Pressemitteilung

AU-Bescheinigung per Telefon ab Montag nicht mehr möglich

KVN befürchtet erhöhtes Infektionsrisiko mit Corona-Virus in Arztpraxen

 

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat kein Verständnis für die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die Regelung zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) per Telefon nicht zu verlängern. Sie läuft damit am Sonntag, dem 19. April, aus. „Mit dieser Entscheidung wird die Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus in den niedersächsischen Arztpraxen steigen“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch, heute in Hannover.

 

Die Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im G-BA hatten sich für eine Verlängerung der Regelung bis zum 3. Mai eingesetzt, deckungsgleich mit der von der Bundesregierung ausgesprochenen Verlängerung der Kontaktsperre. Die bisherigen Maßnahmen hätten sich als sinnvoll erwiesen. Die Ärzteseite konnte sich jedoch bei der Verlängerung der AU-Bescheinigung per Telefon nicht gegen die Vertreter der Gesetzlichen Krankenversicherung durchsetzen.

 

„Ab kommenden Montag werden die Patientinnen und Patienten die Arztpraxen fluten, um die notwendige AU-Bescheinigung zu erhalten. Dies macht viele Bestrebungen von Kontaktsperren und Sicherheitsabständen zunichte. Die Gefahren der Infizierung mit dem Corona-Virus für Ärzte, Praxispersonal und Bürgern steigt“, so Barjenbruch.

 

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie konnten Ärzte seit März ihren Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege telefonisch eine AU-Bescheinigung bis maximal 14 Tage ausstellen. Damit sollten Praxen entlastet und gleichzeitig das Risiko für eine vermeidbare Ausbreitung von Infektionskrankheiten der oberen Atemwege über die Wartezimmer reduziert werden.