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Neue Gesundheitsuntersuchung ab 1. April 2019 führt zu großer Verärgerung

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) zur Verlängerung der Untersuchungsfrequenz bei der Gesundheitsuntersuchung hat bereits im vergangenen Jahr zu Verärgerung geführt.

 

Der aktuelle Beschluss des Bewertungsausschusses zur Gesundheitsuntersuchung ab 1. April 2019 und die Festlegung der Rückwirkung der Drei-Jahres-Frist lässt die Wogen der Empörung jetzt noch höher schlagen. Dies vor allem vor dem Hintergrund der Kurzfristigkeit der Festlegung, die die Praxisorganisation der bereits erfolgten Terminvergaben erheblich belastet.

 

Wenn noch die vorlauflose Beschlussfassung am 29. März 2019 zum 1. April 2019 im Hinblick auf die gesetzliche Vorgabe der Anpassung des EBM binnen sechs Monaten nach Inkrafttreten des GBA-Beschlusses nachvollzogen werden könnte, so fällt es ungleich schwererer, die Festlegung der Rückwirkung nachzuvollziehen oder zu akzeptieren. Allerdings besteht für die KVN keine Möglichkeit, hiervon abzuweichen, da die ansonsten zu erwartenden Berichtigungsanträge der Kassen zu noch mehr Verärgerung und erheblichem Zusatzaufwand in den Praxen führte.

 

Was bedeutet die Änderung der Richtlinie?

 

Der Bewertungsausschuss hat in seiner Sitzung am 29. März 2019 die Gesundheitsuntersuchung nach GOP 01732 mit Wirkung ab dem 1. April 2019 der geänderten Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie angepasst.

 

Die Änderung der Richtlinie trat bereits zum 25. Oktober 2018 in Kraft und hat zur Folge, dass mit Wirkung ab dem 1. April 2019 Versicherte zwischen dem vollendeten 18. und vollendetem 35. Lebensjahr zukünftig einen Anspruch auf eine einmalige Gesundheitsuntersuchung haben. Bei Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr wird das Untersuchungsintervall von 2 auf 3 Jahre verlängert.

 

Am Beispiel bedeutet dies:

 

  • EBM-Änderung zum 1. April 2019
  • 40-jähriger Patient hat am 25. April 2019 einen Termin zur Gesundheitsuntersuchung
  • Gesundheitsuntersuchung ist durchzuführen und abrechenbar, wenn die letzte Gesundheitsuntersuchung 2016 oder vorher stattgefunden hat. Sollte die letzte Gesundheitsuntersuchung erst im Jahr 2017 stattgefunden haben, ist die geplante Gesundheitsuntersuchung in das Jahr 2020 zu verschieben.

 

Inhaltlich wurde eine Erweiterung des Beratungsumfanges vorgenommen, sowie die Durchführung einer Impfanamese und die Anwendung von Risikoscores bei erhöhtem kardialen Risiko eingefügt.

 

Aufgrund des damit erhöhten Leistungsumfanges erfolgte eine Höherbewertung der GOP 01732 um 17 Punkte auf jetzt 320 Punkte.

 

Die im Rahmen der Änderung der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie vorgesehene Aufnahme weiterer Laboruntersuchungen erfolgte durch die Ergänzung der Gebührenordnungsposition 32882 um die gemäß Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie zusätzlichen Untersuchungen auf Triglyzeride, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin.

 

Aufgrund der Aufnahme des Harnstreifentestes als neue Gebührenordnungsposition 32033 in den EBM erfolgte eine entsprechende redaktionelle Anpassung der Abrechnungsausschlüsse.