Telematik-Infrastruktur

Telematik-Infrastruktur

Neue TI-Anwendungen ab 1. Juli 2020

Der Gesetzgeber hat einige neue Anwendungen eingeführt, die in den Praxen teilweise verpflichtend einzusetzen sind. Praxen, die bereits an die TI angebunden sind, benötigen dazu ein Konnektor-Update vom Konnektor-Anbieter. Damit wird ihr vorhandener Konnektor zum E-​Health-Konnektor, welcher die medizinischen Anwendungen unterstützt. Ein Austausch des Konnektors Hardware-​Komponenten ist nicht erforderlich. Zu den neuen Anwendungen zählen folgende:

Notfalldatenmanagement (NFDM)​

Das NFDM umfasst notfallrelevante medizinische Informationen (z.B. Diagnosen oder Medikationen) sowie Hinweise auf den Aufbewahrungsort vom Organspende-Ausweis, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht sowie auf Kontaktdaten (z.B. von behandelnden Ärzten), die direkt von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert und abgerufen werden können. Der Einsatz des NFDM in den Praxen ist verpflichtend, sofern die technischen Komponenten (Konnektor-Update, NFDM Modul für das PVS, eHBA2) in der Praxis vorliegen.

 

Weitere aktuelle Informationen finden Sie unter folgendem Link:

 

Elektronischer Medikationsplan (eMP)​

Der eMP kann ebenfalls auf der eGK gespeichert und abgerufen werden und beinhaltet Angaben zur aktuellen Medikation sowie medikationsrelevante Angaben wie Allergien und Unverträglichkeiten, Informationen zur Anwendung der Präparate oder medizinische Individualparameter. Aufgeführt werden können auch solche Arzneimittel, die aktuell nicht mehr eingenommen werden, jedoch in die Überprüfung der Sicherheit der Arzneimitteltherapie einbezogen werden müssen. Die Erstellung des eMP in den Praxen ist auf Wunsch des Patienten verpflichtend, sofern die Voraussetzungen nach § 29a BMV-Ä erfüllt und die technischen Komponenten (Konnektor-Update, eMP Modul für das PVS, eHBA2) in der Praxis vorliegen.

 

Weitere aktuelle Informationen finden Sie unter folgendem Link:

 

Kommunikation im  Medizinwesen  (KIM)​

Mit dem Kommunikationsdienst KIM können Praxen zukünftig medizinische Dokumente elektronisch über die TI versenden und empfangen. KIM wird von unterschiedlichen Anbietern zur Verfügung stehen, auch seitens des KV-Systems unter dem Namen kv.dox. Sollten Sie bereits mit einem Kommunikationsdienst wie z. B. KV-Connect arbeiten, können Sie diesen übergangsweise bis zum 31. März 2021 weiter nutzen.

 

Weitere aktuelle Informationen zu KIM finden Sie unter folgendem Link:

 

Weitere aktuelle Informationen zu kv.dox finden Sie unter folgendem Link:

Qualifizierte elektronische Signatur (QES)​

Für die bevorstehenden Anwendungen NFDM und eArztbrief benötigen Sie den elektronischen Heilberufsausweis der Generation 2 (eHBA2), um die TI-Anwendungen qualifiziert und rechtskräftig signieren zu können. Der eHBA2 wird zum späteren Zeitpunkt auch für die Signatur der eAU und des eRezepts notwendig sein. Zu Auskünften des Bestellvorganges des eHBA2 wenden Sie sich bitte an die Ärztekammer Niedersachsen bzw. die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen. Die Kosten für den eHBA werden seit dem Zeitpunkt der TI-Anbindung bereits quartalsweise mit 11,63 Euro vergütet. 

Elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung und der TI. Spätestens ab Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine solche ePA anbieten.

 

Bei der ePA handelt es sich eine für Patienten freiwillige und kostenfreie Anwendung. Der Versicherte entscheidet, welche Daten in der ePA gespeichert und welche wieder gelöscht werden. Er entscheidet auch in jedem Einzelfall, wer auf die ePA zugreifen darf.

 

Arztpraxen müssen bis spätestens 30.06.2021 über die für den Zugriff auf die ePA erforderlichen Komponenten und Dienste verfügen. U.a. wird dazu vom Konnektor-Anbieter ein weiteres Pflichtupgrade für den Konnektor zur Verfügung gestellt.

 

Folgende Daten und Dokumentationen können auf Wunsch des Patienten in der ePA gespeichert werden:

  • Befunde
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Impfungen

 

Ab 2022 kann auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft in der elektronischen Patientenakte gespeichert werden.

 

Für das Anlegen der ePA sowie für die Unterstützung der Versicherten bei der weiteren Verwaltung ihrer ePA erhalten Mitglieder eine Vergütung.

 

Weitere aktuelle Informationen finden Sie unter folgendem Link:

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und elektronisches Rezept (eRezept)​

Ab dem 1.  Oktober 2021 ist es verpflichtend, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in Form der eAU an die Krankenkassen zu versenden. Zur Übermittlung der eAU benötigen Praxen ein Update für ihre Praxissoftware und den Konnektor, einen KIM-Dienst für die Kommunikation sowie den Elektronischen Heilberufsausweis (eHBA2).

 

Darüber hinaus sollen voraussichtlich ab dem 1. Januar 2022 Rezepte für Arzneimittel elektronisch in Form eines eRezeptes ausgestellt und ebenfalls über KIM übermittelt werden.

 

Weitere aktuelle Informationen zur eAU finden Sie unter folgendem Link:

Finanzierung/Erstattung​

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Umstellungen auf die neuen Anwendungen aufkommen – die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Jede Praxis erhält eine einmalige Pauschale für das Konnektor-Update. Je 625 angefangene Behandlungsfälle wird zudem ein weiteres stationäres Kartenterminal gefördert. Für die Einrichtung und den Versand von eArztbriefen über KIM erhalten die Praxen eine einmalige Pauschale je BSNR.

 

Kostenerstattungen im Zusammenhang mit NFDM / eMP:

Der Anspruch auf die Finanzierungsförderung ist in einer Pauschale zusammengefasst und besteht ab dem Zeitpunkt, zu dem die notwendigen Komponenten vorgehalten und betriebsbereit sind. Die Kennzeichnung der Betriebsbereitschaft der Komponenten erfolgt durch einmaliges Ansetzen der KVN-internen GO Ziffer 97131 auf einem beliebigen Abrechnungsfall und beinhaltet neben dem Konnektor-Update zum E-Health-Konnektor das Vorhalten einer der Fachanwendungen NFDM und / oder eMP sowie des eHBA2. Die bereits je Quartal gezahlte Betriebskostenpauschale für die TI wird um 4,50 Euro auf 252,50 Euro erhöht.

 

Weitere aktuelle Informationen finden Sie unter folgendem Link:

KBV - Notfalldatenmanagement

 

Kostenerstattungen im Zusammenhang mit KIM

Für die Einrichtung und den Versand von eArztbriefen über den KIM-Dienst erhalten die Praxen eine einmalige Pauschale von 100,00 Euro je BSNR. Die Praxen müssen gegenüber der KVN nachweisen, dass die dafür notwendigen Komponenten installiert und funktionsfähig sind. Dieser Nachweis erfolgt durch einmaliges Ansetzen der KV internen GO-Nr. 97130 auf einem beliebigen Behandlungsfall. 

 

Zusätzlich erhalten die Praxen eine quartalsweise gezahlte Betriebskostenpauschale in Höhe von 23,40 Euro für den Übertragungsdienst KIM. Diese Betriebskostenpauschale erhalten die Praxen bereits seit dem 1. April 2020, auch ohne Anschluss an TI bzw. KIM-Dienst.

 

Weitere aktuelle Informationen zu KIM finden Sie unter dem folgenden Link:

KBV - KIM

 

Darüber hinaus ist ab dem 1. Juli 2020 ein neues Vergütungsmodell für das Versenden und Empfangen von eArztbriefen eingeführt worden. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Kostenpauschalen erhalten die Praxen eine extrabudgetäre und unbegrenzte Strukturförderpauschale je versendetem eArztbrief. Die Strukturförderpauschale ist befristet auf drei Jahre. Die Kostenpauschalen 40120 und 40126 für das Versenden von Arztbriefen per Post sowie die Pauschale 40144 für Kopien werden zum 1. Juli 2020 gestrichen. Die Höhe der Kostenpauschale für das Faxen von Unterlagen wird schrittweise gesenkt.

 

Weitere Informationen zum eArztbrief finden Sie unter:

KBV - Elektronischer Arztbrief