Arzneimittel

Arzneimittel

Kaum ein anderes Versorgungssegment steht in der Politik, Öffentlichkeit und bei den Krankenkassen so im Fokus der Diskussion wie die Arznei- und Heilmittelkosten. Arzneimittel, Richtlinien, Ausnahmelisten, Off-Label-Use, Sprechstundenbedarf, Verordnungsausschlüsse - eine nicht endende Kette an Begriffen, Regelungen und gesetzlichen Vorschriften bestimmt die tägliche Verordnungspraxis. Um dieses gesetzlich verordnete Dickicht zu durchdringen, bieten wir zahlreiche Informationen an. Wir geben Hilfestellung bei der Umsetzung einer wirtschaftlichen Verordnungsweise und Auskünfte bei Fragen zur Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln.

 

Ablösung von der Richtgrößenprüfung Arzneimittel

 

Im Jahr 2017 ist mit der Durchschnittswerteprüfung die Ablösung von der Richtgrößenprüfung gelungen. Anstelle theoretischer Richtgrößen werden die tatsächlichen Verordnungsdurchschnitte der jeweiligen Vergleichsgruppe im Prüfungsjahr verglichen. Auch die Auffälligkeitsgrenze hat sich geändert: Statt 25 Prozent ist die Auffälligkeitsgrenze nun erst bei einer Überschreitung von 50 Prozent des Vergleichsgruppendurchschnittswerts erreicht. Somit wird die Dynamik der sich verändernden Verordnungstätigkeit durch den Durchschnittswert berücksichtigt. 

 

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich durch die Einhaltung fach-/vergleichsgruppenindividueller Wirtschaftlichkeitsziele (Arzneimittelzielquoten) von der Durchschnittswerteprüfung zu befreien. Pro Fach-/Vergleichsgruppe wurden je ein allgemeines (Quote zum KBV-Medikationskatalog oder Generikaquote) und in der Regel ein spezifisches Ziel (typische Wirkstoffgruppe aus dem Verordnungsspektrum der Fach-/Vergleichsgruppe, z. B. ein Mindestanteil von biosimilarem Somatropin) definiert. Mit der Einführung einer dritten Arzneimittelquote (zweites spezifisches Ziel) erhalten einige Fach-/Vergleichsgruppen eine zusätzliche Möglichkeit, sich von der Durchschnittswerteprüfung zu befreien.

 

Bei der Ermittlung der Quoten liegen dabei nicht der Preis, sondern die Indikation und Menge in Form der DDD (definierte Tagesdosis) zu Grunde. Ein Generikum mit einer DDD von 20 hat beispielsweise die gleiche Wertigkeit wie ein Originalpräparat mit einer DDD von 20.

 

Die Grundsystematik wird auch 2019 fortgeführt, da das Ablösepaket Wirkung zeigt. Von den Vertragsärzten können sich aktuell 95,6 Prozent der Praxen von einer Durchschnittsprüfung befreien.

 

Weitere Informationen zur Arzneimittelzielvereinbarung finden Sie im KVN-Portal.

 

KBV-Medikationskatalog

 

Der Medikationskatalog wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelt und teilt Wirkstoffe in derzeit 14 versorgungsrelevante Indikationen (u. a. Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Osteoporose) sowie in drei Gruppen ("Standardwirkstoffe", "Reservewirkstoffe" und "nachrangig zu verordnende Wirkstoffe") ein. Um das Wirtschaftlichkeitsziel einzuhalten, muss ein Mindestanteil der Verordnungen auf Standard- und Reservewirkstoffe entfallen.

 

Generikaquote

 

Die Generikaquote stellt einen Mindestanteil an Generika und patentfreien, generikafähigen Arzneimitteln (Altoriginalen) am gesamten Fertigarzneimittelmarkt dar.

 

Hinweis e-Dokumente

 

Über die e-Dokumente im KVN-Portal werden GAmSI- und HIS-Berichte bereitgestellt. Zusätzlich werden monatlich Arzneimittel-Frühinformationen (AMFI) und quartalsweise Durchschnittswerte-Frühinformationen (DWFI) in die e-Dokumenten eingestellt. Die errechneten Quoten und Durchschnittswerte dienen Ihnen als Orientierung für eine aktive Steuerungsmöglichkeit.