KVNachrichten

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Editorial

Vorstand 2025

Liebe Mitglieder,

 

zunächst Ihnen allen ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr.

 

Niedersachsen hat am 1. Januar für ein Jahr den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz übernommen. Mit dem Motto „sicher.versorgt.überall.“ rückt der Niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi dabei die Patientinnen und Patienten in den Fokus. Als KVN unterstützen wir dies, denn auch für uns steht deren medizinische Versorgung im Vordergrund - ebenso wie für Sie in den niedersächsischen Praxen. Um die Versorgung weiterhin stabil aufrecht und finanzierbar zu halten, sind - und das ist keine Neuigkeit - in diesem Jahr dringend Reformen von Nöten. An einzelnen Stellschrauben zu drehen, wird nicht mehr ausreichen. Auf beinahe keiner anderen Politikerin lastet daher ein so hoher Erwartungs- und Erfolgsdruck wie auf Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Und die Frage ist: Hat sie die Kraft für echte strukturelle Veränderungen?

 

„Ich möchte keinen Beliebtheitspreis gewinnen“ sagt sie im Interview mit dem Spiegel (Ausgabe 1/2026), soll heißen, sie will auch gegen Widerstände Reformen durchsetzen. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, gleichzeitig sollte sie ihre Ideen und Planungen mit den Akteuren des deutschen Gesundheitssystems vorab in einem konstruktiven Dialog diskutieren. Die Fachwelt bemängelt ja bereits eine verwässerte Krankenhausreform, eine verschleppte Nofallreform, eine überfällige Pflegereform und mühselige Sparbemühungen in Sachen GKV-Finanzierung. Dabei hat sich was wir benötigen ja bereits in der Vergangenheit herauskristallisiert - wobei wir für den ambulanten Sektor sprechen: Wir brauchen eine sinnvolle Patientenversorgung, nützliche und funktionierende Digitalisierung, eine Entbudgetierung der Leistungen der Fachärztinnen und Fachärzte, echte Entbürokratisierung und mehr medizinische Studienplätze. Letzteres ist auf Länderebene zu regeln, darüber hinaus müssen die großen Leitlinien vom Bund kommen. Wir in Niedersachsen und die KBV auf Bundesebene stehen für Gespräche bereit - dann aber müssen Taten folgen. Wir plädieren für beherzte Neuregelungen, die wir anschließend gemeinsam der Bevölkerung gut erklären sollten.

 

Nachhaltige Reformen mit Sinn und Verstand stärken die Demokratie und unser Gesundheitssystem - auch über das neue Jahr hinaus.

 

Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender

Thorsten Schmidt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Nicole Löhr, Vorständin