Ausstellung des digitalen Impfnachweises in der Praxis

Digitaler Impfausweis

Ausstellung des digitalen Impfnachweises in der Praxis

Wichtig für die Praxen  ist, dass der digitale Impfnachweis lediglich ein Zusatzangebot zum gelben Impfausweis darstellt. Der Patient erhält auf Wunsch ein ausgedrucktes Dokument mit einem QR-Code und kann mit Hilfe der neuen CovPass-App oder der Corona-Warn-App den Code selbst scannen und so die Daten zur Impfung auf dem Smartphone speichern. Der gelbe Impfausweis behält als Ausweisdokument weiterhin seine Gültigkeit.

 

Es besteht für Praxen keine Verpflichtung, Patientinnen und  Patienten ein digitales Impfzertifikat auszustellen – auch wenn  die Impfung in der eigenen Praxis durchgeführt worden ist. Ebenso wie beim Impfen selbst gilt: Sie dürfen, aber Sie müssen nicht.  Sollten  sich Praxen dafür entscheiden, den Service für ihre Patienten anbieten zu wollen, finden sie alle notwendigen Informationen auf dieser Seite.

Fragen und Antworten
Welche Wege gibt es den digitalen Impfnachweis zu erstellen?

Es gibt zwei Wege:

Weg 1: Der QR-Code wird aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) heraus erstellt.

Um den Aufwand für die Praxen möglichst gering zu halten, kann das Ausstellen der Zertifikate direkt aus der Praxissoftware erfolgen. Die Daten des Versicherten werden übernommen und müssen nicht noch einmal erfasst werden. Diese Möglichkeit wird von vielen Software-Anbietern angeboten. Bitte klären Sie direkt mit Ihrem PVS-Anbieter, ob bei der von Ihnen genutzten Software diese Option besteht. Das entsprechende Update wurde durch das Bundesministerium für Gesundheit finanziert und für Sie kostenfrei zur Verfügung gestellt. Gegebenenfalls sind praxisindividuelle Einstellungen am Netzwerk durch den jeweiligen IT-​Dienstleister zusätzlich notwendig. Bitte wenden Sie sich für Informationen zu Ihrem PVS System an Ihren IT-​Dienstleister.

 

Weg 2: Der QR-Code wird mit dem Webservice des RKI erstellt.

Alternativ stellt das Robert Koch-​Institut eine Online-​Anwendung zur Generierung des QR-​Codes in der Telematikinfrastruktur zur Verfügung. In dem Webservice des RKI müssen allerdings die Patientendaten wie Name, Vorname, Geburtsdatum, Impfstoff, Impfdosis und Impfdatum manuell in ein Online-​Formular eingegeben werden, bevor die Praxis den QR-​Code erstellen kann. Von der KVN durchgeführte Tests haben außerdem gezeigt, dass einige technische Voraussetzungen in Ihrer Praxis erfüllt sein müssen um den Webservice des RKI nutzen zu können.

Wie ist der Webservice des RKI erreichbar?

Wenn Sie die technischen Voraussetzungen bereits erfüllen, ist der Dienst über die Seite: https://web.impfnachweis.info/ direkt aufrufbar.

 

Weitere Hinweise zu den Voraussetzungen und zur Nutzung der Anwendung finden Sie auf der Seite: https://digitaler-impfnachweis-app.de/impfzertifikat-ausstellen/

Beim Aufruf der Seite https://web.impfnachweis.info/ kommt es zum Fehler: Netzwerk-Zeitüberschreitung. Was ist zu tun?

Ursache: Aus dem Praxis-Netzwerk ist die Zieladresse des Server nicht erreichbar

 

Lösung: Es sind Anpassungen im lokalen TI-Konnektor und den Arbeitsplätzen der Praxis erforderlich.

 

Um gegebenenfalls erforderliche Anpassungen in Ihrer Praxis vorzunehmen sind administrative Rechte und technisches Know-​how erforderlich. Gegebenenfalls brauchen Sie dazu die Unterstützung Ihres Systemhauses. Achtung: Hier können Kosten entstehen, die nicht erstattet werden!

Beim Login auf der Anwendungsseite erscheint: „Zugriff verweigert“. Was ist zu tun?

Ursache: Die Berechtigung für den an der TI angemeldeten Benutzer ist für die Anwendung nicht vorhanden. (Achtung: Die Anwendung ist bisher nur für Ärzte freigegeben, Praxispersonal hat momentan noch keinen Zugriff)

 

Lösung: Anfrage bei der Service-Hotline der KVN zur Überprüfung und ggf. Freischaltung der Berechtigung.

 

Unsere gebührenfreie IT-​Servicehotline:

0800 5 101025

Unsere Servicezeiten:

Montag bis Donnerstag: 8 bis 18 Uhr

Freitag: 8 bis 16 Uhr

Gerne nehmen wir Ihre Anfrage auch via E-​Mail entgegen.

Nutzen Sie dazu bitte dieses Kontaktformular

Die Weiterleitung auf die Webanwendung des RKI über web.impfnachweis.info im Browser ist fehlgeschlagen. Wo kann der Fehler liegen?

Im ersten Schritt im KVN-Portal anmelden und  dann erneut die Webanwendung des RKI aufrufen. Bei KV-SafeNet Praxen dürfte das Problem nicht auftreten, da hier der SafeNet Router den Tunnel zur KVN automatisch aufbaut.

Wie erfolgt die Abrechnung des elektronischen Impfzertifikats bei GKV-Versicherten?​

Die Abrechnung des Impfzertifikats erfolgt im Rahmen der Quartalsabrechung über eine der folgenden Pseudoziffern:

 

  • 88350             
    Ausstellung eines elektronischen Impfzertifikats für eine Person, die in der eigenen Praxis geimpft wurde (6€)
  • 88351             
    Ausstellung eines elektronischen Impfzertifikats automatisiert mithilfe des PVS-Systems für eine Person, die in der eigenen Praxis geimpft wurde (2 €)
  • 88352             
    Ausstellung eines elektronischen Impfzertifikats für eine Person, die nicht in der eigenen Praxis geimpft wurde ( 6 €)
  • 88353             
    Ausstellung eines elektronischen Impfzertifikats für die Zweitimpfung für eine Person, die nicht in der eigenen Praxis geimpft wurde, wenn dieselbe Praxis in demselben Quartal bereits das Zertifikat für die Erstimpfung erstellt hat (6 €)

 

Abrechnungsbeispiele:

  1. Gleichzeitige Erstellung der elektronischen Impfzertifikate für Erst- und Zweitimpfung einer selbst geimpften Person unter Nutzung des PVS-Systems:
    Zweimalige Abrechnung der Pseudoziffer 88351
  2. Erstellung des elektronischen Impfzertifikats für die Erstimpfung einer selbst geimpften Person unter Nutzung der RKI-Webanwendung und an einem späteren Zeitpunkt Erstellung des elektronischen Impfzertifikats für die Zweitimpfung der selbst geimpften Person unter Nutzung des PVS-Systems:
    Am ersten Termin Abrechnung der Pseudoziffer 88350, am zweiten Termin Abrechnung der Pseudoziffer 88351
  3. Ausstellung der elektronischen Impfzertifikate für Erst- und Zweitimpfung einer nicht in der eigenen Praxis geimpften Person innerhalb desselben Quartals:
    Abrechnung der Pseudoziffer 88352 am Tag der Erstellung des Zertifikats für die Erstimpfung und
    88353 am Tag der Erstellung des Zertifikats für die Zweitimpfung
Wie erfolgt die Abrechnung des elektronischen Impfzertifikats bei Privatversicherten?​

Die Abrechnung des Impfzertifikats kann bei Privatversicherten im Rahmen des Ersatzverfahrens über "Peter Patient" und über den Kostenträger BAS erfolgen. Bitte beachten Sie, dass die Abrechnung über „Peter Patient“ natürlich nur dann möglich ist, wenn die Erstellung des elektronischen Impfzertifikats über die Webanwendung des RKi erfolgt. Falls die Erstellung über die PVS erfolgen soll, müssen die Patientendaten entsprechend angelegt worden sein.

Welche ICD-Codes sind für die Abrechnung des elektronischen Impfzertifikats relevant?​

Im Rahmen der alleinigen Abrechnung der Erstellung des elektronischen Impfzertifikats können Sie den Code Z76.8 angeben.

Ist vor Ausstellung des Impfzertifikats eine Einwilligungserklärung des Patienten erforderlich?​

 Ja, die Einwilligung des Patienten zur Erstellung des digitalen Impfzertifikates wird benötigt.

 

Nicht zwingend erforderlich ist, die Einwilligung schriftlich zu erheben. Der Patient gibt aus rechtlicher Sicht bereits seine Einwilligung ab, wenn er gegenüber der Praxis seinen Anspruch auf das Impfzertifikat geltend macht. Eine zusätzlich schriftliche Fixierung durch den Patienten ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ausreichend dürfte eine Dokumentation in der Patientenakte sein. Sinn und Zweck Einwilligung ist es, dass nur dann ein Impfzertifikat erstellt wird, wenn es auch wirklich gewollt wird. Damit wird u.a. verhindert, dass Impfzertifikate unnötig in der Praxis/Impfzentren erzeugt werden und ggf. missbräuchlich genutzt werden könnten.

 

Letztlich handelt es sich um eine Entscheidung der Praxis unter Risikogesichtspunkten in Hinblick auf mögliche – aber eher unwahrscheinliche – Rechtsstreitigkeiten, ob eine schriftliche Einwilligung eingeholt wird oder es bei einer Dokumentation in der Patientenakte bleibt, da das Vorliegen der Einwilligung grds. seitens Praxis bewiesen werden müsste.