Pressemitteilung

Höherbewertung von ärztlichen Hausbesuchen ist längst überfällig

Erweiterter Bewertungsausschuss verzögert ohne Grund eine Entscheidung

 

Mit Empörung haben die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch und Dr. Jörg Berling, auf die Weigerung des Erweiterten Bewertungsausschusses reagiert, die seit Jahren anstehende Höherbewertung von ärztlichen Hausbesuchen nun endlich anzugehen.

 

„Schaut man sich die aktuelle Vergütung eines ärztlichen Hausbesuchs an, die mit 23,29 Euro erschreckend niedrig ausfällt, liegt der dringende Handlungsbedarf auf der Hand“, sagte KVN-Vorstandsvorsitzender Mark Barjenbruch heute in Hannover. Doch die Spitzenvertretung der Gesetzlichen Krankenkassen und der Gemeinsamen Bewertungsausschuss stellten sich im Verbund quer und verhinderten damit die dringend notwendige Höherbewertung. Die Entscheidung darüber werde schon seit Jahren diskutiert und stehe ganz oben auf der Agenda.

 

Die Begründung, die Entscheidung erneut zu verschieben, lautet schlicht: Corona. „Die Haltung von Krankenkassenvertretern und Gemeinsamem Bewertungsausschuss ist ein Schlag ins Gesicht der Patienten und Ärztinnen und Ärzte gleichermaßen. Sie ist unverschämt, realitätsfern und ein Hohn für Ärztinnen und Ärzte, die Hausbesuche machen und damit die Verantwortung für Ihre Patienten in besonderer Weise wahrnehmen“, kritisierte KVN-Vize Dr. Berling. Dass nun auch die neutralen Mitglieder des Erweiterten Bewertungsausschusses jede Reform zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in Deutschland inzwischen dem Sparzwang nach der Coronakrise opferten und sich eindeutig auf Seiten des Spitzenverbandes der Krankenkassen stellten, sei erschreckend. „Das Signal, das die Verantwortlichen aussenden, ist fatal und bestens geeignet, prekäre Versorgungsstrukturen, zum Beispiel auf dem Land, weiter zu verschärfen.