Pressemitteilung

Kein Patient muss aus Furcht vor Covid-19 den Arztbesuch scheuen

KVN: Telefonischer Kontakt mit der Praxis und Einhaltung der Hygieneregelungen
sind unerlässlich

 

Die vom Land Niedersachsen beschlossenen vorsichtigen Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) heute in Hannover begrüßt worden. So dürfen ab Mittwoch Praxen und Krankenhäuser wieder geplante Operationen durchführen.

 

„Ärzte, Psychotherapeuten und Praxispersonal können sicherstellen, dass keine Patienten aus Furcht vor Covid-19 den Praxisbesuch vermeiden müssen“, so Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN.

 

In den vergangenen Wochen sei es wegen Corona-Verdachts immer wieder zu vereinzelten Praxisschließungen und zu stark verminderten Patientenbesuchen in den offenen Praxen gekommen. Die Corona-Pandemie habe zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung geführt. Aufgrund der berechtigten Empfehlungen zur Verringerung der sozialen Kontakte sei eine deutliche Vermeidung von Arztkontakten eingetreten.

 

„Die Kassenärzte und Kassenpsychotherapeuten in Niedersachsen haben sich der besonderen Anforderungen der Corona-Pandemie angepasst. Durch spezielle Hygienepläne, Infektionssprechstunden sowie den Ausbau von Telefon- und Videosprechstunden sind die Kontaktmöglichkeiten für Patienten deutlich ausgebaut worden“, ergänzte KVN-Vize, Dr. Jörg Berling.

 

Die Praxen können ohne Bedenken aufgesucht werden. Allerdings: Die Patienten sollen sich vor ihrem Arztbesuch telefonisch mit der Praxis in Verbindung setzen. Die Vorgaben zur Hygiene, zum Abstand und die Hust- und Niesetikette müssen unbedingt beachtet werden.

 

Aus den Praxen angeforderte Laboruntersuchungen, insbesondere zur Gesundheitsprävention, und die Betreuung chronisch kranker Patienten seien in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. Dadurch habe sich die Gefahr erhöht, dass chronische Erkrankungen nicht oder nur unzureichend diagnostiziert und im Verlauf überwacht wurden. Es sei medizinisch wichtig, dass gerade die chronisch kranken Patienten nicht auf ihre regelmäßigen Kontrollen verzichten. „Die große öffentliche Aufmerksamkeit für COVID-19 darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mehrzahl der Patienten an anderen Krankheiten leidet. Diese große Patientengruppe muss weiterhin auf dem Stand der medizinischen Erkenntnis diagnostiziert und therapiert werden“, so Barjenbruch.