Pressemitteilung

Dauerstress - aber kein Bonus

KVN fordert Corona-Bonus für Medizinische Fachangestellte in Praxen

 

Ohne das Praxispersonal wäre es nicht möglich, Tausende von Patientinnen und Patienten zu versorgen – und das mitten in einer Pandemie. Neun von zehn Corona-Patienten wurden und werden durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie ihren Praxisteams versorgt. Daher fordert der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) heute in Hannover vehement die Ausweitung eines Corona-Bonus auch auf das Praxispersonal im ambulanten Sektor.

 

„Die Impfungen und die ambulante Behandlung der Covid-19-Fälle ruht auf den Schultern der Praxisteams. Die Medizinischen Fachangestellten sind der Schutzwall, der die Kliniken vor Überlastung schützt. Sie müssen endlich von der Politik wahrgenommen werden und brauchen dringend ein Zeichen der Wertschätzung. Der Unmut der Patientinnen und Patienten über nicht realisierbare Terminwünsche, anfänglichen Impfstoffmangel, Maskenpflicht oder Änderungen in der Impf- und Teststrategie landen zudem am Empfangstresen der Praxis. Der Druck in den Praxen hat sich seit Beginn der Pandemie drastisch erhöht. Die Medizinischen Fachangestellten sind manchmal sogar Opfer von verbalen oder gar körperlichen Übergriffen. Sie leisten unfassbar viel - und das gehört natürlich auch staatlich anerkannt“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch, heute in Hannover.

 

KVN-Vize Dr. Jörg Berling ergänzt: „Die Bundesregierung vergisst eine ganze Berufsgruppe –allein in Niedersachsen 40.000 MFA. Das ist unerträglich. Ohne sie wäre die Impfquote noch niedriger. Wertschätzung sieht anders aus! Die MFA stehen in den Praxen an vorderster Front und sehen sich dort mitunter sogar Beschimpfungen und Bedrohungen ausgesetzt. Viele von ihnen arbeiten in der Pandemie am Limit, vernachlässigen ihre Familien und Freunde. Deshalb fordern wir endlich eine entsprechende Anerkennung durch die Politik – insbesondere, aber nicht nur in finanzieller Hinsicht.“