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sicher.versorgt.überall

sicher.versorgt.überall

Leitthema der Gesundheitsministerkonferenz unter Leitung von Dr. Andreas Philippi ist Versorgungssicherheit

 

Niedersachsen hat vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2026 den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) übernommen. Unter dem Motto „sicher.versorgt.überall“ wird zentrales Leitthema der diesjährigen GMK das Thema „Versorgungssicherheit“ sein.

 

Der Niedersächsische Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Andreas Philippi, als Vorsitzender der GMK nimmt fünf Themen in den Fokus der Gesundheitsminister. Bessere hausärztliche und fachärztliche Versorgung, sichere Gesundheitsversorgung im Falle der zivilen Verteidigung, einen sicheren Zugang zu Apotheken und Arzneimitteln und einen sicheren Infektionsschutz.

 

Nach Ansicht Philippis wird das deutsche Gesundheitssystem zunehmend auf die Probe gestellt. Besonders die demografische Entwicklung der Bevölkerung, aber auch der Ärzteschaft erwiesen sich als große, wenn nicht gar existenzielle Herausforderungen. In Zukunft werde immer weniger medizinisches Personal zur Verfügung stehen und das bei einer gleichzeitig steigenden Anzahl an Kranken und Pflegebedürftigen. Daher seien neue Lösungen gefragt.

 

Zum einen seien die Krankenhäuser in der Verantwortung, sich so aufzustellen, dass sie den Bedarfen vor Ort gerecht werden. Dafür erhielten sie die nötigen politischen Rahmenbedingungen auf Bundes- und Länderebene. Dazu bedürfe es einer engen Abstimmung zwischen Bund und GMK. Der Bund gebe die rechtlichen Weichenstellungen vor, nach der die Länder sowie ihre Selbstverwaltungsorgane ihre Planungen vorantreiben könnten.

 

Die Krankenhausreform werde durch die Einführung von Leistungsgruppen für verbindliche Qualitätsstandards sorgen und gewährleisten, dass Patientinnen und Patienten auch nur dort behandelt werden, wo nachweislich die nötige Erfahrung und die entsprechende Ausstattung besteht. Im selben Atemzug senke die Politik durch eine Vorhaltevergütung den Kostendruck der Kliniken, die nicht länger darauf angewiesen seien, möglichst viele Patientinnen und Patienten zu versorgen.

 

Insgesamt müssten Kosten im Gesundheitssystem gesenkt werden. Dies dürfe nach Ansicht Philippis jedoch nicht zulasten der Behandlungsqualität gehen. Die Ambulantisierung sei eine wichtige Maßnahme. Viele Leistungen, die derzeit noch stationär erbracht würden, könnten problemlos ambulant durchgeführt werden.

 

Eine Ambulantisierung könne ohne Patientensteuerung nicht funktionieren. Daher werde er sich in der GMK für die Einführung eines Primärarztsystems einsetzen. Als Vorsitzland werde sich Niedersachsen für eine Ambulantisierung unseres Gesundheitswesens und damit für eine sichere hausärztliche Versorgung einsetzen. Dazu gehöre auch die Entlastung der Hausarztpraxen durch eine verstärkte Delegation von Aufgaben, beispielsweise an Physician Assistants.

 

Zudem mache er sich für kürzere Wartezeiten auf Arzttermine stark und für eine Anpassung der Regelung für Hybrid-DRG bei den Fachärztinnen und Fachärzten. Ebenfalls sei eine grundlegende Apothekenreform unverzichtbar, damit der sichere Zugang zu Apotheken und Arzneimittel gerade im ländlichen Raum gesichert bleibe.

 

Zur Versorgungssicherheit gehört für Minister Philippi auch die zivile Verteidigung und ein vollumfängliches Krisenmanagement. Einrichtungen des Gesundheitswesens müssten in der Lage sein, schnell und effizient auf zivile und militärische Zwischenfälle zu reagieren. Aus diesem Grund seien einheitliche Strukturen unerlässlich. Dies gelte für die Beschaffung von Schutzausrüstung, Impfstoffen und Arzneimitteln sowie eine Koordination von Logistik und Expertenberatung bei Bedrohungslagen.

 

Außerdem werde auch der Infektionsschutz eine wichtige Rolle auf der GMK spielen. Dazu sei ein krisenfester Öffentlicher Gesundheitsdienst unerlässlich.