Der Protest geht weiter: Appell an Patienten und KVN-Mitglieder

Praxenkollaps

Der Protest geht weiter: Appell an Patienten und KVN-Mitglieder

In ganz Deutschland machen Ärzte und Psychotherapeuten aktuell mit Protesten auf den drohenden Praxenkollaps aufmerksam. Die Kernprobleme lauten: Bürokratie-Wahnsinn, Unterfinanzierung, Fachkräftemangel, mangelhafte Gesetzgebung. Um die Politik endlich zu einem Kurswechsel zu bewegen, braucht es jedoch nicht nur die Stimme der Praxen, sondern auch die der Patientinnen und Patienten. Sie können gleich auf mehreren Wegen aktiv werden. Die Vertreterversammlung der Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) ruft zur Unterstützung auf.

 

Die Politik ist auf dem ambulanten Auge leider völlig blind, viele Probleme wurden in den vergangenen Jahren verschlafen oder ignoriert. Wir brauchen jetzt dringend einen Kurswechsel, denn die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Deutschland steht auf dem Spiel. Wenn nicht schnell ein Umdenken erfolgt, sind Leistungskürzungen und Praxisschließungen  unvermeidbar. Daher appelliert die Vertreterversammlung der KVN an alle Patientinnen und Patienten: „Helfen Sie uns, den Praxenkollaps zu verhindern!“.

 

E-Mail-Aktion und Bundestagspetition

 

Um Politikerinnen und Politiker auf die desolate Lage in den Praxen aufmerksam zu machen, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Internetseite www.praxenkollaps.info initiiert. Dort können Bürgerinnen und Bürger ihre Bundestagsabgeordneten per E-Mail kontaktieren und sie auf die inakzeptable Situation in der ambulanten Versorgung hinweisen. Zudem hat die KBV eine Bundestagspetition gestartet, um sich bei der Politik endlich Gehör zu verschaffen. Ärzte, Psychotherapeuten, Praxisangestellte und Patienten sind aufgerufen, die Initiative mit ihrer Unterschrift zu unterstützen; Praxen können dafür Unterschriftlisten auslegen.

 

Wir benötigen jetzt eine maximale Sichtbarkeit, um auf die Missstände in der ambulanten Versorgung hinzuweisen. Es ist fünf vor zwölf! Wenn die Politik nicht endlich aufwacht, wird es die medizinische Versorgung, so wie wir sie alle kennen und schätzen, bald nicht mehr geben.

 

KVN-Vertreterversammlung  unterstützt bundesweite Initiative

 

Die KVN-Vertreterversammlung unterstützt die bundesweite Initiative „#Praxenkollaps verhindern!“ mit einer Informationskampagne. Die Praxen in Niedersachsen haben die Möglichkeit, Plakate und Postkarten zu bestellen, um ihre Patienten über die Forderungen und Missstände im ambulanten Bereich zu informieren. Zudem informiert die KVN die Mitglieder sowie  die Bürgerinnen und Bürger ausführlich auf einer extra eingerichteten Internetseite

 

Online-Befragung der KVN-Mitglieder

 

Die KVen und die KBV haben weiterhin  eine Online-​Befragung aller Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten gestartet. Es geht um die Lage der Praxen und was sie brauchen, um ihre Patienten angemessen versorgen zu können. Die KBV führt die Befragung gemeinsam mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) durch. Es ist die größte Ärztebefragung seit über zehn Jahren.

 

Die KVN-Vertreterversammlung appelliert an alle Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bei der Befragung mitzumachen. Nehmen Sie sich bitte die zehn Minuten Zeit und beantworten Sie die Fragen. Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie entscheidend dazu bei, dass die Öffentlichkeit zur aktuellen Situation in den Praxen informiert wird und Ihre Forderungen mit Nachdruck an die Bundesregierung adressiert werden. Alle Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber wurden per E-​Mail oder per Post vom ZI angeschrieben und um Teilnahme gebeten. Den Link zur Befragung mit dem Zugangscode finden die Mitglieder im Anschreiben. Eine Teilnahme ist noch bis zum 20. November möglich.