Information zum Coronavirus (SARS-CoV2 COVID 19)

Coronavirus

Impfungen durch mobile Impfteams

Was ändert sich durch das Ende der Impfzentren für die Impfärzte?

Das Land Niedersachsen wird die Impfzentren zum Ende dieses Monats in ihrer bisherigen Form nicht weiter betreiben, diese werden an den öffentlichen Gesundheitsdienst der Landkreise und kreisfreien Städte überführt. Damit einher geht die Etablierung von dort angegliederten Mobilen Impfteams (MIT), die durch den öffentlichen Gesundheitsdienst ärztlich zu besetzen sind. Die dazu notwendigen vertraglichen Rahmenbedingungen sind mittlerweile in einer Rahmenvereinbarung zwischen dem Sozialministerium und der KVN geregelt worden.

 

Wie bisher sind alle approbierten Ärztinnen und Ärzte teilnahmeberechtigt, die der Vereinbarung beitreten bzw. der vorhergegangenen Vereinbarung beigetreten sind oder als Vertragsarzt ihren Beitritt über die Anmeldung im KVN-Portal erklärt haben. Bereits erklärte Beitritte zur Rahmenvereinbarung bleiben in allen Konstellationen wirksam. Es gelten jedoch die Bedingungen der aktuellen Rahmenvereinbarung. Eine Änderung für die Ärztinnen und Ärzte erfolgt lediglich in der Weise, dass die Vergütung je angefangene 15 Minuten der ärztlichen Tätigkeit (Abrechnungsnummer 97150) anstelle von 37,50 Euro jetzt 32,50 Euro beträgt. Alle weiteren vergütungsrelevanten Tatbestände verändern sich nicht. Selbstverständlich wird der Versicherungsschutz nach wie vor abgedeckt. Der Vertrag mit dem Sozialministerium läuft aktuell bis zum 30.12.2021, so dass zum Jahresende die Teilnahmeberechtigung automatisch endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf. Eine evtl. Verlängerung des Vertrages hängt davon ab, wie sich die Corona-Situation und die rechtlichen Rahmenbedingungen im 4. Quartal 2021 darstellen.

Bisher schon beigetretene Ärztinnen und Ärzte brauchen nichts weiter unternehmen, wenn sie auch weiterhin für die Tätigkeit als Impfarzt - nun in einem Mobilen Impfteam - zur Verfügung stehen möchten. Dann werden sie weiterhin auf den Listen geführt, die die KVN dem öffentlichen Gesundheitsdienst zur konkreten Diensteinteilung zur Verfügung stellen. Die Landkreise werden zur konkreten Diensteinteilung direkt auf diese Ärztinnen und Ärzte zukommen. Dort werden auch die Fragen zur Diensteinteilung, Impfteam, Einsatzort etc. geregelt.

 

Früher beigetretene Ärztinnen und Ärzte, die nicht mehr an einer Tätigkeit im Mobilen Impfteam interessiert sind, bitten wir um eine kurze Rückmeldung unter abrechnungscenter@KVN.de . Sie werden dann nicht mehr für Einsätze als Impfarzt in Betracht gezogen.

Wie können Nicht-Vertragsärztinnen und –Vertragsärzte (Ruheständler, Klinikärzte) dem Vertrag beitreten?

Nicht-Vertragsärztinnen und –Vertragsärzte (Ruheständler, Klinikärzte) müssen der KVN eine ausgefüllte Beitrittserklärung senden.

 

Die Beitrittserklärung finden Sie hier.

Muss ich die Impftätigkeit in einem Impfzentrum/mobilen Impfteam meiner Berufshaftpflichtversicherung melden?

Bitte klären Sie das mit Ihrer Versicherung. Wir weisen darauf hin, dass laut Vertrag zwischen KVN und dem Land für alle am Vertrag teilnehmenden Ärzte eine (zusätzliche) Berufshaftpflicht abgeschlossen wird, die auch die Tätigkeit im Impfzentrum umfasst.

Wie muss oder  kann ich mich fachlich auf die Impfung bzw. den Impfstoff vorbereiten?

Offizielle Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit zu diesem Thema finden Sie hier. Dort findet sich auch das aufgrund der Vorgaben der EMA aktualisierte Aufklärungsblatt zu den Vektorimpfstoffen.

 

Informationen zu bereits zugelassenen Impfstoffen finden Sie auf der Webseite des PEI.

Wie rechnen Vertragsärzte und Nichtvertragsärzte die in Impfzentren/mobilen Impfteams  erbrachten Leistungen ab?

Merkblatt für Vertragsärzte zur  Abrechnung von in Impfzentren erbrachten Leistungen.

Die im Merkblatt erwähnte Webanwendung finden Sie hier. Bitte beachten Sie, dass hierfür ein Einloggen in das KVN-Portal  erforderlich ist.  

 

Merkblatt für Nicht-Vertragsärzte zur  Abrechnung von in Impfzentren erbrachten Leistungen.

Muss ich zum Einsatz im mobilen Impfteam meinen eigenen Notfallkoffer mitbringen?

Die KVN geht davon aus, dass die mobilen Impfteams mit einer Notfallausstattung ausgerüstet werden. Konkrete Fragen dazu sowie zu den enthaltenen Medikamenten u.ä. müssten Ärztinnen und Ärzte mit dem jeweiligen Landkreis bzw der kreisfreien Stadt klären. Im Zweifelsfall können Sie Ihren eigenen Notfallkoffer mitführen.

Bin ich im Rahmen meiner ärztlichen Tätigkeit im mobilen Impfteam versichert?

Ja. Für Impfschäden greift ohnehin die Staatshaftung. Des Weiteren hat die KVN gemäß vertraglicher Regelung im Vertrag mit dem Land Niedersachsen für alle im Impfzentrum tätigen Ärzte eine Gruppenhaftpflichtversicherung sowie eine Unfallversicherung abgeschlossen. Eine entsprechende Versicherung für Berufskrankheiten bzgl. berufsgenossenschaftliche Leistungen ist im Rahmen einer solchen Haftpflichtversicherung für Dritte nicht möglich. Diese muss individuell, falls gewünscht, seitens des Arztes persönlich abgeschlossen werden.

Wie gehe ich vor, wenn sich ein Geimpfter mit einer über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkung in meiner Praxis vorstellt?​

Die Behandlung von über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkungen, die erst im weiteren Verlauf nach der Impfung auftreten (nicht direkt nach der Impfung) erfolgt nicht im Impfzentrum, sondern durch die/den feststellende/n Ärztin/Arzt, es sei denn, die Nebenwirkungen sind so schwerwiegend, dass eine fachärztliche Behandlung bzw. eine Krankenhauseinweisung erforderlich ist. Nur unmittelbar während oder direkt nach der Impfung auftretende Nebenwirkungen können im Impfzentren behandelt werden, diese sind nicht dafür ausgerüstet, auch ggf. erforderliche weitere Therapien durchzuführen.

 

Die Aufklärungsmerkblätter zur Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA- und Vektor-basierten Impfstoffen enthalten ausführliche Angaben über typische Impfreaktionen, die lediglich Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff sind, aber auch über echte Komplikationen im Zusammenhang mit der Impfung. Diese Aufklärungsmerkblätter finden Sie hier.

 

Die Abrechnung der Behandlung von über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkungen durch niedergelassene Ärztinnen/Ärzte erfolgt als kurativer Fall.

 

Meldung des Verdachts einer Impfnebenwirkung

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung namentlich meldepflichtig. Darunter sind z.B. allergisch/anaphylaktische Reaktionen auf die Impfung, aber auch ungeklärte Komplikationen in einem direkten zeitlichen Zusammenhang mit der Applikation zu verstehen.

 

Die Meldung erfolgt vom feststellenden Arzt/Ärztin namentlich an das Gesundheitsamt.

 

Die Gesundheitsämter sind nach § 11 Abs. 3 IfSG verpflichtet, die gemeldeten Verdachtsfälle der zuständigen Landesbehörde und der zuständigen Bundesoberbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, im Einklang mit den Bestimmungen des Datenschutzes in pseudonymisierter Form (personenbezogene Angaben sind unkenntlich zu machen) zu melden.

 

Die Meldepflicht nach IfSG gilt in jedem Fall. Unabhängig davon besteht die Möglichkeit, dass direkt an den Hersteller oder online direkt an das PEI gemeldet wird.

 

Meldeformulare

 

Die Meldung eines Verdachtsfalles einer unerwünschten Impfreaktion ist an das zuständige Gesundheitsamt zu richten. Das für Sie zuständige Gesundheitsamt finden Sie hier.

 

Die Formulare zur Meldung (schriftlich oder online) finden sich auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts.