Pressemitteilung

Warnsignale für Schlaganfall nicht wegen Corona ignorieren

DMP

10. Mai Tag des Schlaganfalls

 

Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), hat anlässlich des Tags gegen Schlaganfall am 10. Mai die Bürger aufgefordert, trotz der Coronavirus-Pandemie bei Schlaganfallsymptomen die Krankenhäuser aufzusuchen.

 

„Es ist zu befürchten, dass Menschen Praxen und Kliniken aus Angst vor einer Coronavirus-Infektion meiden“, sagte der KVN-Vize heute in Hannover. „Deshalb mein Rat: Bei starken Schmerzen oder Anzeichen auf schwere Erkrankungen, wie zum Beispiel Schlaganfallsymptome, bitte immer einen Arzt konsultieren.“

 

Jedes Jahr erleiden etwa 25.000 Menschen in Niedersachsen einen Schlaganfall. Er ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter.“ In erster Linie betrifft die Erkrankung ältere Menschen. Rund 18.000 aller Schlaganfälle in Niedersachsen treffen Menschen über 70 Jahre. Der Schlaganfall ist aber nicht altersspezifisch. Pro Jahr sind in Niedersachsen auch 900 bis 1.400 Männer und Frauen unter 50 Jahren betroffen. Jährlich erleiden auch circa 30 Kinder einen Schlaganfall.

 

„Ausgelöst wird ein Schlaganfall, wenn die Blutgefäße verstopft sind oder platzen. Es entsteht ein plötzlicher Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktionen und damit die Steuerung des Körpers stark beeinträchtigt. Oft kommt es zu Bewusstseinsstörungen, halbseitigen Lähmungen und Ausfallerscheinungen des Sprech- oder Sehvermögens“, erklärt Berling.

 

Erbliche Veranlagung, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Fett- stoffwechselstörungen erhöhen das Risiko zusätzlich. Einem Schlaganfall kann vorgebeugt werden. Dazu gehört in erster Linie ein gesunder Lebensstil: Viel Bewegung, gesunde Ernährung und der Verzicht auf Suchtmittel wie Nikotin und Alkohol. Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen sollten vom betreuenden Arzt optimal eingestellt sein.

 

Durch eine frühzeitige Behandlung eines Schlaganfalls kann die Schädigung des Gehirns gering gehalten werden oder sogar reversibel sein. Deshalb sollte man auf alarmierende Hinweise achten. Dazu gehören oft Sprachstörungen oder Gefühlsstörungen beziehungsweise Taubheit im Gesicht oder anderen Körperregionen sowie das Herabhängen des Mundwinkels. Bei Fortschreiten des Schlaganfalls kommt es dann zu halbseitigen Lähmungen von Armen und Beinen. Der Schlaganfall kann starke Kopfschmerzen verursachen. Manchmal treten auch Übelkeit und Erbrechen auf. Ein schwerer Schlaganfall führt zu Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit und kann lebensbedrohlich sein.

 

Sollte es zu einem Notfall kommen, ist schnelles Handeln gefordert. Jede Minute zählt, um Folgeschäden zu vermindern. Daher sollte sofort der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden.