News

News

TSVG: Neue Gebührenordnungspositionen für Zuschläge stehen fest

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) für die zeitgestaffelten extrabudgetären Zuschläge, die Ärzte und Psychotherapeuten ab 1. September bei einer Terminvermittlung durch die Terminservicestelle (TSS) erhalten, stehen fest. Dies betrifft auch die Vermittlung eines dringenden Facharzttermins durch den Hausarzt, für die es neue GOP im EBM gibt.

 

Zuschläge aufgrund einer TSS-Terminvermittlung

 

Bereits seit Inkrafttreten des TSVG am 11. Mai können Ärzte und Psychotherapeuten die Behandlung von Patienten extrabudgetär abrechnen, die über die TSS vermittelt werden ("TSS-Terminfall"), siehe unten. Ab September erhalten sie zusätzlich zeitgestaffelte Zuschläge auf die jeweilige Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale von 20, 30 und 50 Prozent.

 

In jedes der EBM-Kapitel 3 bis 27 (ohne Kapitel 12 Labormedizin und 19 Pathologie) und in den EBM-Abschnitt 30.7 (Schmerztherapie) wird jeweils eine neue GOP als "Zusatzpauschale TSS-Terminvermittlung" aufgenommen. Zu jeder Zusatzpauschale gibt es vier mögliche Zusätze A bis D, die die entsprechende Höhe der Zuschläge abbilden und vom Arzt zusammen mit der neuen GOP anzugeben sind. Dabei steht das Buchstabensuffix A für den "TSS-Akutfall" - A erst ab 1. Januar 2020 zur Verfügung. Weitere Informationen werden hierzu folgen. Die weiteren Suffixe B, C und D stehen jeweils für den "TSS-Terminfall" und gelten ab 1. September 2019.

Suffix Anzahl der Tage ab Terminvermittlung bis zum Tag der Behandlung Zuschlag der jeweiligen altersklassenspezifischen Versicherten-, Grund- bzw. Konsiliarpauschale
A ab 1. Januar 2020 (TSS-Akutfall 24 Stunden)
B TSS-Terminfall 1. bis 8. Tag 50 Prozent
C TSS-Terminfall 9. bis 14. Tag 30 Prozent
D TSS-Terminfall 15. bis 35. Tag 20 Prozent

Kennzeichnung der Abrechnung

 

Damit alle Leistungen im Arztgruppenfall extrabudgetär vergütet werden, kennzeichnen Ärzte und Psychotherapeuten den Überweisungs- oder Originalschein unter "Vermittlungsart" als "TSS-Terminfall". Im Praxisverwaltungssystem (PVS) steht dazu eine entsprechende Funktion bereit.

 

Abrechnung der Zuschläge

 

Die Übersicht der neuen GOP je Fachgruppe entnehmen Sie bitte der Anlage.

Ein Beispiel: Ein Facharzt für Augenheilkunde behandelt einen 40-jährigen Patienten aufgrund der Vermittlung durch die TSS. Zwischen Kontaktaufnahme des Versicherten zur TSS und der Behandlung liegen 12 Tage. Der Arzt rechnet dabei wie gewöhnlich die für den Patienten geltende Grundpauschale 06211 in Höhe von 127 Punkten sowie weitere gegebenenfalls erforderliche Leistungen ab. Zusätzlich gibt er für die Behandlung aufgrund der TSS-Terminvermittlung die GOP 06228C (Zusatzpauschale TSS-Terminvermittlung) an.

Das Buchstabensuffix C steht hier für den "TSS-Terminfall" mit einer Vermittlungsfrist von 9 bis 14 Tagen.

 

Das PVS setzt die durch den Arzt abgerechnete GOP 06228C in die altersklassenspezifische GOP 06911C (Zusatzpauschale TSS-Terminvermittlung 6. bis 59. Lebensjahr) mit einer Bewertung in Höhe von 30 Prozent der Grundpauschale (38 Punkte) um und überträgt diese auch in die Abrechnung gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Übersicht der neuen GOP für die Zusatzpauschale sowie deren Umsetzung in der PVS entnehmen Sie bitte der Anlage.

 

Zuschlag für die Facharztvermittlung durch einen Hausarzt

 

Für Hausärzte und Kinder- und Jugendmediziner werden die GOP 03008 und 04008 als Zuschläge zu den jeweiligen Versichertenpauschalen 03000 und 04000 zum 1. September 2019 neu in den EBM aufgenommen. Sie bilden die Vergütung der mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz geforderten Vermittlung eines Behandlungstermins bei einem an der fachärztlichen Versorgung teilnehmenden Vertragsarzt ab. Die Bewertung in Höhe von 93 Punkten entspricht mit dem aktuellen Orientierungswert 10,07 Euro.

 

Der Bewertungsausschuss hat hierzu die nötigen Definitionen getroffen: Ein Termin gilt als medizinisch dringend erforderlich, wenn er innerhalb von vier Kalendertagen liegt, nachdem der Hausarzt eine Behandlungsnotwendigkeit festgestellt hat.

Hat der Hausarzt einen Termin für seinen Patienten organisiert, stellt er eine Überweisung aus und rechnet die GOP 03008 (GOP 04008 für Kinder- und Jugendärzte) ab. Im KVDT-Feld 5003 ist die BSNR des übernehmenden Facharztes anzugeben.

 

Der Hausarzt erhält den Zuschlag unabhängig davon, ob der Patient den Termin wahrgenommen hat.

 

Offene Sprechstunde und Neupatient ab 1. September 2019

 

Weitere Neuerungen, die mit dem TSVG eingeführt werden und zum 1. September 2019 in Kraft treten, sind die sogenannten "Offenen Sprechstunden" und die "Neupatienten". Hierzu wird es vor Inkrafttreten der Regelungen weitere Informationen geben.