Pressemitteilung

Wenn der Kopf brummt - Kopfschmerztag am 5. September 2020

Kopfschmerzen kennt eigentlich jeder. Bis zu 90 Prozent aller Niedersachsen leiden mehr oder weniger häufig darunter. Darauf macht die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) anlässlich des Kopfschmerztages am 5. September aufmerksam. Rund 320 verschiedene Arten von Kopfschmerzen gibt es. Der Spannungskopfschmerz und die Migräne sind die beiden häufigsten Kopfschmerzarten. Betroffene wissen sich oft nur noch mit Schmerztabletten zu helfen.

 

„Dabei können Schmerztabletten selbst Kopfschmerzen verursachen, warnt Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVN und Hausarzt in Adendorf. „Wer Kopfschmerzen hat, kann zum Beispiel unter einer Reizung der Blutgefäße im Gehirn, der Hirnnerven oder der obersten Spiralnerven leiden. Liegt wirklich ein Kopfschmerz vor oder steckt hinter dem Brummen im Kopf eine ganz andere Erkrankung? Das ist häufig die wichtigste Frage, die meist Hausärzte als erste Anlaufstelle von Kopfschmerzpatienten beantworten müssen“, so Berling.

 

„Damit die richtige Diagnose gestellt werden kann, hilft die Dokumentation des Schmerzes“, rät der Hausarzt. „Wichtige Fragen sind hierfür unter anderem: Ist der Schmerz stechend oder dumpf? Geht er mit Übelkeit einher? Wie häufig tritt er auf und in welchen Situationen? Wie oft wurden Schmerzmedikamente eingenommen?“

Werden bei Kopfschmerzen zu häufig Schmerztabletten eingenommen, können sie selbst Kopfschmerzen verursachen. Berling empfiehlt deshalb bei Spannungskopfschmerzen unter anderem Entspannungs- und Verhaltenstherapien.

 

„Diese Verfahren zeigen erst langfristig Wirkung, aber auch in der Akutsituation gibt es eine Alternative für Schmerztabletten: Vielen Menschen mit Spannungskopfschmerzen hilft es, wenn sie großflächig auf Nacken und Schläfen Pfefferminzöl auftragen“, sagt der Hausarzt.

 

Auch bei Migräne, einer Kopfschmerzform, unter der immerhin jede fünfte Frau und fast jeder zwölfte Mann leidet, sollte eine medikamentöse Therapie immer auch durch eine Therapie ohne Medikamente ergänzt werden. „Wer kann, versucht, die Migräneanfälle von vornherein zu vermeiden, um so auf die häufig eingesetzten Medikamente verzichten zu können“, empfiehlt der KVN-Vize.

 

„Zur  Anfallsprophylaxe gehört das Vermeiden von bekannten individuellen Triggern wie zum Beispiel visuellen Reizen, regelmäßiger Ausdauersport, ein regelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus und ein fester Rhythmus bei der Nahrungsaufnahme. So schaffen es viele Patienten mit Migräne, ihre Anfallsfrequenz so zu senken, dass sie nicht an mehr als zehn Tagen Medikamente einnehmen müssen. Kommt es aber zu einem Migräneanfall, ist es wichtig, so früh wie möglich die Tabletten einzunehmen, dann sind sie wirksamer“, erklärt Berling.