Pressemitteilung

KVN-Vertreterversammlung kritisiert politische Entscheidungen zum Rettungsschirm für die ambulante Versorgung

Einkommensverluste werden durch Änderung der Honorarverteilung abgefedert

 

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN)  hat auf ihrer Sitzung am Freitag (5. März) in Hannover den Rettungsschirm zur Stützung der ambulanten medizinischen Versorgung kritisiert.

 

In einer Resolution heißt es einstimmig: „Während der Krankenhaussektor großzügig mit finanziellen Mittel gestützt wird, müssen die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten um jeden Euro betteln.

 

Das jetzt vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Fortgeltung der epidemischen Lage (EpiLage-Fortgeltungsgesetz) bringt keinen sinnvollen Ausgleich für die verloren gegangenen Umsätze aus extrabudgetären Leistungen aufgrund der Corona-Pandemie. Das Gesetz sieht vor, dass die KVN den Umsatzrückgang in den Praxen aus eignen Mittel zahlen soll.

 

Diese Änderung im Vergleich zum Rettungsschirm aus dem vergangenen Jahr stellt eine Geringschätzung des enormen Einsatzes der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten dar. Der ambulante Sektor war und ist in der Corona-Pandemie der Schutzwall vor den Kliniken. Über neunzig Prozent der Covid-Patienten werden von den niedergelassenen Ärzten behandelt. Zugleich haben die Ärzte die Regelversorgung aufrechterhalten und sich  durch Einrichtung von Infektsprechstunden und der Umsetzung von Hygienekonzepten sehr rasch an die neue Lage angepasst. Außerdem unterstützen sie die Impfzentren in Niedersachsen.

 

Ihren Praxen werden für ihren Einsatz an vorderster Linie zur Eindämmung und Beherrschung der Pandemie nun auch noch dafür bestraft, weil sie genötigt werden, um ihre wirtschaftliche Existenz zu kämpfen. Und dies, obwohl sie auf den Rückgang der Patientenzahlen durch die Pandemie keinen Einfluss hatten.

 

Die KVN hat eindringlich bei den Entscheidern in der Landes- und Bundespolitik auf diesen Missstand hingewiesen und die Lage verdeutlicht. Die Mahnungen in Berlin sind jedoch ungehört verhallt. Das Gesetz muss in dieser Hinsicht nachgebessert werden.

 

Unabhängig von dieser politischen Entscheidung hat die KVN-Vertreterversammlung in ihren heutigen Beschlüssen auf Vorschlag des Vorstandes den Honorarverteilungsmaßstab geändert, um die Einkommensverluste der Praxen abzufedern.