Pressemitteilung

Grippeimpfungen in Apotheken sind unnötig

KVN-Vize Dr. Jörg Berling: „Impfungen müssen weiterhin in den Händen von Ärztinnen und Ärzten bleiben.“

 

In der vergangenen Grippesaison 2021/2022 haben niedersächsische Ärztinnen und Ärzte rund 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger gegen Grippe geimpft. In den niedersächsischen Apotheken waren es gerade einmal 1.000 Niedersächsinnen und Niedersachsen. 99,9 Prozent der Impfungen wurden in Arztpraxen durchgeführt.

 

„Eine ernüchternde Bilanz für die Apotheker“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Dr. Jörg Berling, heute in Hannover. „Die Ausweitung des Impfrechtes auf Apothekerinnen und Apotheker war und ist völlig überflüssig - ein Schritt in die falsche Richtung“, so der Hausarzt aus Adendorf.

 

„Impfen stellt aus gutem Grund eine ureigene ärztliche Tätigkeit dar, ist fest in der ärztlichen Grundversorgung verankert und muss auch weiterhin in den Händen von Ärztinnen und Ärzten bleiben“, betonte Berling. Zudem gebe es genügend Ärztinnen und Ärzte, die impfen. Eine Regelversorgung mit Grippeschutzimpfungen in Apotheken zu etablieren sei daher auch nicht nötig.

 

„Wie die aktuellen Zahlen der Grippeimpfungen zeigen, nehmen die Menschen Impfangebote in Apotheken kaum wahr, und dies ist auch gut so. Schwerwiegende Komplikationen, die beispielsweise im Falle eines allergischen Schocks auftreten können, sind auch bei Grippeimpfungen nicht ausgeschlossen und bedürfen sofortiger ärztlicher Notfallmaßnahmen. Das hohe Qualitätsniveau bei Impfungen darf nicht auf Kosten des Patientenwohls gefährdet werden“, so Berling.