KVN-Vorsitzender Mark Barjenbruch bei Diskussion des vdek in Hannover
Die Diskussion um ein künftiges Primärversorgungssystem gehört derzeit zu den wichtigsten gesundheitspolitischen Reformvorhaben. Im Mittelpunkt einer Diskussion beim Verband der Ersatzkassen vdek im August in Hannover standen die Rolle der Hausärztinnen und Hausärzte als erste Anlaufstelle, die Möglichkeiten einer standardisierten Ersteinschätzung, digitale Instrumente zur Terminsteuerung, sowie die Frage, wie vorhandene Versorgungskapazitäten möglichst zielgerichtet eingesetzt werden können.
Neben Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Krankenkassen machte der Vorstandsvorsitzende der KVN, Mark Barjenbruch, deutlich, dass sich die Herausforderungen in der ambulanten Versorgung nicht allein durch zusätzliche finanzielle Mittel lösen lassen. Aber es müsse eine Vergütungslogik geben die den Aufwand beim Facharzt sowie Hausarzt berücksichtige. Ebenso wichtig sei die Frage, wie Patientinnen und Patienten künftig besser durch das Gesundheitssystem begleitet und Versorgungsangebote sinnvoll miteinander verknüpft werden können, sagte Barjenbruch. Aus Sicht der KVN sei dabei entscheidend, dass neue Steuerungsinstrumente praxistauglich ausgestaltet würden und die Versorgung vor Ort tatsächlich verbesserten. Hausärztinnen und Hausärzte übernehmen bereits heute eine zentrale Rolle in der Koordination von Versorgung. Reformen könnten nur dann erfolgreich sein, wenn sie den Praxisalltag berücksichtigen und für Patientinnen und Patienten einen spürbaren Mehrwert schaffen, so Barjenbruch. Dabei müssen auch Fallkonstellationen benannt werden, die direkt zum Facharzt gehen.
Foto: Mark Barjenbruch (2.v.l.) bei der Diskussion. Mit dabei Dr. Matthias Bernd vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband Niedersachsen (3.v.l.) sowie Prof. Dr. Nils Schneider (rechts) von der MHH.

