Impfen in Arztpraxen

hand-needle-leg-finger-arm-nail-461033-pxhere.com

Impfen in Arztpraxen

Hinweise zur nächsten Impfstoffbestellung bis 19. Oktober 12 Uhr für die Woche vom 1. bis 7. November


Impfstoffe

Praxen können für die Woche vom 1. bis 7. November Impfstoff von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson bestellen.


Bestellmenge
Es gibt keine Vorgaben zu den Bestellmengen. Arztpraxen bestellen so viele Dosen, wie sie in dieser Woche für Erst- und Zweitimpfungen sowie für Auffrischimpfungen benötigen.


Bestellung auf einem Rezept
Die Bestellung von Impfstoffen erfolgt auf nur noch einem Rezept. Eine Unterscheidung zwischen Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen ist nicht erforderlich. Ärzte geben lediglich die Gesamtzahl der Dosen je Impfstoff an.

 

Impfstoff von Moderna

Seit Anfang Oktober steht erstmals auch der Impfstoff von Moderna zur Verimpfung in den Arztpraxen zur Verfügung. Der mRNA-Impfstoff des US-Unternehmens ist seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland im Einsatz, bislang allerdings nur in Impfzentren. Diese haben vielerorts Ende September geschlossen. Personen, die bis dahin dort nur ihre Erstimpfung mit Moderna erhalten haben, sollen nach den Plänen von Bund und Ländern die Zweitimpfung in einer Arztpraxis erhalten. Der Impfabstand zwischen Erst- und Folgeimpfung beträgt nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission vier bis sechs Wochen.

 

Spikevax® ist für Personen ab zwölf Jahre zugelassen und kann ebenso wie der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Auffrischimpfungen verwendet werden. Diese können nach der Coronavirus-Impfverordnung seit 1. September durchgeführt und abgerechnet werden.

 

Eine Besonderheit ist die begrenzte Transportzeit des Impfstoffes: Wie der Impfstoff von BioNTech/Pfizer darf auch der Impfstoff von Moderna aufgetaut nur maximal zwölf Stunden transportiert werden. Wieviel Zeit nach dem Transport vom Großhandel über die Apotheken in die Arztpraxen verbleibt, um den Impfstoff gegebenenfalls bei Haus- oder Pflegeheimbesuchen einsetzen zu können, ist in der von den Apotheken jeweils mitgelieferten Begleitinformation aufgeführt (mehr zum Impfstoff s. KBV-Steckbrief).

 

Impfstoff von BioNTech/Pfizer länger haltbar

Eine Neuerung gibt es beim Impfstoff von BioNTech/Pfizer: Der Pharmakonzern weist in seiner aktualisierten Fachinformation eine längere Haltbarkeit aus. Statt bislang sechs Monate kann der Impfstoff bis zu neun Monate in der Ultratiefkühlung gelagert werden. Dies gilt auch für bereits ausgelieferte Vials. So sind beispielsweise Produkte mit einem Haltbarkeitsdatum 31. Oktober 2021 nun bis 31. Januar 2022 haltbar und damit auch verwendbar.

 

Auffrischimpfungen

 

Die STIKO hat eine Empfehlung zur COVID-19-Impfung von Personen mit Immundefizienz veröffentlicht. Diesem Personenkreis soll etwa 6 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung eine zusätzliche Impfstoffdosis mit einem der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe angeboten werden, unabhängig davon, mit welchem Impfstoff zuvor geimpft wurde.

 

Bei einer kleinen Gruppe schwer immundefizienter Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort, wie z.B. nach Organtransplantation und KrebspatientInnen unter immunsuppressiver, antineoplastischer Therapie, kann diese zusätzliche Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie bereits 4 Wochen nach dieser Grundimmunisierung angeboten werden. Über eine Auffrischimpfung nach weiteren 6 Monaten muss dann im Einzelfall entschieden werden. Eine serologische Antikörpertestung wird von der STIKO nicht grundsätzlich empfohlen. Weitere Einzelheiten können dem Beschluss der STIKO zur 11. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung entnommen werden (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/39/Art_01.html)

 

Eine Empfehlung der STIKO für eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen gibt es weiterhin nicht. Dazu kündigt die STIKO in den kommenden Wochen eine Entscheidung an. Aufgrund der Beschlüsse der GMK können weiterhin auch folgenden Personen- und Alterskreisen eine Auffrischimpfung angeboten werden:

Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen sowie auf eigenen Wunsch dort tätige Pflegekräften und weitere Beschäftigte, Personen, die beruflich in regelmäßigem Kontakt mit infektiösen Menschen stehen (z. B. medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams) sowie nach individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung die Personengruppe der über 60jährigen.

Für die Auffrischimpfung soll nach dem GMK Beschluss ein mRNA-Impfstoff angeboten werden, sofern die vollständige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

(Quelle: https://www.gmkonline.de/Beschluesse.html?uid=225&jahr=2021)

 

Die Corona-Impfverordnung enthält einen Anspruch auf Auffrischimpfungen ohne Beschränkung auf bestimmte Gruppierungen. Aus haftungsrechtlichen Gründen wird empfohlen, sich an den Empfehlungen der STIKO zu orientieren, ergänzend sollte eine Orientierung an den Beschlüssen der GMK-Konferenz erfolgen. In jedem Fall sind Auffrischimpfungen im Impf-Doku-Portal zu melden. Zur Abbildung von Auffrischimpfungen im digitalen Impfnachweis gibt es aktuell keine neuen Informationen.

 

Sobald die KVN neue Informationen erhält, werden wir entsprechend informieren.

 

Bestellung, Lieferung und Verabreichung

 

 

Informationen zu Covid-19-Impfstoffen:

 

AstraZeneca

 

BioNTech/Pfizer

 

Janssen (gehört zu Johnson&Johnson)

 

Moderna:

 

Meldung unerwünschter Wirkungen von COVID-19-Impfstoffen

 

Organisation und Aufklärung

 

  • PraxisInfo: „Hinweise zur Organisation und Aufklärung“
  • Rescue-Impf-App zur Unterstützung für Ärzte bei der COVID-19-Impfaufklärung von nicht deutschsprachigen Personen
    Die kostenlose App wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) entwickelt und kann auch bei der Aufklärung sehgeschädigter oder gehörloser Menschen eingesetzt werden. Die App deckt mehr als 35 Sprachen einschließlich Gebärdensprache ab und ermöglicht nach Angaben des Ministeriums eine „rechtssichere Aufklärung und Anamneseerhebung“. Dabei würden keine personenbezogenen Daten auf dem Smartphone oder Tablet erzeugt oder gespeichert. Alle Inhalte und Funktionen der App wurden nach Angaben des BMG in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) erstellt und sind medizin- und datenschutzrechtlich geprüft.
    Hinweise zum Download finden Sie hier.
    Info-Poster zur Rescue-Impf-App

 

Abrechnung und Dokumentation

 

 

Tägliche Dokumentation der durchgeführten Impfungen

 

Das Impf-​DokuPortal im KVN-​Portal wird am 1. April 2021 (Gründonnerstag) freigeschaltet.

 

 

Abrechnung durchgeführter Impfungen im Rahmen der Quartalsabrechnung

 

 

Informationsveranstaltungen externer Anbieter

 

  • Online-Seminare (Webinare) der Firma BioNTech für Ärzte mit Informationen zur Durchführung der Impfung, zu Stabilitäts- und Studiendaten und zur mRNA-Technologie, Anmeldung unter https://seminar-reihe.events-biontech.de/

 

Fragen und Antworten zur Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen
Ist eine gleichzeitige Impfung gegen COVID-19 und Influenza möglich ​

Abweichend von bisherigen Veröffentlichungen hat die STIKO am 24.09.21 eine geänderte Empfehlung zur gleichzeitigen Verabreichung (Koadministration) der COVID-19-Impfung mit anderen Totimpfstoffen ausgesprochen. Danach muss zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen ab sofort kein Impfabstand mehr eingehalten werden. Sie können simultan gegeben werden. Unter der Voraussetzung, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen andere Erkrankungen als auch gegen COVID-19 besteht, ist die gleichzeitige Verabreichung der beiden Impfstoffe möglich. Die Injektion soll in der Regel an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.

 

Die STIKO weist zudem darauf hin, dass bei einer gleichzeitigen Anwendung Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten könnten. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen zeigten jedoch, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Verabreichung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprächen.

 

Die Empfehlung zur Koadministration der COVID-19-Impfung mit anderen Totimpfstoffen bezieht sich insbesondere auf die jährliche Influenza-Impfung. Mit der Influenza-Impfung soll für eine optimale Wirksamkeit frühestens ab Oktober begonnen werden.

 

Weitere Einzelheiten sind in der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausgeführt (https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-09-24.html).

Was bedeutet es, dass ich bereits abgelaufenen Impfstoff von BioNTech von der Apotheke erhalten habe?​

Der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech kann nun statt bislang 6 Monate bis zu 9 Monate in der Ultratiefkühlung gelagert werden. Die Impfstoffe, die von der Apotheke ausgeliefert werden, sind demnach drei Monate länger haltbar und verwendbar (z. B. sind Produkte mit einem Haltbarkeitsdatum 31. Oktober 2021 nun bis 31. Januar 2022 haltbar und verwendbar).

 

Aufgedrucktes Datum/Aktualisiertes Verfalldatum
Juni 2021/September 2021
Juli 2021/Oktober 2021
August 2021/November 2021
September 2021/Dezember 2021
Oktober 2021/Januar 2022
November 2021/Februar 2022
Dezember 2021/März 2022

 

Bitte beachten Sie, dass diese verlängerte Haltbarkeit sich nicht auf Impfstoffe bezieht, die sich z. B. in einer Arztpraxis in einem Kühlschrank befinden. Der verlängerte Zeitraum bezieht sich ausschließlich auf Ultratiefkühlung, die normalerweise nur in entsprechend ausgestatteten Räumen z. B. beim Pharmagroßhandel erreicht werden kann.

 

Ab März 2022 ist die verlängerte Haltbarkeit wieder berücksichtigt, d.h. ab diesem Datum handelt es sich bei der aufgedruckten Angabe um das tatsächliche Verfallsdatum.

 

Über die jeweilige Haltbarkeit des Impfstoffes wird der Arzt nochmals schriftlich im             Übergabeschein der Apotheke informiert, demnach ist das in dem Übergabenschein          angegebene Haltbarkeitsdatum maßgeblich. Im Falle von Unklarheiten empfehlen wir      eine Rücksprache mit der beliefernden Apotheke.

Wie soll das Impfzubehör bestellt werden?​

Spritzen und Kanülen für COVID-19-Schutzimpfungen werden vorerst entgegen der bisherigen Ankündigung des Bundesministeriums für Gesundheit weiter zusammen mit dem Impfstoff an die Arztpraxen ausgeliefert. Der bisherige Bestellprozess soll bis voraussichtlich Ende Oktober verlängert werden, wie das Ministerium mitteilte.

 

Praxen bestellen somit zunächst weiterhin bis Dienstag, 12 Uhr, bei ihrer Apotheke den Impfstoff inklusive Zubehör, den sie für die übernächste Woche benötigen, und erhalten das entsprechende Impfzubehör mitgeliefert.

           

Grundsätzlich plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG), den Bestellprozess für Impfzubehör zu ändern. Zukünftig soll das Impfzubehör nicht mehr zusammen mit dem Impfstoff ausgeliefert werden, sondern die Arztpraxen sollen Spritzen, Kanülen sowie gegebenenfalls NaCL-Lösung entsprechend ihres Bedarfs bestellen können. Die Kosten für das Impfzubehör werden weiterhin vom Bund übernommen.

 

Ursprünglich sollte die Umstellung bereits Anfang Oktober erfolgen. Das BMG benötigt jedoch nach eigenen Angaben noch Zeit, um Einzelheiten zur Bestellung des Impfzubehörs festzulegen, sodass der Wechsel voraussichtlich auf Ende Oktober verschoben wird. Sobald die Details feststehen, werden wir darüber informieren.

Muss vor der Verabreichung einer Auffrischungsimpfung erneut eine Aufklärung erfolgen?​

Aus u. g. Gründen existieren unterschiedliche rechtliche Bewertungen. Die KVN empfiehlt schon aufgrund der für viele Gruppen noch fehlenden STIKO-Empfehlung eine erneute Aufklärung vor der Auffrischimpfung zur rechtlichen Absicherung im Fall von Impfnebenwirkungen bzw.  ggf. auftretender Komplikationen. In jedem Fall ist die Aufklärung in Fällen erforderlich, in denen vorher eine andere Impfstoffart verabreicht wurde (z. B. Auffrischimpfung mit mRNA-Impfstoff bei zuvor mit Vektorimpfstoff durchgeführter Impfserie). Die Aufklärung muss zudem die Information beinhalten, dass eine Empfehlung der STIKO zu Auffrischimpfungen (außer für Immundefiziente) derzeit noch nicht vorliegt. Die  Information zur fehlenden STIKO-Empfehlung ist auf dem aktuellen Aufklärungsmerkblatt des RKI zur Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoffen bereits enthalten.

 

Das Land Niedersachsen verweist in einem Schreiben an die Impfzentren auf einen Erlass des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und sieht die 3. Impfung als Wiederholung der zweiten Impfung von einer vollständigen Impfserie umfasst, was auch für die Aufklärungsbögen gelten würde. Andererseits weißt das BMG aber auch daraufhin, dass die ärztlichen Sorgfaltspflichten bei der Aufklärung und Verabreichung des Impfstoffs zu beachten sind. Daher sollte der zu impfenden Person in jedem Fall angeboten werden, Fragen und Unklarheiten zur Impfung zu besprechen. Die Person kann das Angebot dann ablehnen. Mehr Klarheit bringen möglicherweise Empfehlungen der STIKO zur Auffrischimpfung weiterer Personengruppen außer der Gruppe der Immundefizienten, die ab Ende September erwartet werden.

Wie sollen Praxen mit COVID-19-Impfstoff umgehen, der nicht mehr zu verwenden ist?​

Hierzu hat das Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) bereits im März 2021 Empfehlungen herausgegeben. Danach sind bei COVID-19-Impfstoffen keine Risiken vorhanden, die einen besonderen Umgang mit Impfstoffabfällen im Vergleich zu anderen nicht gefährlichen medizinischen Abfällen bzw. Arzneimittelabfällen erfordern. Dies trifft auch für die zu der Zeit bekannten, noch in der Entwicklung befindlichen COVID-19-Impfstoffe zu.

 

Sollte daher in Ausnahmefällen Impfstoff aus Gründen der Qualitätssicherung, wie beispielsweise bei der Unterbrechung von Kühlketten oder auf Grund der Überschreitung des Haltbarkeitsdatums, nicht mehr genutzt werden können und in größeren Chargen zur Entsorgung anstehen, ist er unter Vermeidung einer missbräuchlichen Weiterverwendung einer geeigneten thermischen Behandlung zuzuführen, z. B. durch die Entsorgung über den Hausmüll in der Restmülltonne und der anschließenden Vernichtung in der Müllverbrennungsanlage.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Umweltbundesamts (https://www.bmu.de/meldung/covid-19-schnelltests-und-impfabfaelle-richtig-entsorgen) und des BfArMs (https://www.bfarm.de/DE/Buergerbereich/Arzneimittel/arzneimittelentsorgung.html).

 

Bitte beachten Sie hierzu auch die FAQ „Was bedeutet es, dass ich bereits abgelaufenen Impfstoff von BioNTech von der Apotheke erhalten habe?“

Welchem Personenkreis sollte eine zusätzliche Impfstoffdosis als Auffrischimpfung („Booster“) angeboten werden?

Die STIKO hat eine Empfehlung zur COVID-19-Impfung von Personen mit Immundefizienz veröffentlicht. Diesem Personenkreis soll etwa 6 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung eine zusätzliche Impfstoffdosis mit einem der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe angeboten werden, unabhängig davon, mit welchem Impfstoff zuvor geimpft wurde.

 

Bei einer kleinen Gruppe schwer immundefizienter Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort, wie z.B. nach Organtransplantation und KrebspatientInnen unter immunsuppressiver, antineoplastischer Therapie, kann diese zusätzliche Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie bereits 4 Wochen nach dieser Grundimmunisierung angeboten werden. Über eine Auffrischimpfung nach weiteren 6 Monaten muss dann im Einzelfall entschieden werden. Eine serologische Antikörpertestung wird von der STIKO nicht grundsätzlich empfohlen. Weitere Einzelheiten können dem Beschluss der STIKO zur 11. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung entnommen werden

(https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/39/Art_01.html).

 

Eine Empfehlung der STIKO für eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen gibt es weiterhin nicht. Dazu kündigt die STIKO in den kommenden Wochen eine Entscheidung an. Aufgrund der Beschlüsse der GMK können weiterhin auch folgenden Personen- und Alterskreisen eine Auffrischimpfung angeboten werden: Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen sowie auf eigenen Wunsch dort tätige Pflegekräften und weitere Beschäftigte, Personen, die beruflich in regelmäßigem Kontakt mit infektiösen Menschen stehen (z. B. medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams) sowie nach individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung die Personengruppe der über 60jährigen. Für die Auffrischimpfung soll nach dem GMK Beschluss ein mRNA-Impfstoff angeboten werden, sofern die vollständige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt (Quelle: https://www.gmkonline.de/Beschluesse.html?uid=225&jahr=2021).

 

Die Corona-Impfverordnung enthält einen Anspruch auf Auffrischimpfungen ohne Beschränkung auf bestimmte Gruppierungen. Aus haftungsrechtlichen Gründen wird empfohlen, sich an den Empfehlungen der STIKO zu orientieren, ergänzend sollte eine Orientierung an den Beschlüssen der GMK-Konferenz erfolgen. In jedem Fall sind Auffrischimpfungen im Impf-Doku-Portal zu melden. Zur Abbildung von Auffrischimpfungen im digitalen Impfnachweis gibt es aktuell keine neue Informationen.

Sind Auffrischimpfungen nach vollständig durchgeführter COVID-19-Schutzimpfung bereits möglich bzw. wann kann mit weiteren Informationen hierzu gerechnet werden?​

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hat im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Gesundheit am 2. und 9. August 2021 Beschlüsse gefasst, um bestimmten Personenkreisen ab September Auffrischimpfungen anzubieten. Am 6. September 2021 wurde hierzu eine Ergänzung beschlossen, so dass nach den Beschlüssen nun für folgende Personen- und Alterskreise eine Auffrischimpfung vorgesehen ist:

 

  1. Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen sowie auf eigenen Wunsch dort tätige Pflegekräften und weitere Beschäftigte
  2. Personen, die beruflich in regelmäßigem Kontakt mit infektiösen Menschen stehen (z. B. medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams)
  3. nach individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung die Personengruppe der über 60jährigen

 

(Quelle: https://www.gmkonline.de/Beschluesse.html?uid=225&jahr=2021)

 

Für die Auffrischimpfung soll nach dem GMK Beschluss ein mRNA-Impfstoff angeboten werden, sofern die vollständige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Nach den GMK-Beschlüssen von Anfang August soll auch Personen, die mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson beziehungsweise nach einer Genesung von COVID-19 mit einem dieser Vektor-Impfstoffe vollständig geimpft wurden, eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden. Der Mindestabstand zur ersten Impfserie beträgt ebenfalls sechs Monate.

 

Die geänderte Corona-Impfverordnung enthält einen Anspruch auf Auffrischimpfungen, allerdings ohne Beschränkung auf bestimmte Gruppierungen. Die STIKO hat derzeit noch keine Anpassung Ihrer Impfempfehlung vorgenommen. Die KBV empfiehlt daher, sich bezüglich der für eine Auffrischimpfung in Frage kommenden Personen an dem Beschluss der GMK-Konferenz zu orientieren. Haftungsrechtlich seien Auffrischungsimpfungen durch die derzeit geltenden Coronavirus-Impfverordnung und das Infektionsschutzgesetz gedeckt.

(Quelle: https://www.kbv.de/html/1150_54181.php)

 

Die Impfziffern für die Auffrischungsimpfung können offiziell seit dem 1. September 2021 abgerechnet werden und das Impf-Doku-Portal wurde um die Auffrischungsimpfungen erweitert.

 

Nach Mitteilung der GMK soll in Kürze auch für Auffrischimpfungen ein digitaler Impfnachweis erstellt werden können. Die technische Umsetzung der Abbildung von Auffrischimpfungen im digitalen Impfnachweis sollen zeitnah nutzbar sein. 

 

Sobald die KVN neue Informationen erhält, werden wir entsprechend informieren.

Kann ich COVID-19-Impfstoff an eine andere Praxis abgeben, wenn mehrere Patienten kurzfristig ihre Impftermine absagen und der Impfstoff sonst verfällt?​

Aufgrund der geänderten, am 14. Juli 2021 veröffentlichten Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Verteilung von Impfstoffen gegen COVID-19 an Arztpraxen und Betriebsärztinnen und Betriebsärzte kommt es bezüglich der Bestellung und Abgabe von COVID-19-Impfstoffen zu mehr Flexibilität.

 

Grundsätzlich gilt weiterhin, dass die Abgabe der Covid-Impfstoffe über die regelmäßige Bezugsapotheke erfolgt und von einer Apotheke bezogen werden soll. Allerdings wurden zur flexibleren Verteilung der Impfstoffe Ausnahmevorschriften für Apotheken und Leistungserbringer aufgenommen:

 

Vertragsärzte, Privatärzte, Betriebsärzte, die Impfstoff von den Apotheken erhalten haben, dürfen diesen Impfstoff ausnahmsweise unentgeltlich an andere in §3 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 4 genannte impfbereite und in räumlicher Nähe liegende Leistungserbringer abgeben, wenn sie ihn nicht selber verimpfen können. Grund dafür könnte z. B. eine kurzfristige Absage von Patienten für geplante Impftermine sein. Ziel ist die Vermeidung von Verwurf des Impfstoffes. Die Leistungserbringer haben dann sicherzustellen, dass die Impfstoffe durchgehend zuverlässig und unter Einhaltung der Transportvorgaben an den anderen Leistungserbringer abgegeben werden.

 

Wie für Apotheken gilt dann, dass die Impfstoffe durchgehend zuverlässig und unter Einhaltung der Transportvorgaben der Impfstoffe (insbesondere der mRNA-Impfstoffe) abgegeben werden müssen. Zudem ist bei Abgabe an einen anderen impfenden Vertragsarzt, Privatarzt oder Betriebsarzt auch das Impfzubehör mitzugeben. Das Land Niedersachsen hat mitgeteilt, dass auf Grund einer Anweisung die Weitergabe von Impfstoffen an ein Impfzentrum oder an ein mobiles Impfteam derzeit nicht möglich ist. 

 

Weitere Ausnahmen:

 

  • Apotheken dürfen auch Praxen mit Impfstoff beliefern, mit denen sie sonst keine Kontakte haben
  • Betriebsärzte dürfen für die Impfung an einem Ort auch aus mehreren Apotheken Impfstoff beziehen

 

Da es sich um eine Ausnahmeregelung handelt, sollten sich Praxen auch weiterhin an die grundsätzlichen Vorgaben halten, d. h. grundsätzlich sollen die Apotheken Impfstoff liefern und der Lieferung soll eine Bestellung der Arztpraxis zu Grunde liegen.

 

Sofern im Ausnahmefall bereits gelieferter Impfstoff von einer Praxis abgegeben werden kann, muss der Empfänger in räumlicher Nähe zur abgebenden Praxis sein und den Impfstoff zweckgemäß verwenden. Bei Abgabe und Transport der Impfstoffe müssen die besonderen Anforderungen beachtet werden, um die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe nicht zu gefährden.

Besteht für mich ein Haftungsrisiko, wenn ich den COVID-19-Impfstoff innerhalb einer Impfreihe (hererologe Impffolge) wechsle?​

Die STIKO hat ihre Empfehlungen zur heterologen Impfung von mit AstraZeneca Erstgeimpften in diesem Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht.

 

Ärzte haben bei korrekt durchgeführter Schutzimpfung unter Beachtung der ärztlichen Sorgfaltspflichten bei der Aufklärung und Verabreichung des Impfstoffs kein Haftungsrisiko für Impfschäden, wenn sie den COVID-19-Impfstoff innerhalb einer Impfreihe wechseln. Nach §60 Abs. 1 Nr. 1a des Infektionsschutzgesetzes können alle Personen, die auf Grundlage der Coronavirus-​Impfverordnung geimpft werden, Versorgungsansprüche gegen den Staat geltend machen. Zudem hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bestätigt, dass der Wechsel des COVID-19-Impfstoffs innerhalb einer Impfreihe (heterologe Impffolge) grundsätzlich keine Anwendung außerhalb der Zulassung darstellt, wenn die Impfung innerhalb der in der Zulassung festgelegten Indikation (Impfung gegen COVID-19) und innerhalb der von der Zulassung umfassten Altersgruppe durchgeführt wird. Die Staatshaftung für Impfschäden gilt auch in diesen Fällen.

Wie lange kann der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer im Kühlschrank gelagert werden?​

Die unverdünnte, aufgetaute Durchstechflasche kann 1 Monat (31 Tage) bei 2 °C bis 8 °C gelagert werden.

  • Innerhalb der 1-monatigen Haltbarkeitsdauer bei 2 °C bis 8 °C können bis zu 12 Stunden für den Transport genutzt werden.
  • Der verdünnte Impfstoff ist weiterhin 6 Stunden bei 2 bis 30 °C ab dem Zeitpunkt der Verdünnung haltbar, der Impfstoff muss in dieser Zeit verabreicht werden.
Stellt die KVN Vordrucke für den Genesenennachweis bereit?​

Die KVN empfiehlt, dass Genesene einen Laborbefund ihres positiven PCR-Tests mitführen. Falls eine zusätzliche Bescheinigung erforderlich erscheint, kann diese durch den Patienten beim während der damaligen Erkrankung zuständigen Gesundheitsamt angefordert werden.

 

Grundsätzlich können auch Ärzte die Genesenennachweise ausstellen. Bitte beachten sie, dass die Genesenennachweise derzeit ausschließlich aufgrund eines mindestens 28 Tage und maximal 6 Monate alten positiven PCR-Labortests ausgestellt werden können. Ein SARS-CoV-2-Antikörpernachweis reicht hierfür nach der derzeit geltenden COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung nicht aus. Im KVN-Portal ist ein entsprechender Vordruck des ÖGD eingestellt, den Ärzte laut Mitteilung des Landes ebenfalls verwenden dürfen.

 

Außerdem ist eine Vergütung für das Ausstellen des Nachweises weder über die GKV noch über den Bund vorgesehen. Diese müsste deshalb ggf mit dem Patienten selbst über die GOÄ abgerechnet werden.  Abrechenbar ist lediglich die Erstellung eines digitalen Genesenenzertifikats. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Wie weisen Genesene ihre vollständige Impfung nach? Diese müssen ja nur einmalig geimpft werden.​

Genesene sollten einen Genesenennachweis sowie einen Nachweis ihrer einmaligen Impfung mitführen, z. B. ihren Impfpass bzw. das Ersatzformular zur Dokumentation der durchgeführten Impfungen. Der Genesenennachweis kann durch den Patienten beim während der damaligen Erkrankung zuständigen Gesundheitsamt angefordert werden.

 

Grundsätzlich können auch Ärzte die Genesenennachweise ausstellen. Bitte beachten sie, dass Genesenennachweise in diesem Zusammenhang derzeit ausschließlich aufgrund eines mindestens 28 Tage alten, positiven PCR-Labortests ausgestellt werden können. Ein SARS-CoV-2-Antikörpernachweis reicht hierfür nach der derzeit geltenden COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung nicht aus. Im KVN-Portal ist ein entsprechender Vordruck des ÖGD eingestellt, den Ärzte laut Mitteilung des Landes ebenfalls verwenden dürfen.

 

Außerdem ist eine Vergütung für das Ausstellen des Nachweises derzeit weder über die GKV noch über den Bund vorgesehen. Diese müsste deshalb ggf mit dem Patienten selbst über die GOÄ abgerechnet werden. Abgerechnet werden kann lediglich die Erstellung eines digitalen Genesenenzertifikats, nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Kann ich die Erstellung eines Genesenennachweises abrechnen?

Abrechenbar ist lediglich die Erstellung eines digitalen Genesenenzertifikats. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Soll ich mich mit Impfstoff bevorraten und diesen dann gesammelt zu einem späteren Zeitpunkt verimpfen?​

Nein. Die Impfstoffbestellungen sollen immer zum Dienstag einer Woche für die übernächste Woche erfolgen. Laut BMG sollen möglichst keine Impfstoffvorräte angelegt werden, weil dies die Planung und Bereitstellung des vertragsärztlichen Impfstoffkontingents erschwert.

 

Eine Ausnahme zur Vorgabe der Bestellung zum Dienstag für die übernächste Woche besteht bei vorrübergehenden Praxisschließungen, z. B. wegen Urlaubs:

 

In diesem Fall kann der Arzt die Impfstoffbestellung auch schon früher als an dem entsprechenden Dienstag in der Apotheke einreichen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die empfohlenen Bestellmengen möglicherweise noch nicht bekannt sind. Ärzte und Apotheker sollten dies im Vorfeld besprechen.

Wie sind die Muster-16-Rezepte für Erst-,  Zweit- und Auffrischimpfungen auszustellen, sind hier Besonderheiten oder Unterschiede zu beachten?​​

Es müssen keine separaten Rezepte für Erst-,  Zweit- und Auffrischimpfungen ausgestellt werden. Sie geben auf einem Rezept lediglich an, wie viele Dosen sie von welchem Impfstoff für die jeweils übernächste Woche insgesamt benötigen.

Wo muss ich die Chargennummer des Impfstoffes erfassen?

Hierfür ist das KVDT-Feld 5010-Chargennummer als Pflichtfeld eingeführt worden. Bei Abrechnung der maßgeblichen Impfleistungen ist dieses Feld zwingend zu füllen.

Kann ich die Impfung von Privatpatienten unter „Peter Patient“ abrechnen?

Dies ist nicht möglich! Es ist zwingend ein eigenständiger Fall im Ersatzverfahren anzulegen, unter anderem um die Impfsurveillance aus der Abrechnung bedienen zu können. Als Kostenträger ist das Bundesamt für soziale Sicherung unter der VKNR: 38825 einzutragen. Dabei muss kein Aktenzeichen angelegt werden und die Versichertenart kann frei gewählt werden.

 

Die alleinige Ausstellung eines elektronischen Impfzertifikats für einen Privatpatienten kann dagegen über „Peter Patient“ abgerechnet werden. Dies funktioniert aber natürlich nur, wenn die Erstellung des Impfzertifikats über die Webanwendung des RKI erfolgt. Wenn die Erstellung über die PVS erfolgen soll, müssen die Daten des Patienten vorher entsprechend angelegt werden, da das erstellte Zertifikat ansonsten auf den Namen Peter Patient lauten würde.

Welche ICD-Codes sind für die COVID-19-Impfung relevant?

Die folgenden beiden ICD-Codes können im Rahmen der COVID-19-Impfung genutzt werden:

 

U11.9 Notwendigkeit der Impfung gegen COVID-19, nicht näher bezeichnet:

Dieser Kode ist für Fälle vorgesehen, bei denen das Gesundheitswesen zum Zweck einer Corona-Schutzimpfung in Anspruch genommen wird. Dieser Code wird ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angewandt.

 

U12.9 ! Unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von COVID-19-Impfstoffen, nicht näher bezeichnet:

 

Dieser Kode ist für Fälle vorgesehen, bei denen der Zusammenhang eines aktuellen, anderenorts kodierten Zustandes mit einer Nebenwirkung durch einen sachgerecht verabreichten Corona- Impfstoff kodiert werden soll. Es handelt sich dabei um einen Zusatzcode, einen sogenannten Ausrufezeichencode. Das Ausrufezeichen muss bei der Kodierung nicht mit angegeben werden. Der Code kann nicht allein verwendet werden, sondern nur in Kombination mit einem anderen Code, der für die Primärverschlüsselung zugelassen ist und die konkret aufgetretene Nebenwirkung kodiert (z.B. R50.88G nicht näher bezeichnetes Fieber).  

Der Kode U12.9 ! kann mit allen Zusatzkennzeichen (G, V, A, Z) kombiniert werden.

Welcher Kostenträger muss bei der Verordnung von Covid-19-Impfstoffen angegeben werden?

Der Kostenträger ist das Bundesamt für soziale Sicherung (BAS). Seit dem 1. Juli 2021 muss für diesen Kostenträger die IK 103609999 verwendet werden, die seitdem auch in der PVS hinterlegt ist.

 

Bitte beachten Sie, dass einige PVS für die Nutzung des neuen IK die Angabe eines Patientennamens im entsprechenden Feld des Muster 16 fordern. In diesem Fall können Sie den Namen „COVID-19-Impfstoff“ verwenden.

Ich beabsichtige, nur samstags Corona-Schutzimpfungen durchzuführen. Kann ich hierfür den Samstagszuschlag nach GOP 01102 EBM zusätzlich abrechnen?

Nein, die Abrechnung der Corona-Schutzimpfung ist abschließend in der Corona-Impfverordnung geregelt, die einen derartigen Zuschlag nicht vorsieht. Wird allerdings die zu impfende Person kurativ mitbehandelt, ist die Versicherten- oder Grundpauschale berechnungsfähig (ggf. auch noch andere erbrachte Leistungen) und dann natürlich auch der Samstagszuschlag nach der GOP 01102.

Besteht für mich ein Haftungsrisiko, wenn ich Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren impfe?​

Sie gehen kein Haftungsrisiko ein, wenn Sie nach ordnungsgemäßer Aufklärung entsprechend der STIKO-​Vorgaben Kinder und Jugendliche mit einem für die Altersgruppe zugelassenen Impfstoff (derzeit nur Cormirnaty von BioNTech/Pfizer und Spikevax von Moderna) gegen COVID impfen und die Impfung ordnungsgemäß durchgeführt wird. Die staatliche Haftung greift nach § 60 Absatz 1 Infektionsschutzgesetz für alle auf Basis der Corona-​Impfverordnung geimpften Personen.

Neu: Kann ich den Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca sowie den Impfstoff Janssen der Firma Janssen-Cilag (Johnson&Johnson) auch für Personen unter 60 Jahren verwenden?​

Die STIKO empfiehlt die Impfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca und COVID-19 Vaccine Janssen für Personen zu verwenden, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Der Einsatz von Vaxzevria für eine erste oder zweite Impfstoffdosis und der COVID-19 Vaccine Janssen als einmalige Impfung unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich. Unter diesen Voraussetzungen können nach ärztlichem Ermessen Impfungen mit Vaxzevria und Janssen an jüngere Impfwillige erfolgen.

 

Ärzte haben bei korrekt durchgeführter Schutzimpfung kein Haftungsrisiko für Impfschäden, wenn sie Personen unter 60 Jahren mit dem Vakzin von AstraZeneca oder Johnson & Johnson impfen. Kommt es durch die Schutzimpfung, zu einer gesundheitlichen Schädigung, greift die staatliche Haftung. Nach § 60 Abs. 1 des Infektionsschutzgesetzes können alle Personen, die auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung geimpft werden, Versorgungsansprüche gegen den Staat geltend machen. Dies gilt auch für unter 60-Jährige, die sich freiwillig für den Impfstoff von AstraZeneca oder Johnson & Johnson entscheiden.

Ist die Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen der COVID-19-Impfstoffe zulässig?

Das niedersächsische Gesundheitsministerium verweist auf eine Information des Bundesgesundheitsministeriums. Danach ist die Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen zugelassener COVID-19 Impfstoffe unter bestimmten Voraussetzungen möglich und zulässig, erfordert aber auf Seiten der Anwender eine besondere Umsicht und Sorgfalt. Die sichere Entnahme sämtlicher Impfdosen aus einem Mehrdosenbehältnis liegt grundsätzlich in der Verantwortung der ärztlichen Person bzw. des Personals, das den Impfstoff unter fachlicher Verantwortung in geeigneten Spritzen aufzieht. Dies gilt unabhängig davon, ob die erste, dritte, sechste oder eventuell siebente bzw. elfte Spritze aufgezogen wird.

 

Unzulässig ist das Aufziehen einer Impfdose aus verschiedenen Vials. Den impfenden Ärztinnen und Ärzten obliegt die Einhaltung der gebotenen ärztlichen Sorgfaltspflichten bei der Behandlung. Dies schließt die sorgfältige Entnahme der Impfdosen und die Verabreichung der Impfdosen bei Verwendung geeigneten Impfzubehörs ein. Werden diese Pflichten schuldhaft verletzt und entsteht hierdurch ein Schaden, haftet die betreffende ärztliche Person nach allgemeinen Grundsätzen. Dies gilt grundsätzlich für jede aufgezogene Spritze und jede verabreichte Dosis.

 

Bei Einhaltung der gebotenen Sorgfalt haftet der Arzt/die Ärztin nicht für Impfschäden, wenn es durch die Anwendung des Impfstoffs zu einer Schädigung der geimpften Person kommt. Neben der denkbaren Haftung des pharmazeutischen Unternehmens ist im Infektionsschutzgesetz (IfSG) die staatliche Haftung geregelt. Nach § 60 Abs. 1 IfSG können Personen, die auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft wurden und hierdurch eine gesundheitliche Schädigungen (Impfschaden) erlitten haben,  Versorgungsansprüche gegen den Staat geltend machen.

Wie muss oder kann ich mich fachlich auf die Impfung bzw. den Impfstoff vorbereiten?

Offizielle Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit zu diesem Thema finden Sie hier. Dort findet sich auch das aufgrund der Vorgaben der EMA aktualisierte Aufklärungsblatt zu den Vektorimpfstoffen.

 

 Zusätzlich stellt das BMG auf seiner Webseite weitere Informationen für Fachleute bereit.

 

Informationen zu bereits zugelassenen Impfstoffen finden Sie auf der Webseite des PEI.

Kann der Abstand zwischen der Erst- und der Folgeimpfung verlängert oder verkürzt werden?​​

Gem. § 2 Abs. 1 S. 1 der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung – CoronaImpfV) soll der von der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut als längst möglich empfohlene Abstand zwischen Erst- und Folge- sowie Auffrischimpfungen eingehalten werden. Von der Einhaltung des längst möglichen Abstands kann im Rahmen der in der Zulassung des jeweiligen Impfstoffs festgelegten Abstände abgewichen werden, insbesondere wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist.

 

§2 Abs. 2 der CoronaImpfV regelt zudem, dass wenn der empfohlene Abstand im Einzelfall aus wichtigem Grund überschritten wird, das Impfschema auf Grundlage der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut fortgesetzt werden soll.

Ein Patient hat die Zweitimpfung im Impfzentrum versäumt und möchte diese bei mir als Hausarzt nachholen lassen. Ist dies möglich?​

Ja, versäumte Impfungen können Sie als Hausarzt nachholen. Achten Sie bitte auf eine entsprechende Dokumentation.

Muss für die Zweitimpfung erneut eine Aufklärung erfolgen und dokumentiert werden?​

Eine erneute Aufklärung vor der zweiten Impfung ist nur erforderlich, wenn zusätzliche Risiken hinzugetreten sind oder die Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff erfolgt als die Erstimpfung. Sofern eine erneute Aufklärung nicht erforderlich ist, ergeben sich aus der Impfverordnung diesbezüglich auch keine besonderen Dokumentationserfordernisse. Zu beachten ist jedoch, dass im Gegensatz zur Aufklärung vor der Zweitimpfung stets eine erneute Anamnese zu erheben ist, um die Impffähigkeit festzustellen. Diese ist ebenso wie die Einwilligung in die Zweitimpfung zu dokumentieren.

Ist bei einem Hausbesuch zur Impfung nach der GOP 88323 auch der Hausbesuch nach der GOP 01410 zuzüglich Wegegeld berechnungsfähig?​

Nein, die Besuchsgebühr und das Wegegeld sind nicht berechnungsfähig, ggf. sind weitere kurative Leistungen berechnungsfähig, wenn der Patient entsprechend mitbehandelt wird.

Kann ich auch außerhalb meiner Praxisräume Impfungen vornehmen?

Ja, abgesehen von der Möglichkeit, im Rahmen von Hausbesuchen bei Patienten Impfungen vorzunehmen, kann auch in anderen Räumlichkeiten außerhalb der eigenen Praxis geimpft werden. Da es sich bei der Impfung gegen das Coronavirus um keine vertragsärztliche Leistung handelt, ist eine Anzeige von ausgelagerten Praxisräumen gegenüber der KVN hier nicht erforderlich. Es kommen allein die berufsrechtlichen Regelungen der Ärztekammer zur Tätigkeit außerhalb des eigenen Praxissitzes zur Anwendung.

 

Bitte beachten Sie, dass für solche Impfungen in anderen Räumlichkeiten keine Hausbesuchsgebühren abgerechnet werden können.

Wie gehe ich vor, wenn sich ein Geimpfter mit einer über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkung in meiner Praxis vorstellt?​

Die Behandlung von über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkungen, die erst im weiteren Verlauf nach der Impfung auftreten (nicht direkt nach der Impfung) erfolgt nicht im Impfzentrum, sondern durch die/den feststellende/n Ärztin/Arzt, es sei denn, die Nebenwirkungen sind so schwerwiegend, dass eine fachärztliche Behandlung bzw. eine Krankenhauseinweisung erforderlich ist. Nur unmittelbar während oder direkt nach der Impfung auftretende Nebenwirkungen können im Impfzentren behandelt werden, diese sind nicht dafür ausgerüstet, auch ggf. erforderliche weitere Therapien durchzuführen.

      

Die Aufklärungsmerkblätter zur Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA- und Vektor-basierten Impfstoffen enthalten ausführliche Angaben über typische Impfreaktionen, die lediglich Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff sind, aber auch über echte Komplikationen im Zusammenhang mit der Impfung. Diese Aufklärungsmerkblätter finden Sie hier.

 

Die Abrechnung der Behandlung von über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkungen durch niedergelassene Ärztinnen/Ärzte erfolgt als kurativer Fall.

 

Meldung des Verdachts einer Impfnebenwirkung

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung namentlich meldepflichtig. Darunter sind z. B. allergisch/anaphylaktische Reaktionen auf die Impfung, aber auch ungeklärte Komplikationen in einem direkten zeitlichen Zusammenhang mit der Applikation zu verstehen.

Die Meldung erfolgt vom feststellenden Arzt/Ärztin namentlich an das Gesundheitsamt.

 

Die Gesundheitsämter sind nach § 11 Abs. 3 IfSG verpflichtet, die gemeldeten Verdachtsfälle der zuständigen Landesbehörde und der zuständigen Bundesoberbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, im Einklang mit den Bestimmungen des Datenschutzes in pseudonymisierter Form (personenbezogene Angaben sind unkenntlich zu machen) zu melden.

 

Die Meldepflicht nach IfSG gilt in jedem Fall. Unabhängig davon besteht die Möglichkeit, dass direkt an den Hersteller oder online direkt an das PEI gemeldet wird.

 

Meldeformulare

Die Meldung eines Verdachtsfalles einer unerwünschten Impfreaktion ist an das zuständige Gesundheitsamt zu richten. Das für Sie zuständige Gesundheitsamt finden Sie hier.

 

Die Formulare zur Meldung (schriftlich oder online) finden sich auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts.

Wo finde ich mehrsprachige Informationen zum Coronavirus?

WEBSITEs
Auf der Webseite https://www.integrationsbeauftragte.de/corona-virus finden Sie nformationen & Links, übersetzt und sortiert in nun 23 Sprachen (neu dazugekommen sind Kurdisch, Portugiesisch und Somali):

 

  • zu aktuellen Regeln im Alltag und öffentlichen Leben (z.B. Corona-Notbremse bei Inzidenz über 100),
  • zum Impfen und zur Corona-Warn-App,
  • zu Reisebestimmungen aus Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten,
  • zum Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen.

 

Mehrsprachige Informationen speziell für EU-Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gibt es auf der Website der EU-Gleichbehandlungsstelle.

 

KURZINFORMATION (Flyer) zum Ausdrucken in 23 Sprachen

Unseren Flyer in 23 Sprachen mit wichtigen Informationen zu Corona, niedrigschwellig auf 3 Seiten aufbereitet, finden Sie hier zum Download. Der Flyer wird laufend aktualisiert.

 

CORONA STOPPEN – NEUES PROJEKT

Die Deutschlandstiftung Integration hat das Projekt „Corona stoppen“ initiiert.  Auf Deutsch, Türkisch, Arabisch und Farsi/Dari informieren der türkischsprachige, Berliner Radiosender Metropol FM und das Nachrichtenportal „Amal, Berlin!“ über aktuelle Maßnahmen gegen Corona. Hier geht es zum Projekt „Corona stoppen“.

 

VIDEOS ZUM  IMPFWISSEN

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung stellt seit April 2021 Videos zum Impfwissen bereit, auf seiner mehrsprachigen Corona-Seite. In bisher zehn Videos beantworten Medizinerinnen und Mediziner in einer Minute Fragen zum Impfen, untertitelt in Englisch, Türkisch und Arabisch. Themen u.a.: Wurden Impfstoffe ausreichend getestet? Welche Impfreaktionen gibt es? Verändern mRNA-Impfstoffe die DNA? Wirkt sich Impfung auf Fruchtbarkeit aus? Gibt es Langzeitfolgen? Ich hatte Corona, sollte ich trotzdem geimpft werden?

 

INFORMATIONEN VON HANDBOOK GERMANY

Die Integrationsbeauftragte fördert die Informationsplattform Handbook Germany. Dort finden Sie täglich neue Videos und Texte zu aktuellen Informationen in 7 Sprachen (Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Farsi, Französisch, Paschto, Russisch).