Pressemitteilung

Kassenärzte haben in den vergangenen sechs Jahren 30 Millionen Stunden ohne Bezahlung gearbeitet

Die rund 14.700 niedersächsischen Kassenärzte und Kassenpsychotherapeuten haben in den vergangenen sechs Jahren über 30 Millionen Überstunden ohne Bezahlung geleistet. Im laufenden vierten Quartal sind es 1,7 Million Überstunden. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) misst seit dem 1. Januar 2014 die nicht bezahlten Überstunden, die aufgrund des Honorarbudgets der Ärzte anfallen (Überstundenuhr).

 

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Kassenärzte liegt bei 51,1 Stunden. Dies geht aus dem "Ärztemonitor 2018" hervor, den infas im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in diesem Jahr durchgeführt hat.

 

Das Honorar für Ärzte mit Kassenzulassung richtet sich nach der erbrachten Leistung und der Facharztgruppe. Grundlage ist der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) - die Gebührenordnung für Ärzte. Das Honorarbudget, auch Regelleistungsvolumen genannt, ist gedeckelt - überschreitet ein Arzt eine festgelegte Leistungsmenge, erhält er für den Rest nur eine reduzierte bis gar keine Vergütung.

 

"Die Menschen werden älter und der Behandlungsbedarf der Bevölkerung wächst schneller als das von den Kassen zur Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung gestellte Budget. Hier muss die Politik im kommenden Jahr gesundheitspolitisch ansetzen, um die Versorgung zu verbessern. Eine wichtige Zielmarke für die KVN ist und bleibt, ärztliche Leistungen aus der budgetierten Vergütung in eine extrabudgetäre Einzelleistungsvergütung zu überführen", sagte Mark Barjenbruch, KVN-Vorstandsvorsitzender, heute in Hannover.