Pressemitteilung

Vorsorge kann Krebs verhindern

Krebs erkennen, bevor er entsteht oder Beschwerden macht: Das ist das Ziel der Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung. Darauf macht die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) anlässlich des Welt-Krebstages am 4. Februar 2020 aufmerksam.

 

"Das Ziel der Krebsfrüherkennung ist die Entdeckung einer Krankheit oder von Vorstufen einer Erkrankung, bevor sie Beschwerden auslösen. Wird eine Krebserkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, erhöhen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und damit die Überlebensaussichten der betroffenen Menschen. Trotz verbesserter Heilungschancen ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Etwa jeder zweite Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Daran können wir etwas ändern! Gehen sie zur Krebsfrüherkennung", sagte Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorsitzender der KVN, heute in Hannover.

 

In Deutschland haben Frauen sowie Männer einen Anspruch darauf, sich im Lauf ihres Lebens auf verschiedene Krebsarten hin untersuchen zu lassen. Dazu gehören Brustkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Hautkrebs und Prostatakrebs. "Die Kosten der Untersuchungen übernehmen die Krankenkassen. Die Teilnahme an der Krebsvorsorge ist freiwillig. Wer nicht teilnehmen möchte, hat dadurch keinen Nachteil gegenüber der Versicherung oder bei der ärztlichen Behandlung. Sprechen sie den Haus- oder Facharzt ihres Vertrauens an", rät Dr. Berling.

 

 

Für Frauen

  • Gebärmutterhalskrebs und Krebserkrankungen des Genitals - ab 20 Jahre einmal jährlich Untersuchung des äußeren und inneren Genitals und Abstrich-Untersuchung von Gebärmuttermund und Gebärmutterhals.
  • Seit Anfang 2020 ist für Frauen ab 35 Jahren ein HPV-Test und eine Abstrich-Untersuchung alle drei Jahre vorgesehen.
  • Brustkrebs - ab 30 einmal jährlich Abtastung der Brüste und der Achselhöhlen, Anleitung zur Brustselbstuntersuchung; ab 50 bis einschließlich 69 alle zwei Jahre eine Mammographie.

 

Für Männer

  • Prostatakrebs und Krebserkrankungen des äußeren Genitales- ab 45 einmal jährlich Abtastung der Prostata vom Enddarm aus, Untersuchung des äußeren Genitals und Abtastung der Lymphknoten in der Leiste.

 

Für Frauen und Männer

  • Hautkrebs - ab 35 alle zwei Jahre eine gezielte Befragung nach Hautveränderungen und Inspektion des gesamten Körpers einschließlich des behaarten Kopfes.
  • von 50 bis einschließlich 54 einmal jährlich Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl, ab 55 alle zwei Jahre, und/oder ab 50 (Männer) beziehungsweise 55 (Frauen) eine Darmspiegelung (Koloskopie) und eine einmalige Wiederholung nach mindestens zehn Jahren.

 

Darüber hinaus gibt es in Deutschland weitere medizinische Früherkennungsangebote, beispielsweise den "Gesundheits-Check-up". Dieser soll dazu beitragen, Krankheiten wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Herzprobleme und Nierenschäden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Im Rahmen des Check-up's erfragen Ärztinnen und Ärzte auch familiäre Vorbelastungen für Krankheiten einschließlich Krebserkrankungen wie Darm- und Brustkrebs.