Pressemitteilung

KV Niedersachsen lehnt Überprüfung von Corona-Testeinrichtungen vehement ab

KVN: „Wir sollen jetzt dafür bluten, dass es bei der Auswahl der Teststellenbetreiber zu Mängeln gekommen ist.“

 

Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit hat heute der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf den neuen Referentenentwurf zur Corona-Testverordnung reagiert. „Nach dem neuen Entwurf sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen die Überprüfungen der kommerziellen Corona-Testzentren im Land übernehmen. Wir lehnen diese Aufgaben ab! Wir haben weder die personellen, noch die logistischen Möglichkeiten diese Aufgaben zu übernehmen“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch, heute in Hannover.

 

„Wir sollen jetzt dafür bluten, dass es bei der Auswahl der Teststellenbetreiber und den Vorgaben in der Testverordnung zu Mängeln gekommen ist“, kritisierte Barjenbruch. „Wir fühlen uns als politische Bauernopfer.“ Bisher hätten die KVen das Bundesamt für soziale Sicherung unterstützt, das die Testungen zahlt. „Nun liegt es auch am Bundesamt, Prüfungen der Abrechnungen durchzuführen“, sagte der KVN-Vorsitzende. Er machte darauf aufmerksam, dass es im Referentenentwurf weder klar definierte Aufgreifkriterien für Abrechnungsprüfungen gibt, noch wie Einzelfallprüfungen durchgeführt werden sollen. Darüber hinaus müssten sich die KVen auf jahrelange rechtliche Auseinandersetzungen mit Teststellenbetreibern einstellen, wenn es zu Honorarkürzungen komme. „Wir sagen ganz klar: Anders als bei unseren Mitgliedern können die bestehenden Prüfinstrumente der KVN nicht genutzt werden.“