Pressemitteilung

Krebsfrüherkennung - Versorgungslücken schließen

Welt-Krebstag am 4. Februar 2022

 

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) nimmt den Weltkrebstag am 4. Februar 2022 zum Anlass, verstärkt über die Möglichkeiten der Krebsprävention und der -früherkennung zu informieren. „Je früher Krebs erkannt wird, desto höher ist die Chance einer Heilung“, betont Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVN.

 

In Niedersachsen erkranken jedes Jahr etwa 50.000 Menschen neu an Krebs, 22.000 Menschen sterben daran. Das Ziel der gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen ist es, Tumoren aufzuspüren, wenn sie noch sehr klein sind. Denn früh erkannt sind insbesondere Brust-, Darm-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs sowie verschiedene Formen des Prostatakrebses zumeist gut heilbar. „Frühe Krebsstadien lassen sich außerdem schonender behandeln als Stadien, in denen bereits Tochtergeschwülste entstanden sind“, so Dr. Berling.

 

Neben der Krebsfrüherkennung, kommt auch der Primärprävention – der Vermeidung von Risikofaktoren, die zur Krebsentstehung beitragen - großes Gewicht zu. „So kann die Entstehung vieler Krebse allein durch einen gesunden Lebensstil bis zu 60 Prozent verhindert werden. Dazu gehören ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung, das Nichtrauchen und Zurückhaltung beim Alkoholkonsum“, sagt der KVN-Vize.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie vermeiden viele Menschen aus Angst vor einer Infektion den Besuch in Arztpraxen – mit dem Ergebnis, dass zum Teil lebensbedrohliche Symptome nicht behandelt wurden. „Auch viele Vorsorgeuntersuchungen wurden aufgeschoben – und sollten jetzt dringend nachgeholt werden. Denn je früher Krankheiten und Risikofaktoren erkannt werden, desto größer sind die Chancen auf Heilung oder Gesunderhaltung. Im besten Fall kann die Prävention Leben retten“, sagt Berling.

 

Die nach wie vor häufigste Krebsart bei Frauen ist der Brustkrebs (29,5 Prozent), bei Männern der Prostatakrebs mit  (22,7 Prozent). Männer sterben am häufigsten an Lungen- und Bronchialkrebs, die Frauen vor allem an Brustkrebs. „Krebs-Früherkennungsuntersuchungen retten Leben. Sprechen Sie Ihren Arzt an“, appelliert Dr. Berling an alle Bürgerinnen und Bürger.

 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für folgende Früherkennungsuntersuchungen:

 

Für Frauen

  • Gebärmutterhalskrebs – ab 20 einmal jährlich Untersuchung des äußeren und inneren Genitals, von 20 bis 34 eine jährliche Abstrich-Untersuchung von Gebärmuttermund und Gebärmutterhals und ab 35 alle drei Jahre einen Test auf humane Papillomviren (HPV) in Kombination mit einem Pap-Abstrich (Ko-Testung).
  • Brustkrebs – ab 30 einmal jährlich Abtastung der Brüste und der Achselhöhlen, Anleitung zur Brustselbstuntersuchung; ab 50 bis einschließlich 69 alle zwei Jahre eine Mammographie.

 

Für Männer

  • Prostatakrebs – ab 45 einmal jährlich Abtastung der Prostata vom Enddarm aus, Untersuchung des äußeren Genitals und Abtastung der Lymphknoten in der Leiste.

 

Für Frauen und Männer

  • Hautkrebs – ab 35 alle zwei Jahre eine gezielte Befragung nach Hautveränderungen und Inspektion des gesamten Körpers einschließlich des behaarten Kopfes.
  • Darmkrebs – von 50 bis einschließlich 54 einmal jährlich Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl, ab 55 alle zwei Jahre, und/oder ab 50 (Männer) beziehungsweise 55 (Frauen) eine Darmspiegelung (Koloskopie) und eine einmalige Wiederholung nach mindestens zehn Jahren.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland weitere medizinische Früherkennungsangebote, beispielsweise den „Gesundheits-Check-up.