Pressemitteilung

PCR-Tests in Apotheken machen keinen Sinn

KVN-Vorstand: „Bürgerinnen und Bürger sollten sich dort testen lassen, wo sie auch versorgt werden.“

 

Die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch und Dr. Jörg Berling, haben heute in Hannover mit Unverständnis auf die Ankündigung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung reagiert, die Anschaffung von PCR-Testausstattungen für Apotheken finanziell zu fördern.

 

„Bürgerinnen und Bürger sollten sich verlässlich mit einem PCR-Test dort testen lassen, wo sie bei einem möglicherweise positiven Ergebnis auch gut versorgt werden – nämlich in der Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch in Hannover.

 

„Zur Erhöhung der PCR-Testkapazitäten in Niedersachsen wären auch die Arztpraxen vor dem Hintergrund einer finanziellen Förderung bereit gewesen, PCR-Testgeräte anzuschaffen. Warum jetzt ein zusätzlicher Zugang für PCR-Tests aufgemacht wird, ist schwer verständlich“, so der stellvertretende KVN-Vorsitzende Dr. Jörg Berling.

 

Auch die ärztlichen Labore seien durchaus in der Lage gewesen, unter bestimmten Umstände ihre Testkapazitäten zu erhöhen.

 

Der PCR-Test gilt als Goldstandard zur Abklärung auf eine Infektion mit SARS-CoV2. Beim PCR-Test handelt es sich um ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren.

 

„Als weitere Absurdität in der Corona-Pandemie“, bezeichnete Barjenbruch die Förderrichtlinie. „Auf der einen Seite priorisiert die Politik in ihrer neuen Testverordnung die Durchführung der PCR-Testungen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen und auf der anderen Seite sollen die Testkapazitäten durch Apotheker erhöht werden. Das passt nicht zusammen“, so der KVN-Chef.