeordneten Isolierung von Mitarbeitern in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen existieren außerdem gesonderte Hinweise des NLGA.

Kann ich wegen der Infektionsgefahr vermehrt Videosprechstunden durchführen?

Ja. Das Niedersächsische Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) rufen alle niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte auf, verstärkt Videosprechstunden zu nutzen. Dazu ist das Verfahren der Videosprechstunde für Praxen vereinfacht worden. Ab sofort können alle Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten die Videosprechstunde nutzen, ohne dafür eine Genehmigung von der KVN zu erhalten. Dafür muss ein zertifizierter Videodienstanbieter ausgewählt werden. Viele Praxissoftwareanbieter haben diese Möglichkeit bereits in ihrer Software integriert.

Der Bewertungsausschuss hat abgesehen davon zum 1. April 2020 beschlossen, sowohl die Begrenzung der Behandlungsfälle auf 20 Prozent der per Videosprechstunde durchgeführten Behandlungsfälle je Vertragsarzt als auch die patientenübergreifende Obergrenze von 20 Prozent je Vertragsarzt für diejenigen Gebührenordnungspositionen, die im Rahmen einer Videosprechstunde bzw. Videofallkonferenz durchgeführt und berechnet werden dürfen aufzuheben. Die Aufhebung dieser Begrenzung ist zunächst bis zum 31. September 2020 befristet.

Können auch Psychotherapeuten vermehrt Video- und Telefonsprechstunden anbieten? ​

Diesbezüglich wurden auf Bundesebene Sonderregelungen beschlossen, die die psychotherapeutische Versorgung während der derzeitigen Situation erleichtern sollen.

Es handelt sich um die folgenden Sonderregelungen:

  • 20-Prozent-Obergrenzen bleiben ausgesetzt: betrifft behandlungsfall- und leistungsbezogene Begrenzungen bei der Durchführung der Videosprechstunde durch Ärzte und Psychotherapeuten
  • Psychotherapeutische Sprechstunden, probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie per Video in Ausnahmefällen möglich: Ausnahmefälle sind zum Beispiel, wenn ein Aufsuchen der Praxis dem Patienten nicht zumutbar ist
  • Gruppentherapie kann unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden: für je eine bewilligte Gruppensitzung (100 Min.) darf je eine Einzelsitzung durchgeführt werden (50 Min.), formlose Anzeige bei der Krankenkasse ist ausreichend
  • Sozialpsychiatrie: Videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie dürfen durch qualifizierte Mitarbeiter durchgeführt werden

Die Regelungen gelten bis 30. September 2020. Weitere Details finden Sie auf der Webseite der KBV.

Die Regelung zu den neuen Abrechnungsmöglichkeiten für telefonische Konsultationen wurde dagegen nicht verlängert. Die entsprechenden Gebührenordnungspositionen (01433 und weitere) sind seit dem 1. Juli 2020 also nicht mehr berechnungsfähig.

Gibt es derzeit Sonderregelungen für die Durchführung von Videosprechstunden im Rahmen der Substitutionstherapie?

Im Rahmen der Substitutionstherapie gilt derzeit Folgendes:


Das therapeutische Gespräch nach der GOP 01952 ist bis zu achtmal im Behandlungsfall berechnungsfähig und kann auch im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Dies gilt zunächst befristet bis zum 30. September 2020.


Seit dem 1. Juli 2020 ist die GOP 01952  dagegen bei telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt nicht mehr berechnungsfähig.

Können U-Untersuchungen von Kindern und andere Vorsorge/Früherkennungsleistungen in der derzeitigen Situation auch auf außerhalb der vorgegebenen Zeiträume verschoben werden?

Ab sofort können U-Untersuchungen ab der U6 auch bei Überschreitung der Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten durchgeführt und abgerechnet werden. Die Zeiträume für die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sind in der Kinder- Richtlinie geregelt und entsprechend im EBM festgelegt. Für die U6, U7, U7a, U8 und U9 werden diese festen Zeiträume bis zum 30. September 2020 ausgesetzt.

 

Das Einladungsverfahren zum Mammographie-Screening wurde nur bis zum 30. April 2020 ausgesetzt.

Gibt es auch eine Ausnahmeregelung für die DMP-Termine? ​

Die mit den gesetzlichen Krankenkassen in Niedersachsen bis zum 30. Juni 2020 abgestimmten befristeten Regelungen zur digitalen Durchführung von Schulungen und Abrechnung von Einzelschulungen wurden in Teilen bis zum 30. September 2020 verlängert.

Videosprechstunde

  • Patientenschulungen per Videoübertragung sind weiterhin möglich, wenn deren Durchführung zwingend medizinisch erforderlich ist und nach medizinischer Einschätzung des Arztes die Schulungen keinen Aufschub dulden.
  • Schulungen die per Videoübertragung durchgeführt werden, müssen entsprechend ihrer Curricula dafür geeignet sein.
  • Von den vertraglich vereinbarten Gruppengrößen kann abgewichen werden; Einzelschulungen sind, sofern vertraglich geregelt, weiterhin möglich.
  • Eine telefonische Beratung stellt keine Patientenschulung dar.
  • Mit den bereits vertraglich vereinbarten Vergütungen je Unterrichtseinheit sind alle Kosten Die zeitgleiche Abrechnung als eine Videosprechstunde (gem. Anlage 31b BMV-Ä) oder telefonische Beratung (EBM 01435) ist daher ausgeschlossen.
  • Der Schulungsnachweis ist auch bei einer per Videoübertragung durchgeführten Patientenschulung Voraussetzung für die Abrechnung. Auf die Unterschrift der Versicherten wird in diesen Fällen verzichtet. Der Schulungsarzt unterzeichnet den Schulungsnachweis an den Stellen, wo im Normalfall die Unterschrift der Versicherten vorgesehen ist und macht deutlich, dass die Unterzeichnung durch ihn aufgrund der Corona-Pandemie notwendig war.

Abrechnung von Einzelschulungen nach den DSP-Verträgen

  • Der bis zum 30. Juni 2020 ausgesetzte Abrechnungsdeckel bei der Vergütung greift seit dem 1. Juli 2020 wieder. Es gelten somit wieder die in den DSP-Verträgen enthalten Quotierungen.
Können auch Schmerztherapeuten vermehrt Videosprechstunden anbieten? ​

Der Bewertungsausschuss hat den Leistungsumfang im Rahmen von Videosprechstunden erweitert. Ab dem 1. April 2020 werden auch die Durchführung und Berechnung der Beratung und Erörterung und/oder Abklärung im Rahmen der Schmerztherapie gemäß der Gebührenordnungsposition 30708 im Rahmen einer gnurednÄVideosprechstunde ermöglicht. Den vollständigen Text der Änderung finden Sie in den Praxisnachrichten der KBV.

Muss ich in der Praxis eine Maske  tragen?

Die Niedersächsische Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen regelt demnach keine Pflicht, in Arztpraxen eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Regelungen, die schon vor der Einführung dieser Pflicht das Tragen einer Maske in einer Arztpraxis z. B. aus hygienischen oder medizinischen Gründen gefordert haben, gelten natürlich fort.

Kann ich als Arzt eine Maske in der Praxis vorschreiben?

Praxisinhaber haben ein sog. Hausrecht und können auf dessen Grundlage regeln, wie Patienten ihre Praxis betreten sollen. Deswegen können Vertragsärzte zu ihrem Schutz sowie zum Schutz der nicht mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in ihren Praxen fordern. Zu beachten ist dabei, dass es Ausnahmen für Personen geben sollte, die aufgrund von Vorerkrankungen das Tragen einer Maske nicht zumutbar ist. Außerdem sollte nicht eine bestimmte Maskenart gefordert werden, da möglicherweise nicht immer alle Maskenarten zur Verfügung stehen. Es sollte auf eine Mund-Nasen-Bedeckung i. S. einer textilen Barriere abgestellt werden.

Ist das ärztliche Attest über die Befreiung der Maskenpflicht eine Kassenleistung?

Nein, das Ausstellen eines ärztlichen Attests über die Befreiung der Maskenpflicht ist keine vertragsärztliche Leistung. Vielmehr ist eine derartige Bescheinigung privat zu liquidieren.

Welche Personen sind nach der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus von der Verpflichtung, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, ausgenommen?

Personen, für die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung oder einer Vorerkrankung, zum Beispiel einer schweren Herz- oder Lungenerkrankung, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist und die dies glaubhaft machen können, und Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres sind von der Verpflichtung ausgenommen.

Neu: Die aktuell gültige Niedersächsische Verordnung enthält keine Maskenpflicht für Arztpraxen, aber einzelne Städte in Niedersachsen haben möglicherweise eigene Regelungen zur Maskenpflicht. Gilt dann etwas anderes?​

In der aktuellen Niedersächsischen Verordnung ist geregelt, dass die örtlich zuständigen Behörden weitergehende Anordnungen treffen können, soweit es im Interesse des Gesundheitsschutzes zwingend erforderlich ist und den durch die Verordnung festgelegten Regelungen nicht widerspricht. Grds. können die örtliche zuständigen Behörden demnach weitergehende Regelungen treffen, die auch zu befolgen sind.

Werden die vermehrten telefonischen Kontakte vergütet?​

Die Sonderregelungen zur Vergüng telefonischer Konsultationen wurden nicht verlängert, sie enden am 30. Juni 2020. Eine telefonische Beratung ist selbstverständlich weiterhin möglich und wird über die Grund- beziehungsweise Versichertenpauschale vergütet.

Was rate ich meinem Patienten, wenn er psychotherapeutische Unterstützung benötigt?​

Der Patient soll sich während der telefonischen Erreichbarkeit an einen Psychotherapeuten seiner Wahl wenden. Die in der jeweiligen Region tätigen Psychotherapeuten und die telefonischen Sprechzeiten entnehmen Sie bitte der Internetseite www.arztauskunft-niedersachsen.de

Muss ich 5 Stunden pro Woche als offene Sprechstunde  trotz der derzeit geltenden Corona-Schutzmaßnahmen anbieten ?​

Nach der ab dem 6. Mai 2020 geltenden Niedersächsischen Verordnung zum Schutz von Neuinfektionen mit dem Corona Virus ist ausdrücklich zulässig die Inanspruchnahme ambulanter oder stationärer medizinischer, zahnmedizinischer, psychotherapeutischer und heilberuflicher Versorgungsleistungen wie Arztbesuche oder medizinscher Behandlungen (§ 3 Absatz 3). Die Regelung wurde ausdrücklich übernommen in die aktuelle Verordnung vom 22. Juni  2020.  Damit gilt, dass der Versorgungsauftrag der Vertragsärzte/-psychotherapeuten ohne weitere Einschränkungen wahrgenommen werden kann.  Folglich ist auch eine offene Sprechstunde gemäß § 19 a Absatz 1 Satz 3 Ärzte-ZV, d.h. ohne vorherige Terminankündigung, grundsätzlich anzubieten. Nach der Niedersächsischen Verordnung gilt aber auch, dass der Praxisbesuch nur unter Einhaltung der erforderlichen Schutzmaßnahmen möglich ist, so dass auch in Arztpraxen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten ist. Dem Arzt verbleibt daher derzeit ein Spielraum, wie er angesichts von Corona die offene Sprechstunde organisatorisch in seiner Praxis umsetzt. Zum Schutz von  Patienten und dem eigenen Praxispersonal ist es unter den gegebenen Umständen in Einklang mit § 19 a Absatz 1 Satz 3  Ärzte-ZV, wenn eine vorherige telefonische Anmeldung von den Patienten verlangt wird.   

Darf ich von gesetzlich Versicherten eine Hygienepauschale von ca. 15 €- wie sie nunmehr für Privatpatienten möglich ist- verlangen?

Eine Hygienepauschale darf nicht verlangt werden. Gem. § 18 Abs. 8 Nr. 3 BMV-Ä darf ein Vertragsarzt von dem Versicherten eine Vergütung nur für Leistungen verlangen, die nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung sind. Desinfektionsmittel und die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zählen zu den Kosten, die gem. Ziffer 7.1 EBM in den Gebührenordnungspositionen enthalten sind. Aufgrund der mit der Corona-Pandemie im Zusammenhang stehenden Beschaffungsprobleme und überteuerten Preise für Schutzmasken hat die KVN aber mit den niedersächsischen Krankenkassen über eine Kostenübernahme für Bestellungen bis zum 30. April 2020 vereinbart.  Im Portal der KVN finden Sie alle notwendigen Informationen zur verhandelten Kostenerstattung sowie die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Die Belieferung nach dem 30. April 2020 wird durch die KVN sichergestellt, so dass kassenseitig kein Raum für weitere Selbstbeschaffungen und Abrechnungen mehr gesehen wird. Bestellungen erfolgen seitdem insofern nur noch bei der KVN über das KVN-​Portal.

Laut RKI sollen Kontaktpersonen Kategorie 1 von bestätigten Fällen auch ohne Vorliegen von Symptomen getestet werden. Handelt es sich dabei um eine Kassenleistung?

Eine Übersicht über die derzeit bestehenden Möglichkeiten zur Testung asymptomatischer Personen zu Lasten der GKV findet sich hier. Bitte beachten Sie, dass auch weiterhin Testungen, die z. B. nur auf Wunsch des Patienten oder von Arbeitgebern erfolgen, keine GKV-Leistungen sind. Die „Patienteninformation: Wer zahlt meinen Corona-Test?“ der KVN finden Sie hier

Zusätzlich stellt die KVN auch die „Elterninformation Corona: wer zahlt?“ zur Verfügung, die Fragen von Eltern zu Abstrichen bei Kindern und entsprechenden Bescheinigungen beantwortet.

 

Neu: In NRW haben u.a. Lehrer das Recht, sich auch ohne Symptome regelmäßig auf SARS-CoV-2 testen zu lassen. Kann ich als niedersächsischer Arzt dies durchführen?​

Es handelt sich hierbei um eine regionale Vereinbarung in Nordrhein-Westfalen, eine Durchführung (und Abrechnung) durch einen niedersächsischen Arzt ist nicht vorgesehen.    

Sollte ich aufgrund der Pandemie den Hygieneplan meiner Praxis anpassen? Wo finde ich Informationen dazu?​

Wir empfehlen allen Praxen die Aktualisierung ihres Hygieneplans. Informationen zur Hygiene in Arztpraxen finden sich u. a. auf der entsprechenden KVN-Webseite. Dort finden sich auch die Kontaktinformationen der Hygieneberaterinnen der KVN, die z. B. auf Anfrage einen Muster-Hygieneplan für Praxen im Wordformat zu Verfügung stellen. Dieser kann an die eigene Praxis angepasst werden.

Abgesehen davon kann eine an die Gefährdungsentwicklung anpasste Unterweisung der Praxisangestellten entsprechend §12 Arbeitsschutzgesetz erforderlich sein. Diese Unterweisung sollte entsprechend dokumentiert werden.   

Aufgrund der Corona-Einschränkungen kann ich meiner Fortbildungspflicht nicht nachkommen, weil nicht genug Veranstaltungen stattfinden konnten. Was kann ich tun?​

Die KBV hat aufgrund eines Beschlusses der Vertreterversammlung im Mai 2020 die Regelung zur Fortbildungsverpflichtung der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten nach § 95d SGB V befristet wie folgt geändert:

  1. Abweichend von § 1 Abs. 3 der Regelung der KBV zur Fortbildungsverpflichtung der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten nach § 95d SGB V sind statt 250 Fortbildungspunkten 200 Fortbildungspunkte nachzuweisen.
  2. Die Regelung tritt am 1. April 2020 in Kraft und tritt am 30. Juni 2020 außer Kraft. Die KBV wird spätestens einen Monat vor Ablauf der Befristung prüfen, ob eine Verlängerung erforderlich ist.

Diese Regelung wurde inzwischen bis zum 30. September 2020 verlängert.

 

Die betreffenden Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten, die bislang ihre Nachweispflicht noch nicht erfüllt haben, wurden bzw. werden durch die KVN individuell informiert.