Pressemitteilung

Niedersachsen braucht mehr Medizinstudienplätze

Weiterbildungsförderung

KVN enttäuscht über Finanzierungskürzungen für die European Medical School in Oldenburg

 

Die Universität in Oldenburg kann nicht wie geplant zum Wintersemester mehr Medizinstudierende in der European Medical School (EMS) aufnehmen. Das Land Niedersachsen hat das Geld nicht - wie ursprünglich angekündigt - in den Landeshaushalt eingeplant. „Eine fatale Fehlentscheidung“, bedauert der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, heute in Hannover.

 

„Wir sind enttäuscht darüber, dass sich das Land nicht zu einer klaren und langfristigen Finanzierung der European Medical School in Oldenburg durchringen konnte. Hier spart das Land eindeutig an der falschen Stelle“, so Barjenbruch.

 

Barjenbruch weiter: „Zur Gewinnung von ärztlichen Nachwuchs für eine flächendeckende hausärztliche und fachärztliche Versorgung in Niedersachsen ist der Ausbau der EMS unerlässlich. Alle Förderprogramme für den ärztlichen Nachwuchs sind zum Scheitern verurteilt, wenn es keine zusätzlichen Kapazitäten für Studienanfängerinnen und -anfänger der Humanmedizin in Niedersachsen gibt. Diese zusätzlichen Kapazitäten sind im niedersächsischen Koalitionsvertrag von SPD und CDU vereinbart und müssen eingehalten werden.“

 

Die KVN setze sich für die flächendeckende Sicherstellung der ärztlichen Versorgung ein. „Gleiches erwarten wir vom Land. Alle Beteiligten müssen sich ihrer Verantwortung für die ärztliche Nachwuchsförderung bewusst werden und die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen. Wenn die Politik eine verbesserte und umfassendere Versorgung der Bevölkerung fordert, dann müssen sie die zusätzlichen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Wir dürfen keine Zeit mehr vergeuden", so Barjenbruch.

Nach den aktuellen Haushaltsplanungen des Landes wird es nur 80 Medizin-Studienplätze zum Wintersemester in Oldenburg  geben. Geplant waren 120.

Noch im Oktober 2020 hatte die Landesregierung mitgeteilt, weitere Kapazitäten in Oldenburg schaffen zu wollen. Die Zahl der Plätze soll bis 2024 von 80 auf 200 mehr als verdoppelt werden. Der Studiengang hat bislang deutlich weniger Studierende als die beiden Medizin-Unistandorte Göttingen und Hannover.