Aktuelles

Verordnungen

Aktuelles aus dem Bereich Verordnungen

Auf dieser Seite erhalten Sie Kurzinformationen zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Verordnungen.

Bundeseinheitlicher Medikationsplan/elektronischer Medikationsplan

Ein Patientenanspruch auf einen elektronischen Medikationsplan (eMP) oder Bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) besteht wenn:

  • der Versicherte dauerhaft gleichzeitig mindestens drei zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnete systemisch wirkende Arzneimittel anwendet und die Anwendung nicht durch den Arzt erfolgt (§29 a BMV-Ä).
  • Von einer dauerhaften Anwendung ist auszugehen, wenn ein Arzneimittel zum Erreichen des Therapieziels über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen angewendet wird (§29 a BMV-Ä).

Haus- und Fachärzte sind für die Aktualisierungen zuständig, sobald die Medikation geändert wird oder die Kenntnis über einer Änderung vorliegt. Die Verantwortung für die verschriebene Medikation bleibt beim jeweils verschreibenden Arzt. Patienten die Anspruch an einem BMP/eMP haben, sind darüber zu informieren.

 

Einen Frage-Antwort-Katalog zum BMP/eMP und Informationen  zur Vergütung finden auf der Seite der KBV .

Meningokokken-B-Impfung  Indikationsimpfung

Aufgrund einer Änderung der SSB-Vereinbarung kann der Impfstoffbezug für die Indikationsimpfung seit 1. Januar 2024 über den SSB erfolgen. Die Einzelverordnung ist übergangsweise  noch bis Ende März parallel möglich.

Meningokokken-B-Impfung Säuglinge und Kleinkinder

Im Gegensatz zur Indikationsimpfung ist die Standardimpfung gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB)für Säuglinge und Kleinkinder noch keine GKV- Regelleistung. Impfstoffe  für diese Indikation  können  daher nicht über den SSB und auch nicht  als Einzelverordnung  bezogen werden.

 

Dies gilt regelhaft  bis zum Inkrafttreten einer angepassten  Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL).  Eine Stellungnahme des G-BA zur entsprechenden STIKO-Empfehlung steht noch aus.  Erst mit Beschluss des G-BA wird die SI-RL angepasst sowie die Einzelheiten zur Leistungspflicht der GKV in der SI-RL festgelegt. Dem Inkrafttreten geht weiterhin zunächst eine Nichtbeanstandung durch das BMG sowie  die Veröffentlichung im Bundesanzeiger voraus.

 

Pneumokokken-Impfung (PCV20)

Seit dem 13.01.2024 ist der STIKO-empfohlene Pneumokokken-Konjugatimpfstoff PCV20 in der Schutzimpfungs-Richtlinie aufgenommen und ist ab diesem Zeitpunkt wirtschaftlich.

(solange keine preiswerter gleichwertige Alternative am Markt ist)

 

Müssen dann in Folge einer  Empfehlung der STIKO und der Anpassung der Schutzimpfungs-Richtlinie durch den G-BA Restbestände eines Impfstoffs verworfen werden, beruht dieser Verwurf nicht auf einem unwirtschaftlichen Verordnungsverhalten, wenn der vom Arzt zuvor im Sprechstundenbedarf verordnete Impfstoff zur Zahl der Behandlungsfälle und zur Praxisausrichtung in einem angemessenen Verhältnis gestanden hat. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dann sind keine Beanstandungen im SSB aufgrund von Verwürfen zu erwarten.

 

 

Austausch von  parenteralen  Biopharmazeutika  ab dem 15. März 2024 

Zum 15. März 2024 sind Apotheken verpflichtet, bei der Herstellung von parenteralen Zubereitungen mit biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln ein wirkstoff-

bezogenes preisgünstiges Produkt auszuwählen. Als Grundlage für den Austausch dient die Anlage VIIa der Arzneimittel-Richtlinie.

 

Mit Inkrafttreten des G-BA-Beschlusses werden für Patienten verordnete biologische Rezepturen ohne Rücksprache mit dem Arzt ausgetauscht.

 

Beispiel:

Rezept: Remicade i.v. – ohne aut idem Kreuz

Apotheke: Austausch gegen Flixabi i.v. – ohne Rücksprache mit dem Arzt

 

Selbstverständlich gilt auch für Zubereitungen aus biologischen Fertigarzneimitteln die Regelung des aut idem Kreuzes analog zur Regelung bei generischen Fertigarzneimitteln – bei setzen des aut idem Kreuzes darf die Apotheke das namentlich verordnete Präparat nicht austauschen.


Weitere Informationen zu Impfungen finden Sie im Bereich Verordnungen unter Impfungen.