Telematik-Infrastruktur

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Neue TI-Anwendungen ab 1. Juli 2020

Der Gesetzgeber hat einige neue Anwendungen im Rahmen des Digitalen Versorgungsgesetztes (DVG) eingeführt, die in den Praxen teilweise ab dem 1. Juli 2020 verpflichtend einzuführen sind. Hierfür ist ein Update des Praxis-Konnektors nötig. Zu den neuen Anwendungen zählen folgende:

Notfalldatenmanagement (NFDM)​

Das NFDM umfasst notfallrelevante medizinische Informationen (z. B. Diagnosen oder Medikationen) sowie Hinweise auf den Aufbewahrungsort vom Organspende-Ausweis, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht sowie auf Kontaktdaten (z. B. von behandelnden Ärzten), die direkt von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert und abgerufen werden können. Der Einsatz des NFDM in den Praxen ist ab dem 1. Juli 2020 verpflichtend, sofern der Patient die Erfassung der Daten wünscht.

 

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Elektronischer Medikationsplan (eMP)​

Der eMP kann ebenfalls auf der eGK gespeichert und abgerufen werden und beinhaltet Angaben zur aktuellen Medikation sowie medikationsrelevante Angaben wie Allergien und Unverträglichkeiten, Informationen zur Anwendung der Präparate oder medizinische Individualparameter. Aufgeführt werden können auch solche Arzneimittel, die aktuell nicht mehr eingenommen werden, jedoch in die Überprüfung der Sicherheit der Arzneimitteltherapie einbezogen werden müssen.  Der Einsatz des eMP in den Praxen ist auf Wunsch des Patienten ab dem 1. Juli 2020 verpflichtend.

 

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Kommunikation im  Medizinwesen  (KIM)​

Mit dem Kommunikationsdienst KIM, welcher ab dem 1. Juli 2020 zur Verfügung stehen wird, können Praxen zukünftig medizinische Dokumente elektronisch über die TI versenden und empfangen. KIM wird von unterschiedlichen Anbietern zur Verfügung stehen, auch seitens des KV-Systems unter dem Namen kv.dox. Sollten Sie bereits mit einem Kommunikationsdienst wie z. B. KV-Connect arbeiten, können Sie diesen übergangsweise weiter nutzen, voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2020.

 

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Qualifizierte elektronische Signatur (QES)​

Für die bevorstehenden Anwendungen NFDM und eArztbrief benötigen Sie zum 1. Juli 2020 den elektronischen Heilberufsausweis der Generation 2 (eHBA2), um die TI-Anwendungen qualifiziert und rechtskräftig signieren zu können. Der eHBA2 wird zum späteren Zeitpunkt auch für die Signatur der eAU und des eRezepts notwendig sein. Zu Auskünften des Bestellvorganges des eHBA2 wenden Sie sich bitte an die Ärztekammer Niedersachsen bzw. die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen. Die Kosten für den eHBA  werden seit dem Zeitpunkt der TI-Anbindung bereits quartalsweise mit 11,63 Euro  vergütet.  

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und elektronisches Rezept (eRezept)​

Ab dem 1. Januar 2021 ist es verpflichtend, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in Form der eAU an die Krankenkassen über KIM zu versenden. Darüber hinaus sollen voraussichtlich ab dem 1. Januar 2022 Rezepte für Arzneimittel elektronisch in Form eines eRezeptes ausgestellt und ebenfalls über KIM übermittelt werden.

Finanzierung/Erstattung​

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Umstellungen auf die neuen Anwendungen aufkommen – die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Jede Praxis erhält eine einmalige Pauschale für das Konnektor-Update. Für die Einrichtung und den Versand von eArztbriefen über KIM erhalten die Praxen eine einmalige Pauschale je BSNR. Je 625 angefangene Behandlungsfälle wird zudem ein weiteres stationäres Kartenterminal sowie der Einsatz der Anwendungen NFDM und eMP mittels einer Zusatzpauschale gefördert. Die bereits ausgezahlte Betriebskostenpauschale für die TI je Quartal wird erhöht, zusätzlich erhalten die Praxen für die laufenden Betriebskosten von KIM eine pauschale Erstattung. Um Anspruch auf die Förderungen zu erhalten, müssen die Praxen das Konnektor-Update bis zum 30. September 2020 durchgeführt haben.

 

Darüber hinaus wird ab dem 1. Juli 2020 ein neues Vergütungsmodell für das Versenden und Empfangen von eArztbriefen eingeführt. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Kostenpauschalen erhalten die Praxen eine extrabudgetäre und unbegrenzte Strukturförderpauschale je versendetem eArztbrief. Die Strukturförderpauschale ist befristet auf drei Jahre. Die Kostenpauschalen 40120 und 40126 für das Versenden von Arztbriefen per Post sowie die Pauschale 40144 für Kopien werden zum 1. Juli 2020 gestrichen. Die Höhe der Kostenpauschale für das Faxen von Unterlagen wird schrittweise gesenkt.

 

Weitere Informationen zum eArztbrief finden Sie unter: