Rundschreiben

Praxisführung

Nicht-invasive Pränataldiagnostik zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21 mittels eines molekulargenetischen Tests (NIPT) voraussichtlich ab Juli 2022 eine neue GKV-Leistung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19. September 2019 die Anwendungsmöglichkeiten und -grenzen nichtinvasiver molekulargenetischer Tests (NIPT-Trisomie 13, 18, 21) zu Lasten der GKV beraten. Der Beschluss ist am 9. November 2021 in Kraft getreten.

 

Der Beschluss sieht vor, dass ein NIPT-Trisomie 13, 18, 21 bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken in begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung unter Verwendung einer Versicherteninformation eingesetzt werden kann.

 

Die Versicherteninformation wurde inzwischen als Anlage 8 der Mutterschafts-Richtlinie beschlossen. Sie ist als Bestandteil der ärztlichen Leistung verpflichtend zur Unterstützung der Beratung zu Untersuchungen auf Trisomie 13, 18 und 21 der Versicherten in Schriftform auszuhändigen.

 

Die Versicherteninformation kann in Kürze über den Bestellschein „Vordrucke, Broschüren, Flyer: GKV allgemein“ beim Zentralversand der Bezirksstelle Hannover bestellt werden. Den Bestellschein finden Sie auf unser Homepage unter: https://www.kvn.de/Mitglieder/Praxisführung/Formularbestellungen.html

 

Derzeit wird im Bewertungsausschuss über die Vergütungen für den Test und die Beratungsleistung verhandelt. Liegen diese vor, kann die neue Leistung als GKV-Leistung erbracht und abgerechnet werden. Über den Beschluss des Bewertungsausschusses zur Aufnahme der Beratungs- und Laborleistungen des NIPT auf Trisomie 13, 18 und 21 in den EBM und den Zeitpunkt des Inkrafttretens werden Sie zeitnah informieren.

 

Erwerb der erforderlichen Qualifikation
Voraussetzung für die ärztliche Beratung zum NIPT auf Trisomie 13, 18 und 21 ist gemäß Gendiagnostikgesetz der Erwerb der Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung (72-Stunden-Kurs). Die Inhalte der Beratung vor der Entscheidung zum Test wurden in der Mu-RL konkretisiert. Ziel soll ausdrücklich eine nichtdirektive, neutrale Beratung sein.

 

Den Beschluss und weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des G-BA unter: www.g-ba.de/beschluesse/3955