Information zum Coronavirus (SARS-CoV2 COVID 19)

Coronavirus

Testung auf SARS-CoV-2 inkl. Meldepflicht, Kodierung und Abrechnung

In dieser Anwendung können Sie Leistungen/Sachkosten nach Corona-Testverordnung erfassen und abrechnen:

 

 

Abrechnung von Leistungen nach Coronavirus-Testverordnung ab 1. Quartal 2021 (Mitglieder)

Ab dem Quartal 1/2021 sind die unten aufgeführten Leistungen gemäß der Coronavirus-Testverordnung (TestV) über die Quartalsabrechnung (via KVDT) abzurechnen. Alle bis zum 31. Dezember 2020 erbrachten Leistungen werden über die entsprechende Anwendung im KVN-Portal abzurechnen sein.
Folgende GOP sind nach Coronavirus-Testverordung abrechenbar:


GOP 88310: Abstrich gem. § 12 Abs. 1 TestV (15 Euro)

  • Wenn eGK des Patienten eingelesen wird, dann auf diesem Fall abrechnen
  • Wenn KEINE eGK des Patienten eingelesen wird (z. B. PKV-Versicherter, GKV-Versicherter ohne eGK) dann Sammelfall „Peter Patient“ anlegen und auf diesem abrechnen. Hinweise zum Sammelfall finden Sie hier

 

GOP 88311: Schulung gem. § 12 Abs. 2 TestV (70 Euro)

  • Auf dem Sammelfall „Peter Patient“ abrechnen. Hinweise zum Sammelfall finden Sie hier

 

GOP 88312: Sachkosten für den PoC-​Antigen-Test gem. § 11 TestV seit dem 1. April 2021 höchstens 6 Euro pro Test)

 

  • Auf dem Sammelfall „Peter Patient“ abrechnen. Hinweise zum Sammelfall finden Sie hier
  • Die GOP 88312 ist jeweils am letzten Tag des Monats anzusetzen. Die Häufigkeit der Tests ist hierbei zwingend anzugeben.
  • Der Gesamtbetrag aller PoC-Antigen-Tests des Monats ist in dem Feld „Sachkosten/Materialkosten“ (Feldkennung 5012) in Cent anzugeben.
  • In dem Feld „Sachkostenbezeichnung“ (Feldkennung 5011) ist „PoC-Antigen-Test“ anzugeben.
  • Als Hilfestellung für die Ermittlung der Gesamtkosten pro Monat stellt die KVN im KVN-Portal ein entsprechendes Dokument als Download zur Verfügung.


GOP 88313: Gespräch, für den Fall, dass bei einer Kontaktperson keine Testung durchgeführt worden ist, gem. § 12 Abs. 3 TestV (5 Euro)

 

  • Wenn Patient mit eGK da, dann auf diesem Fall abrechnen
  • Wenn KEINE eGK des Patienten eingelesen wird (z. B. PKV-Versicherter, GKV-Versicherter ohne eGK) dann Sammelfall „Peter Patient“ anlegen und auf diesem abrechnen. Hinweise zum Sammelfall finden Sie hier

 

Wie gehe ich vor, wenn ein Patient in der Praxis anruft, weil er möglicherweise mit COVID-19 infiziert sein könnte?

Zunächst sollte telefonisch geklärt werden, ob es sich um einen Patienten mit Symptomen einer möglichen COVID-19-Erkrankung handelt, siehe RKI-Flussschema.

 

Wenn bei einem symptomatischen Patienten eine Testung auf SARS-CoV-2 aus Ihrer Sicht indiziert ist, können Sie den erforderlichen Abstrich selbst in der Praxis vornehmen. Bitte beachten Sie die Vorgaben des RKI zur Abstrichentnahme und den erforderlichen Hygienemaßnahmen (insb. Abschnitt C) .

 

Gegebenenfalls können Sie den Patienten auch in einer lokalen Infektions/Abstrichpraxis anmelden, bitte sprechen Sie hierzu das Vorgehen mit der konkreten Praxis ab. Nähere Informationen zu den Infektions/Abstrichpraxen erhalten Sie im KVN-Portal.

 

Bitte beachten Sie auch die gesetzlichen Meldepflichten, die Sie dem oben verlinkten RKI-Flussschema entnehmen können. Weitere Informationen dazu finden sich hier. Für Fragen zu möglicherweise notwendigen Isolierungsmaßnahmen u. ä. wenden Sie sich bitte an ihr lokales Gesundheitsamt.

 

      

Falls bei dem Patienten keine Symptome bestehen, kann in bestimmten Fällen trotzdem eine Testung auf SARS-CoV-2 indiziert sein. Dies betrifft zum Beispiel Testungen nach der Nationalen Testverordnung für in bestimmten Berufen und Einrichtungen Tätige sowie Kontaktpersonen von Erkrankungen inkl. Nutzer der Corona-Warn-App mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“. Hinweise zur Abrechnung in diesen Fällen finden Sie hier

Wie verhalte ich mich, wenn GKV-versicherte Nutzer der Corona-Warn-App mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ meine Praxis kontaktieren? Wie erfolgt die Abrechnung

Orientieren Sie sich in diesem Fall an den Vorgaben des RKI. Falls Sie Fragen zu ggf notwendigen Maßnahmen in einem konkreten Fall haben, wenden Sie sich bitte an Ihr lokales Gesundheitsamt. Dies entscheidet auch, ob im konkreten Fall eine häusliche Quarantäne indiziert ist und ordnet diese ggf an.

 

Bitte beachten Sie, dass seit dem 1. Januar 2021 die Abrechnung der Testung von Nutzern der Corona-Warn-App mit der entsprechenden Statusanzeige nicht mehr über den EBM erfolgen kann. Diese ist jetzt nur noch entsprechend der nationalen Testverordnung möglich (Details zur Abrechnung siehe erste Fragen in diesem Bereich).

Was genau ist die „Bürgertestung“, wie oft kann sie durchgeführt werden und wie rechne ich sie ab?​

Asymptomatische Personen haben nach der aktuellen Testverordnung Anspruch auf Testung mittels PoC-Antigen-Test. Diese Testungen können im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche in Anspruch genommen werden.

 

Der Anspruch auf Bürgertestung umfasst das Gespräch mit der zu testenden Person im Zusammenhang mit der Testung, die Entnahme von Körpermaterial, die Diagnostik, die Ergebnismitteilung und die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

 

Bitte beachten Sie, dass die Praxen, die die Bürgertestung durchführen wollen, die entsprechenden PoC-Antigen-Tests selbst beschaffen müssen. Diese werden nicht von der KVN gestellt.

 

Praxen können ihre Bereitschaft zur Bürgertestung im KVN-Portal erkären (Bereich „Corona-Schnelltests PoC Bürgertestung“ auf der Startseite). Diese Praxen können dann von Bürgern in der Arztauskunft Niedersachsen gefunden werden, wenn als Option „Corona-Schnelltest“ ausgewählt wird.

 

Die Abrechnung der Leistung und Sachkosten erfolgt entsprechend der Testverordnung (siehe ersten Eintrag in diesem Bereich). Bitte beachten Sie, dass nur die Sachkosten  für beim BfArM gelistete PoC-Antigen-Schnelltests erstattet werden können. Erstattet werden zudem seit  dem 1. April 2021 höchstens 6 Euro pro Test.

Stellt die KVN die PoC-Antigen-Tests für die „Bürgertestung“?​

Nein. Diese müssen von den Praxen selbst beschafft werden.

Bitte beachten Sie, dass nur die Sachkosten für beim BfArM gelistete PoC-Antigen-Schnelltests erstattet werden können. Erstattet werden zudem seit dem 1. April 2021 höchstens 6 Euro pro Test.

Wie wird die Abstrichentnahme und die Laboruntersuchung bei asymptomatischen, privatversichertenNutzern der Corona-Warn-App mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ abgerechnet und vergütet?

Zunächst muss im Fall eines privatversicherten Nutzers der Corona-Warn-App mit entsprechender Statusanzeige geklärt werden, ob ein Anspruch auf Testung über die private Versicherung besteht. Nur falls dies nicht der Fall sein sollte besteht ein Anspruch über die Testverordnung. Dies ergibt sich aus §1 Abs 2 und 3 der TestV.

 

Dafür sollte man zunächst prüfen, ob evtl entsprechende Symptome vorliegen – dann liegt ein kurativer Fall vor, der wie üblich über die Versicherung des Patienten abzurechnen ist.

 

Falls die Person asymptomatisch ist, muss als nächstes geklärt werden, ob evtl. trotzdem ein Anspruch des Versicherten gegenüber seiner Versicherung besteht (weil diese z. B. eine Testung des Nutzers in dieser Konstellation abdeckt. Da dies von der Versicherung und dem konkreten Vertrag abhängt, muss es jeweils im patientenindividuellen Einzelfall geklärt werden.

 

Erst falls das alles nicht der Fall sein sollte, kann die Testung entsprechend der TestV erfolgen, Anspruch besteht in diesem Fall nach §2(2) Nr 5. Details zur Abrechnung über die Testverordnung finden Sie in den ersten Fragen in diesem Bereich.

Wie rechne ich die Abstrichentnahme bei symptomatischen Patienten ab?

Ab dem 1. Oktober 2020 kann die Abstrichentnahme in diesen Fällen über die KVN-interne GOP 97123 und die GOP 02402 abgerechnet werden.

 

Falls im entsprechenden Behandlungsfall keine Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale und keine Gebührenordnungspositionen des Kapitels 1.2 EBM zur Abrechnung kommt, kann zusätzlich zur GOP 02402 auch die GOP 02403 abgerechnet werden.

 

Wichtig für die Abrechnung ist auch, dass der Arzt die Ziffer 88240 an allen Tagen dokumentiert, an denen er den Patienten wegen des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt. Dies liegt daran, dass alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, seit 1. Februar 2020 in voller Höhe bezahlt wurden. In 2021 erfolgt die Vergütung aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Eine Erhöhung der MGV ist – nach Abgleich der Entwicklung der tatsächlichen Leistungsmenge mit der vereinbarten Steigerung der MGV – weiterhin möglich. Auf diese Vergütungsvereinbarung hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband geeinigt.

 

Eine Übersicht über die derzeit bestehenden Möglichkeiten zur Abrechnung der Abstrichentnahme findet sich hier.

Beeinflussen Laborbestimmungen bei COVID-19-Verdachtsfällen den Wirtschaftlichkeitsbonus Labor meiner Praxis?

Nein. Die entsprechenden Laboruntersuchungen von symptomatischen Personen (GOP 32816 PCR-Nachweis SARS-CoV2 und 32779 laborbasierter Antigennachweis bei kurativen Fällen) werden seit dem Quartal IV/2020 nicht mehr zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus Labor berücksichtigt. Testungen von asymptomatischen Personen entsprechend der nationalen Testverordnung werden gesondert abgerechnet und haben deshalb ebenfalls keinen Einfluss auf den Wirtschaftlichkeitsbonus Labor.

Besteht nach der Aufnahme der Ziffer 02402 in den EBM eine Möglichkeit, die Leistung in der Arztpraxis zu verweigern?

Nach der Aufnahme der Ziffer 02402 in den EBM ist der Arzt aufgrund seiner Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung grds. verpflichtet, die Abstrichentnahme für Untersuchungen nach den Gebührenordnungspositionen 32816 oder 32779 EBM durchzuführen. Von einer tatsächlichen Durchführung kann nicht ausgegangen werden, wenn die Abstrichentnahme nur sehr selten in großen Abständen zu bestimmten Zeiten angeboten wird.

 

Ausnahmen können sich gem. § 13 Abs. 7 BMV-Ä – wie bei anderen Behandlungen auch - nur bei einem gestörten Vertrauensverhältnis oder einer Überlastungssituation der Praxis ergeben.

 

Als zu Beginn der Corona-Pandemie nicht genug Schutzausrüstung zur Verfügung stand, hat die KVN die Auffassung vertreten, dass aufgrund der nicht zur Verfügung stehenden Schutzkleidung die Behandlung abgehlehnt werden darf, da ein begründeter Fall für eine Behandlungsablehnung im Sinne von § 13 Absatz 7 S. 2 BMV-Ä anzunehmen war. Mittlerweile steht jedoch genug Schutzausrüstung zur Verfügung. Durch die Schutzausrüstung können sich auch Angehörige von Risikogruppen ausreichend schützen, sodass auch diese die Behandlung nicht mehr gem. § 13 Abs. 7 S. 2 BMV-Ä ablehnen dürfen.

Wie erkenne ich, ob es sich ob es sich im konkreten Fall um einen Verdachtsfall von COVID-19 handelt?

Orientieren Sie sich dazu strikt an dem Flussschema des RKI zur Identifizierung und Abklärung  von Verdachtsfällen.

Welche Patienten sollen getestet werden? Sollen auch Patienten ohne Symptome getestet werden?

Orientieren Sie sich dazu strikt an dem Flussschema des RKI zur Identifizierung und Abklärung  von Verdachtsfällen. Zur Zuständigkeit bei den Abstrichen von asymptomatischen Personen beachten Sie bitte die entsprechende Übersicht der KVN

Was mache ich, wenn ich bei mir oder meinen Mitarbeiter/innen einen Test für notwendig halte?

Falls bei der entsprechenden Person Symptome bestehen, handelt es sich um einen kurativen Fall.

Abgesehen davon haben laut der Testverordnung asymptomatische Personen, die in Arztpraxen tätig sind und werden sollen, Anspruch auf eine Diagnostik mittels Antigen-Tests, wenn das Testkonzept der Praxis dies vorsieht. Sie können diese Abstriche selbst durchführen. Bitte beachten Sie, dass Sie in diesem Fall zwar die Sachkosten für den POC-Antigen-Schnelltest abrechnen können (seit dem 01.04.2021 höchstens 6 Euro pro Test), aber die Abstrichleistung an sich nicht abrechenbar ist. Bei positivem POC-Antigen-Schnelltest ist eine Abklärung durch einen PCR-Test zu veranlassen und zusätzlich die gesetzliche Meldepflicht zu beachten. Diese Bestätigungsdiagnostik per PCR wird derzeit nicht als kurative Leistung und damit nicht über den EBM abzurechnen. Sie ist vielmehr entsprechend der Testverordnung abzurechnen.

Benötige ich für die Testung meiner Mitarbeiter ein vom Gesundheitsamt genehmigtes Testkonzept?

Sie benötigen ein entsprechendes Testkonzept, dass die Testung von asymptomatischen Personen vorsieht, die in der Praxis tätig sind oder werden sollen. Dies muss allerdings nicht vom Gesundheitsamt genehmigt werden.

 

Bitte beachten Sie die abweichenden Regelungen für Einrichtungen des ambulanten Operierens und Dialyseeinrichtungen, die Sie im entsprechenden FAQ-Bereich finden können.

Wie melde ich positiv getestete Patienten? Muss ich auch Verdachtsfälle melden?

Ärzte sind verpflichtet, alle begründeten Verdachts-​, Krankheits-​ und Todesfälle im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2-Virus dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden. Orientieren Sie sich zur Meldung von Verdachtsfällen an dem Flussschema des RKI zur Identifizierung und Abklärung von Verdachtsfällen. Weitere Informationen zur Meldung von Verdachtsfällen finden sich hier. Bitte beachten Sie, dass die Meldepflicht bereits bei positivem PoC-Antigen-Schnelltest besteht. Laut BMG besteht für positive Selbsttests keine Meldepflicht, allerdings müssen diese – wie positive PoC-Antigen-Schnelltests – durch eine PCR-Untersuchung abgeklärt werden. Auch diese Abklärung fällt unter die aktuelle Testverordnung, die Abrechnung erfolgt entsprechend (siehe erste Fragen in diesem Bereich).

 

Alle vorgeschriebenen Meldungen - inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person - müssen innerhalb von 24 Stunden über ein einheitliches Formular erfolgen. Sie können das Formular hier aufrufen.

Was muss ich tun, wenn ein Patient den Test auf SARS-CoV-2 ablehnt, obwohl bei ihm ein dringender Verdacht vorliegt?

Wir empfehlen, dem Gesundheitsamt den sich weigernden Patienten als Verdachtsfall zu melden, wenn aus ärztlicher Sicht ein Test auf Covid-19 medizinisch notwendig ist und eine entsprechende Indikation vorliegt (vgl. Flussschema des RKI). Dies dürfte jedenfalls bei Vorliegen der typischen Corona-Symptomatik (wie Geruchs- oder Geschmacksstörungen oder schweren respiratorischen Symptomen z. B. durch akute Bronchitis oder Pneumonie, Atemnot oder Fieber) wohl der Fall sein. Das Gesundheitsamt entscheidet dann über weitere Maßnahmen und kann eine krankheitsverdächtige Person bspw. auch zur Durchführung eines Tests verpflichten.

Kann ich einen Patienten vor dessen Aufnahme in eine stationäre Reha testen?

Ja, Vertragsärzte können diese Patienten testen, müssen es aber nicht tun. Die Abrechnung erfolgt entsprechend der Vorgaben der Testverordnung.

 

Alternativ kann der Patient sich auch durch den ÖGD testen lassen.

 

Welche Personen haben ein höheres Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf?

Informationen und Hilfestellungen zu dieser Frage finden sich hier.

Welche ICD-Codes muss ich für symptomatische und asymptomatische Personen verwenden, die ich teste? ​

Die korrekte Kodierung der verschiedenen Fallkonstellationen ist in dieser Praxisinformation der KBV dargestellt.

Wie kodiere ich Fälle, in denen Patienten nach überstandener COVID-19-Erkrankung weiterhin Probleme haben?

Die korrekte Kodierung der verschiedenen Fallkonstellationen ist in dieser Praxisinformation der KBV dargestellt.

 

Die KBV hat die ICD-Stammdateien entsprechend aktualisiert.

Bin ich verpflichtet, asymptomatische Personen, die mir das Gesundheitsamt oder die Rehabilitationseinrichtung schickt, abzustreichen?

Nein, Sie sind zwar dazu berechtigt, aber nicht verpflichtet. Primäre Aufgabe in der vertragsärztlichen Versorgung ist die Versorgung symptomatischer Patienten. Wenn Sie darüber hinaus noch Kapazitäten für Testungen asymptomatischer Personen haben, können Sie dies natürlich machen und entsprechend der Vorgaben zur Abrechnung nach Testverordnung mit der KVN abrechnen.

Kann ich auf demselben Muster 10c zusätzlich zur PCR-Testung auf SARS-CoV2 noch weitere Laboruntersuchungen veranlassen?

Für die Laborveranlassung der PCR-Testung auf SARS-CoV2 nutzen Sie je nach Anlass der Untersuchung entweder Muster 10c (kurativer Fall) oder Muster 10 OEGD (Testungen nach TestV).

 

Falls Sie zusätzlich noch andere Untersuchungen veranlassen wollen, nutzen Sie hierfür separat das übliche Muster 10.

Patienten sollen laut BMG vor Aufnahme in ein Krankenhaus auf das SARS-CoV-2-Virus getestet werden. Ist dies eine Kassenleistung?

Das Krankenhaus kann gemäß § 1 Abs. 3 der Vereinbarung zu § 26 Abs. 2 KHG einerseits bei einer stationären Aufnahme eine Testung durchführen als auch im Rahmen einer vorstationären Behandlung. Das Krankenhaus ist aber nicht verpflichtet, vorstationär Testungen auf Covid-19 durchzuführen. Soweit ein Krankenhaus keine vorstationären Testungen durchführt, hat der Versicherte einen Anspruch auf Testung nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 TestV solange dies vom Krankenhaus auf der Grundlage des einrichtungsbezogenen Hygienekonzeptes verlangt wird. Dies muss ggf. mit dem aufnehmenden Krankenhaus abgeklärt werden. In diesen Fällen ist eine Testung durch niedergelassene Ärzte möglich.

 

Eine Übersicht über die derzeit bestehenden Möglichkeiten zur Abrechnung der Abstrichentnahme bei asymptomatischen Personen zu Lasten der GKV findet sich hier

Welche direkten Erreger-Nachweise kommen für asymptomatische Personen nach der Testverordnung in Betracht?

Neben den empfohlenen PCR-​Tests sind auch die vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte hierfür veröffentlichten Antigen-Tests auf SARS-CoV-2 zur professionellen Anwendung, die Gegenstand des Anspruchs nach §1 Satz 1 Coronavirus-Testverordnung (TestV)möglich, entweder als Labortest oder als POC-​Schnelltest. Bitte beachten Sie, dass nur die Sachkosten (seit ab dem 1. April 2021 höchstens 6 Euro pro Test) für die o.g. Antigen-Tests zur professionellen Anwendung erstattet werden können.

Kann ich den POC-Schnelltest auch für symptomatische Patienten verwenden?

Derzeit bietet der EBM hierfür keine Abrechnungsmöglichkeit.

Wie rechne ich die Abstrichentnahme für den PCR-Test nach positivem POC-Schnelltest eines gesetzlich Versicherten ab?

Die erforderliche bestätigende Diagnostik mittels PCR-Test ist nicht als kurative Leistung über den EBM, sondern über die Testverordnung abzurechnen. Bitte beachten Sie die gesetzliche Meldepflicht, die bereits bei einem positiv ausfallenden POC-Schnelltest besteht.

 

Muss ich den asymptomatischen Ehemann einer positiv getesteten Patientin dem Gesundheitsamt melden oder kann ich ihn direkt abstreichen?

Die Meldepflicht beschränkt sich auf die positiv getestete Ehefrau. Den Ehemann brauchen Sie nicht melden und können ihn direkt abstreichen. Die Abrechnung erfolgt wie bei allen asymptomatischen Kontaktpersonen entsprechend der nationalen Testverordnung. Die Kontaktpersonennachverfolgung seitens des Gesundheitsamtes bleibt davon unberührt.

Wie häufig können in den verschiedenen Fallkonstellationen die Testungen durchgeführt werden?

Testungen für Kontaktpersonen, im Fall eines Ausbruchsgeschehens sowie zur Verhinderung der Verbreitung des Virus bei Personen, die in bestimmten Einrichtungen oder Unternehmen behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen können für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

 

Bürgertestungen asymptomatischer Personen nach § 4a können im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche in Anspruch genommen werden.

 

Die bestätigende PCR-Diagnostik nach positivem Schnelltest und die ggf in einem nächsten Schritt bei begründetem Verdacht durchführbare variantenspezifische PCR-Testung umfasst für jeden Einzelfall bis zu zwei Testungen.

Wenn ich den POC-Schnelltest nicht für bis zu 6 Euro beziehen kann, was dann?

Die Art der Testung ist grundsätzlich nicht vorgegeben (Ausnahme z.B. für Heimbewohner nur POC-​Schnelltest oder für eigenes Personal nur Labor-​Antigen-Test oder POC-​Schnelltest). Insofern kann ggf. auch ein PCR-​Test veranlasst werden. Im Übrigen besteht keine Testverpflichtung von asymptomatischen Personen für den niedergelassenen Arzt.

Können sich jetzt auch asymptomatische Lehrer erneut testen lassen?

Bitte beachten Sie, dass der Vertrag zur Lehrkräftetestung mit Ablauf des 28.03.2021 endete. Testungen im Rahmen des Vertrages sind seitdem nicht mehr möglich.

 

Die Dokumentation der durchgeführten Testungen musste bis einschließlich 30.03.2021 im KVN-Portal erfolgen.

Können sich jetzt auch asymptomatische Erzieher in Kindertageseinrichtungen testen lassen?

Die entsprechende Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und dem Hausärzteverband ist mit dem Ende der Osterferien ausgelaufen. Testungen im Rahmen der Vereinbarung sind seitdem nicht mehr möglich.

 

Bitte beachten Sie, dass die entsprechenden Leistungen nicht über die KVN abgerechnet werden können.

Muss ich mich durch Vorlage von Bescheinigungen oder ähnlichem vergewissern, dass ein Testanspruch für die jeweilige Konstellation besteht?

Die zu testende Person muss den Anspruch lediglich darlegen können. Sie selbst benötigen keine darüber hinausgehenden Bescheinigungen.

Ich soll in dem von mir betreuten Pflegeheim jede Woche die asymptomatischenHeimbewohner testen. Geht das?

Für asymptomatische Heimbewohner, aber auch für Personen in Rehabilitationseinrichtungen oder für Dialyse-​Patienten gilt, dass die Testung (POC-​Schnelltest) im Rahmen eines vom Gesundheitsamt genehmigten Testkonzepts von der Einrichtung selbst durchgeführt werden muss (für Pflegeheime werden die POC-​Schnelltests durch das Pflegeheim mit der Pflegekasse abgerechnet).

 

Nur im Falle eines Ausbruchsgeschehens oder vor geplanter Aufnahme können (nicht müssen) Sie die Testung asymptomatischer Heimbewohner durchführen.

Kann ich das asymptomatischen Personal eines Pflegeheims jede Woche abstreichen und testen und dies abrechnen?

Nein, die Abrechnung der Abstrichleistung durch einen Niedergelassenen Arzt ist in diesem Fall nicht möglich.

Kann ich asymptomatisches Personal aus anderen Praxen einmal pro Woche abstreichen und testen und dies abrechnen?

Asymptomatisches Personal aus Arztpraxen und aus Praxen anderer Heilberufe (z. B. Logopädiepraxen, Psychotherapiepraxen hat nach §4 der Testverordnung einen Anspruch auf Testung mittels Antigentest, wenn das Testkonzept der Praxis dies vorsieht.

 

Die Abrechnung von Abstrichen des Personal aus der eigenen und anderen Arztpraxen ist dabei nicht zulässig.

 

Für einen Abstrich von Personal aus einer Praxis anderer Heilberufe können nach TestV 15 Euro abgerechnet werden.

Kann ich asymptomatisches Personal von Rettungsdiensten einmal pro Woche abstreichen und testen und dies abrechnen?

Nein, die Abrechnung der Abstrichleistung durch einen niedergelassenen Arzt ist in diesem Fall nicht möglich.

Was genau beinhaltet die Schulung von Personal aus Einrichtungen zu den POC-Antigentests, damit die Einrichtung die Testungen entsprechend Testkonzept selbst durchführen kann?

Laut §12 ABs 4 der TestV können Niedergelassene das Personal von entsprechenden Einrichtungen „zur Anwendung und Auswertung von PoC-Antigen-Tests“ schulen und für diese Schulung pro Einrichtung höchstens alle zwei Monate 70 Euro  abrechnen.

 

Die KBV stellt ausführliche Materialien zur Verfügung, die niedergelassene Ärzte im Rahmen dieser Schulungen nutzen können. Diese enthalten Informationen z. B. zur Durchführung der Tests, der erforderlichen Schutzausrüstung und der korrekten Entsorgung der PoC-Antigen-Schnelltests.

 

Falls Sie für Ihre Schulung andere Materialien z. B. aus dem Internet nutzen wollen, empfehlen wir Ihnen, dies vorher mit dem Inhaber der Rechte abzustimmen.

 

Abgesehen davon muss die Schulung laut Testverordnung „zur Anwendung und Durchführung von PoC-Antigen-Tests“ erfolgen. Da die unterschiedlichen PoC-Antigen-Tests sich teilweise deutlich in der Durchführung unterscheiden (z. B. in Bezug auf die Erfordernisse von oropharyngealen, nasopharyngealen oder beiden Abstrichen oder auf die Art und Menge der zu applizierenden Pufferlösung), sollte sich die Schulung aus unserer Sicht auf den in der jeweiligen Einrichtung konkret vorhandenen Test beziehen. Zusätzlich sollte aus unserer Sicht der Hinweis erfolgen, dass grundsätzlich in jedem Fall und insbesondere bei Verwendung von Tests anderer Hersteller für die Durchführung jeweils die Packungsbeilage herangezogen werden sollte.

 

Nach Ansicht der KVN sind Fragen z.B. zum Personenkreis, der Anspruch auf Testung hat, kein Bestandteil der Schulung. Diese Fragen muss die Einrichtung ggf. anderweitig klären.

 

Vorgaben für eine Bescheinigung der durchgeführten Schulung existieren derzeit nicht. Diese kann deshalb aus unserer Sicht formlos bescheinigt werden.

 

Ebenso existieren keine Vorgaben für eine Bescheinigung, die die Einrichtung dem die Schulung durchführenden Arzt ausstellt, auch diese kann deshalb aus unserer Sicht formlos erfolgen. Sie brauchen auch keine entsprechende Bescheinigung im Rahmen der Abrechnung mit der KVN einreichen. Laut Testverordnung sind die der Rechnungslegung zugrundeliegenden Unterlagen jedoch unverändert zu speichern oder aufzubewahren.

Wie oft kann ich eine Schulung eines Heimes durchführen und abrechnen?

Die Schulung kann je Einrichtung höchstens alle zwei Monate abgerechnet werden. ​

Sind Vertragsärzte verpflichtet, asymptomatische​ Kontaktpersonen zu testen?

Vertragsärzte sind nicht verpflichtet, Kontaktpersonen zu testen. Mit der Coronavirus-​Testverordnung wird ihnen aber die Möglichkeit gegeben, aus der Behandlung heraus bekannte Kontaktpersonen zu testen und die Leistung nach der Testverordnung abzurechnen.

Neu: Kann ich eine asymptomatische Kontaktperson eines bestätigten Falles mit einem POC-Schnelltest testen?​

Die aktuellen Empfehlungen des RKI zum Management von Kontaktpersonen finden Sie hier. Die Abrechnung der erforderlichen Testungen erfolgt nach den Vorgaben der TestV. Die vom RKI empfohlenen zweimal wöchentlichen Antigentestungen können dabei als Bürgertestungen (§4a TestV) abgerechnet werden, da jede asymptomatischen Person ohne weitere Voraussetzungen mindestens einmal wöchentlich hierauf Anspruch hat. Bitte beachten Sie jedoch, dass unter Quarantäne stehende Kontaktpersonen ihre Wohnung normalerweise auch für die Durchführung von SARS-CoV-2-Testungen nicht verlassen dürfen, wenn dies in der Quarantäneanordnung nicht ausdrücklich vorgesehen ist. Gegebenenfalls muss das konkrete Vorgehen mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt werden.

Brauche ich ein Testkonzept, wenn ich die in meiner Praxis Tätigen regelmäßig testen will? ​

Aus Sicht der KVN ist davon auszugehen, dass die Arztpraxen in jedem Einzelfall unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse eine Bestimmung zum Umfang der Testung der in der Praxis Tätigen treffen. Ein Schriftformerfordernis oder eine Genehmigungspflicht des jeweiligen Testkonzeptes besteht hierbei nicht. Die Testverordnung sieht diesbezüglich lediglich vor, dass Arztpraxen bis zu 10 PoC-Antigen-Tests je in der Praxis tätiger Person pro Monat in eigener Verantwortung zu beschaffen und zu nutzen können. Bitte beachten Sie die abweichenden Regelungen für Einrichtungen des ambulanten Operierens und Dialyseeinrichtungen, die Sie im entsprechenden FAQ-Bereich finden können.

 

Asymptomatische Personen, die in Arztpraxen tätig werden sollen oder tätig sind haben, wenn es die Praxen oder der ÖGD zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 verlangen, grds. einen Anspruch auf eine Diagnostik mittels Antigentest. Arztpraxen rechnen die Sachkosten für die selbstbeschafften POC Antigen-Test nach § 11 TestVO mit der KV ab. Die Erstattung der Sachkosten erfolgt seit dem 1. April 2021 nur noch bis zu einer Höhe von 6 Euro/Test.

Gibt es einen Anspruch des Personals einer Arztpraxis auf Durchführung eines Test nach der Testverordnung des Bundes oder anderer Normen, ggf. unter welchen Voraussetzungen und wie oft?

Es besteht kein direkter Anspruch eines Mitarbeiters einer Arztpraxis auf Testung auf das Coronavirus gegenüber dem Arbeitgeber aus der Coronavoris-Testverordnung (TestVO) des Bundesministeriums für Gesundheit. Zwar regelt die TestVO Ansprüche für Mitarbeiter von Arztpraxen nach dem Auftreten von Infektionen in einer Arztpraxis sowie zur Verhütung der Verbreitung des Coronavirus, daraus lässt sich aber keine Verpflichtung des Arbeitgebers herleiten.

 

Allerdings sieht die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) nunmehr vor, dass zur Minderung des betrieblichen SARS-CoV-2-Infektionsrisikos der Arbeitgeber Beschäftigten, soweit diese nicht ausschließlich in ihrer Wohnung arbeiten, mindestens zweimal pro Kalenderwoche einen Test in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 anzubieten hat. Das Personal einer Arztpraxis hat demnach aufgrund der Corona-ArbSchV einen Anspruch auf Durchführung von Tests in dem o. g. Umfang.

Wann kann das Personal einer Arztpraxis nach dem Auftreten von Infektionen mit dem Coronavirus in der Arztpraxis nach der TestVO getestet werden und welche Regeln gelten diesbezüglich?

Nach dem Auftreten von Infektionen mit dem Coronavirus in einer Arztpraxis können die Mitarbeiter der Arztpraxis in Arztpraxen getestet werden, wenn in oder von der Arztpraxis von dieser oder vom öffentlichen Gesundheitsdienst außerhalb der regulären Versorgung in den letzten zehn Tagen eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde, wenn sie in dieser Arztpraxis tätig sind oder waren. Der Anspruch besteht bis zu 21 Tage nach der Feststellung einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person, wenn die Testung zur Aufhebung der Absonderung erfolgt. Der Anspruch auf Testung besteht nur, wenn gegenüber dem testenden Arzt dargelegt wird, dass die zu testende Person den erforderlichen Bezug zu Einrichtungen oder Unternehmen hat, in denen von diesen Einrichtungen oder Unternehmen oder vom öffentlichen Gesundheitsdienst eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde.

 

Als Testverfahren sollte vorrangig ein PCR-Test gewählt werden. Antigen-Tests dürfen nach der Nationalen Teststrategie eingesetzt werden, wenn nicht ausreichend PCR-Testkapazitäten zur Verfügung stehen. Die Beauftragung des Labors erfolgt über das Formular OEGD. Die Abrechnung erfolgt nach der TestVO über die KVN. Die TestVO regelt jedoch in den o. g. Fällen nicht, dass der Anspruch der Angestellten in der Arztpraxis gegenüber dem Arbeitgeber geltend gemacht werden kann. Vielmehr werden als zur Leistungserbringung berechtigte Leistungserbringer

  • die zuständigen Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die von ihnen betriebenen Testzentren,
  • die von den Stellen nach Nummer 1 als weitere Leistungserbringer beauftragten Dritten oder
  • die zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Leistungserbringer und die von den
  • benannt. D.h. der anstellende Arzt kann, muss aber seine Angestellte auf dieser Grundlage nicht testen.

 

Eine derartige Testung kann gem. § 5 Abs. 1 S. 1 TestVO für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Wann kann das Personal einer Arztpraxis nach der TestVO präventiv getestet werden und welche Regeln gelten diesbezüglich?

Außerdem können Mitarbeiter von Arztpraxen regelhaft präventiv getestet werden. Eine Abstimmung mit dem ÖGD ist nicht erforderlich. Für regelmäßige Testungen dürfen allerdings nur Antigen-Labortests und Antigen-Schnelltests verwendet werden. Es dürfen nur Antigen-Schnelltests verwendet werden, die das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte auf seiner Internetseite ausweist. Bei einem positiven Antigen-Test muss immer ein PCR-Test durchgeführt werden. Eine derartige Testung kann gem. § 5 Abs. 2 TestVO für jeden Einzelfall einmal pro Woche wiederholt werden.

Gibt es aus arbeitsrechtlicher Sicht gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf Durchführung eines Tests?

Ja. Gem. § 5 Abs. 1 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) hat der Arbeitgeber Beschäftigten zur Minderung des betrieblichen SARS-CoV-2-Infektionsrisikos, soweit diese nicht ausschließlich in ihrer Wohnung arbeiten, mindestens zweimal pro Kalenderwoche einen Test in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 anzubieten.

Gibt es Empfehlungen, ein Testkonzept aufzustellen?

Das Thema "Testen" wird zentral unter der nationalen Teststrategie SARS CoV-2 behandelt, die differenzierte Regelungen enthält. Für Personal aus Arztpraxen ohne COVID-19-Fall wird dort ausgeführt, dass das Personal in Arztpraxen vermehrt getestet werden soll, um die Verbreitung des SARS-CoV-2 Virus durch asymptomatische Träger in Praxen mit hoher Patienten-Fluktuation zu verhindern. Regelmäßige vorsorgliche (Reihen-)Testungen von Personal in Gebieten mit einer erhöhten Inzidenz (z.B. 7-Tage-Inzidenz >50/100.000) werden empfohlen, sind aber nicht verpflichtend vorgegeben.

Kann das Personal einen vom Arbeitgeber angeordneten Test ablehnen?

Die Wahrnehmung von Testangeboten auf Grundlage der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ist den Beschäftigten freigestellt. Eine ausdrückliche Anspruchsgrundlage des Praxisinhabers gegenüber Arbeitnehmern dürfte mithin nicht vorliegen. In diesem Fall wäre der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers sehr hoch. Wenn Personal hingegen nach der nationalen Teststrategie zu testen wäre und Mitarbeiter dies verweigern, könnten daraus möglicherweise arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen werden. Denkbar wäre danach auch, dass der Arbeitgeber die Arbeitsleistung aus Fürsorgegründen gegenüber anderem Personal und Patienten zurückweist und keinen Lohn entrichtet. Diese Entscheidung wäre aber im Einzelfall gründlich abzuwägen. Es dürfte in jedem Falle erforderlich sein, das ein konkretes Risiko einer Infektion der betroffenen Person besteht. Hierzu wird empfohlen, gesonderten arbeitsrechtlichen Rat einzuholen.

Besteht ein Anspruch auf „Freitestung“ zur Verkürzung der Absonderungszeit nach der Coronavirus-Testverordnung?

Ansprüche auf Testung können für gesetzlich Versicherte als Krankenbehandlung als EBM-Leistung erbracht werden sowie für asymptomatische Personen als Leistung nach der Coronavirus-Testverordnung.

 

Symptomatische gesetzlich versicherte Personen können grds. getestet werden. Die Beauftragung der Laboruntersuchung erfolgt mit Formular 10 C und die Abrechnung erfolgt nach dem EBM. Zu beachten ist, dass die Testung den allgemeinen Kriterien der Leistungserbringung entsprechen muss, also wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig sein muss. Eine Testung nur zum Zweck der Beendigung einer Isolation ist medizinisch regelmäßig nicht notwendig, da sich die Behandlung des Patienten durch das Ergebnis nicht ändert, sondern ggf. nur eine behördliche Maßnahme beendet wird. Hierzu gibt es folgende Ausnahme:

Es besteht die Möglichkeit, dass wegen einer positiven Testung aufgrund der Testverordnung eine Isolationsmaßnahme angeordnet wird. Da nach der Testverordnung eine Wiederholungstestung möglich ist, kann in diesen Fällen die „Freitestung“ über die Testverordnung erfolgen, auch wenn es sich um „bestätigte Fälle“ handelt, die ansonsten unter den EBM fallen.

 

Asymptomatische Personen können nach der Coronavirus-Testverordnung getestet werden, wenn

  • Kontaktpersonen getestet werden sollen,
  • Testungen nach einem Ausbruch in Pflegeeinrichtungen, Schulen, Dialysezentren, Asylbewerberheimen etc. stattfinden sollen wenn die Einrichtung oder der ÖGD dort Fälle von COVID-19 festgestellt haben oder
  • vor einer ambulanter OP oder Aufnahme in eine Gesundheitseinrichtung (z. B. Krankenhaus, Rehaeinrichtung, Pflegeeinrichtung).

 

Die Beauftragung der Laboruntersuchung erfolgt mit dem Formular OEGD und die Abrechnung erfolgt nach der Testverordnung. Diese Testungen dürfen für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden. Es besteht wie oben dargestellt die Möglichkeit, dass wegen einer positiven Testung aufgrund der Testverordnung eine Quarantäne angeordnet wird. Da eine Wiederholungstestung möglich ist, kann in diesen Fällen die „Freitestung“ über die Testverordnung erfolgen.

Stellt die KVN Vordrucke für den Genesenennachweis bereit?​

Die KVN empfiehlt, dass Genesene einen Laborbefund ihres positiven PCR-Tests mitführen. Falls eine zusätzliche Bescheinigung erforderlich erscheint, kann diese durch den Patienten beim während der damaligen Erkrankung zuständigen Gesundheitsamt angefordert werden.

 

Grundsätzlich können auch Ärzte die Genesenennachweise ausstellen. Bitte beachten sie, dass die Genesenennachweise derzeit ausschließlich aufgrund eines mindestens 28 Tage und maximal 6 Monate alten positiven PCR-Labortests ausgestellt werden können. Ein SARS-CoV-2-Antikörpernachweis reicht hierfür nicht aus.

 

Außerdem ist eine Vergütung für das Ausstellen des Nachweises weder über die GKV noch über den Bund vorgesehen. Diese müsste deshalb ggf. mit dem Patienten selbst über die GOÄ abgerechnet werden. 

 

Im KVN-Portal ist eine Musterbescheinigung des ÖGD einzusehen, an der sich Ärzte beim Ausstellen des Genesenennachweises orientieren könnten.

Handelt es sich bei SARS-CoV-2-Antikörpertests um eine Kassenleistung?

Bitte beachten Sie, dass positive Antikörperbestimmungen derzeit nicht für die Ausstellung eines Genesenennachweises genutzt werden können! Außerdem fallen Antikörperbestimmungen, die nicht in engen zeitlichen Zusammenhang mit einer akuten COVID-19-typischen Symptomatik stehen, derzeit nicht unter die GKV-Leistungspflicht.

 

 

Antikörpertests können in seltenen Fällen bei akuter COVID-19-typischer Symptomatik sinnvoll sein. Dennoch sollte der direkte Erregernachweis im Vordergrund stehen.

 

Mit den derzeit am Markt befindlichen Antikörpernachweisen kann bei einmaliger Untersuchung nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt.

 

Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion oder ein deutlicher Titeranstieg für IgG- oder Gesamt-Antikörper in demselben Testverfahren festgestellt werden, kann dies insbesondere bei entsprechender Symptomatik auf eine akute Infektion hinweisen.

 

Hierzu sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss im Hinblick auf die Feststellung signifikanter Veränderungen in demselben Labor / mit demselben Test untersucht werden.

 

Das Blut wird auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden.

 

Bei der Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss im Rahmen des laborärztlichen Befundes Folgendes berücksichtigt werden:

  • Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests
  • Ergebnis einer gegebenenfalls durchgeführten Voruntersuchung
  • anamnestische Angaben

Meldepflichtig sind der direkte und indirekte Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. Der veranlassende Arzt und auch der Laborarzt müssen die Infektion – wie bei einem PCR-Test – namentlich dem Gesundheitsamt melden.

 

Hinweise zur Abrechnung

 

Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.

 

Eine Testung ohne direkten Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik ist keine vertragsärztliche Leistung. Aussagen zu einer bestehenden Immunität sind aus den Untersuchungsergebnissen gegenwärtig noch nicht sicher abzuleiten.

 

Schnellteste können nicht abgerechnet werden.

 

Die Ärzte, die Antikörper untersuchen, sollten an Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

 

Bitte beachten Sie, dass der alleinige Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern nicht zur Ausstellung einen Genesenennachweises berechtigt. Der laborbasierte Nachweis der Genesung erfolgt derzeit durch einen positiven PCR-Laborbefund, der mindestens 28 Tage alt ist.

Handelt es sich bei SARS-CoV-2-Antigentests von symptomatischen Patienten um eine Kassenleistung?

Zur Abbildung der Diagnostik des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 mittels Direktnachweis

des SARS-CoV-2-Antigens durch Anwendung eines Immunoassays wurde ab dem 1. Oktober 2020 die Gebührenordnungsposition 32779 in Abschnitt 32.3.11 des EBM aufgenommen. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um eine laborbasierte Untersuchung handelt. Die Abrechnung von PoC-Antigen-Schnelltests auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 über den EBM ist nicht vorgesehen. 

 

Zur Veranlassung des laborbasierten SARS-CoV-2-Antigennachweises (GOP 32779) muss das Muster 10 verwendet werden.

Dürfen sich alle asymptomatischen Personen, die aus dem Ausland einreisen, kostenlos testen lassen?​​

Seit dem 16. Dezember 2020 besteht für asymptomatische Einreisende aus ausländischen Risikogebieten kein Anspruch auf kostenlose Testung nach der nationalen Testverordnung mehr. Es handelt sich bei diesen Testungen jetzt um eine Selbstzahlerleistung.

Wie kommt mein Patient an eine englischsprachige Version seines Testergebnisses?

Die Notwendigkeit einer englischsprachigen Version des Testergebnisses muss auf der Laboranforderung im Einzelfall konkret vermerkt werden. Es sollte vorher mit dem genutzten Labor geklärt werden, ob überhaupt englische Versionen erstellt werden können.

 

Die KVN weist darauf hin, dass englischsprachige Testergebnisse eigentlich nur aufgrund einer geplanten Reise ins Ausland erforderlich werden können. Falls bei der Person keine Indikation zur Testung im Rahmen der GKV oder der nationalen Testverordnung vorliegt, handelt es sich bei der Testung in diesen Fällen also um eine Selbstzahlerleistung. Dies gilt natürlich auch für ggf durch die Übersetzung des deutschen Testergebnisses entstehenden Kosten.

Muss ich mich vor dem Betreten eines Pflegeheims für Hausbesuche wirklich testen (lassen)?

Aufgrund der aktuellen niedersächsischen Corona-Verordnung kann - ab dem Übersteigen einer aktuellen Inzidenzzahl von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner pro Woche in der entsprechenden Gebietskörperschaft, in deren Gebiet die Einrichtung liegt - ein Betreten erst bei Vorliegen eines negativen Testergebnisses ermöglicht werden. Eine Testung ist nicht erforderlich, wenn die jeweils zu testende Person ein schriftliches oder elektronisches negatives Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 nachweist und die dem Testergebnis zu Grunde liegende Testung höchstens 36 Stunden vor dem Besuch oder dem Betreten vorgenommen wurde. Der Test muss die jeweils geltenden Anforderungen des Robert Koch-Instituts erfüllen.

 

Für vollständig gegen COVID-19 geimpfte Personen, deren Abschlußimpfung mindestens 14 Tage her ist, entfällt seit dem 9. Mai 2021 diese Verpflichtung zur Testung.