Presseinformation

Grippeimpfung - Schwerpunkt muss bei Risikopatienten liegen

Zusätzliche Impfdosen des Bundes müssen schnell zur Verfügung stehen

 

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat in den vergangenen Tagen verstärkt Meldungen von Arztpraxen aus ganz Niedersachsen über die unzureichende Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen erhalten.

 

„Aus zahlreichen niedersächsischen Städten und Gemeinden melden Praxen, dass
keine Impfstoffe mehr verfügbar sind und dass von den Apotheken auf absehbare Zeit
auch keine Bestellungen mehr entgegengenommen werden“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVN, Dr. Jörg Berling, heute in Hannover.

 

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hätten unterschiedliche Aufrufe zur
Wahrnehmung der Grippeschutzimpfung zu einem wahren Run auf die Praxen geführt. „Fakt ist, dass die insgesamt geplanten 2,5 Millionen Impfdosen nicht einmal dazu reichen werden, ein Drittel aller Menschen in Niedersachsen zu impfen. Die Lage wird durch die vom Bundesgesundheitsministerium in Aussicht gestellten 6,5 Millionen zusätzlichen Impfdosen für ganz Deutschland nicht wesentlich entspannt. Insofern sollte jetzt aus gemeinsamer Solidarität der Schwerpunkt der Impfungen gemäß der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts auf Menschen mit erhöhtem Risiko, wie über 60-Jährigen, chronisch Kranken oder Schwangeren liegen, die den Impfschutzes am dringendsten benötigen“, ergänzte Dr. Carsten Gieseking, Vorsitzender des beratenden Fachausschusses hausärztliche Versorgung der KVN.

 

Die Krankenkassen haben den Sicherstellungsauftrag für die Impfungen Aus Sicht des
Vorstands der KVN ist es Aufgabe der Krankenkassen sich im Interesse ihrer Versicherten stärker einzubringen. Es läge in ihrer Zuständigkeit, auf eine schnellere Verfügbarmachung der vorhandenen Impfdosen zu drängen. Auch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sei gefordert, die vom Bund georderten zusätzlichen Impfdosen für die Praxen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Berling: „Wie und wann diese Lieferungen Niedersachsen erreichen werden, wissen wir nicht. Es heißt im November oder Dezember.“

 

„Die Verantwortung dafür, dass viele Menschen wegen dem aktuellen Mangel an
Grippeimpfstoffen unzufrieden sind, darf nicht bei den Praxen abgeladen werden. Diese leisten ihr Bestes, um ihre Patienten je nach Priorität zu impfen. Sie brauchen dafür jede erdenkliche Unterstützung“, so Dr. Volker Dittmar, stellvertretender Vorsitzender des beratenden Fachausschusses hausärztliche Versorgung und Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.