Impfen in Arztpraxen

Impfung

Impfen in Arztpraxen​

Hinweise zur Impfstoffbestellung bis 18. Januar 2022, 12 Uhr für die Woche vom 21. Januar bis 6. Februar

 

Achtung: BioNTech/Pfizer liefert ab 31. Januar erstmals auch Dosen als Fertiglösung aus. Kappe und Etikett der Durchstechflaschen sind bei diesen Vials grau. Bei der Bestellung des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer für Personen ab zwölf geben Praxen auf dem Rezept weiterhin nur die Anzahl der Dosen an; es wird nicht zwischen alter und neuer Formulierung unterschieden. Die Verteilung erfolgt durch den Großhandel beziehungsweise die Apotheken. So kann es sein, dass eine Praxis in der ersten Februarwoche Comirnaty als Fertiglösung erhält und in der darauffolgenden Woche wieder den Impfstoff, der verdünnt werden muss. Nähere Informationen zu der Fertiglösung finden Sie weiter unten auf der Seite.

 

Impfstoffe

Der Bund stellt für die Woche ab 31. Januar Impfstoff von BioNTech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson bereit.

 

Bestellmenge

  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty: Höchstbestellmenge 60 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty für 5- bis 11-Jährige: keine Höchstbestellmenge*
  • COVID-19-Impfstoff Spikevax: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Janssen: keine Höchstbestellmenge

    * Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums ist ausreichend Impfstoff für diese Altersgruppe vorhanden. Dennoch sollten Praxen auf dem Rezept angeben, wie viele Dosen sie für Zweitimpfungen benötigen, um diese in jedem Fall sicherzustellen.

 

BioNTech/Pfizer bringt neue Formulierung (ab 12 Jahren) ohne Verdünnung auf den Markt - Schrittweise Umstellung ab nächster Woche
Die Handhabung des COVID-19-Impfstoffs Comirnaty von BioNTech/Pfizer wird einfacher. Durch eine neue Formulierung muss das Vakzin künftig nicht mehr verdünnt werden und ist im Kühlschrank zehn Wochen haltbar. Die Umstellung auf die Fertiglösung erfolgt schrittweise und soll nächste Woche beginnen.


Die Neuformulierung des Impfstoffs Comirnaty für die Personengruppe ab zwölf Jahre wird ab Ende Januar nach und nach eingeführt und neben der bisherigen Formulierung des Vakzins – ein Konzentrat, das mit Kochsalzlösung verdünnt werden muss – an die Praxen ausgeliefert. Die vollständige Umstellung soll voraussichtlich im Mai/ Juni abgeschlossen sein, teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit. Dann soll ausschließlich die Fertiglösung von Comirnaty zur Verfügung stehen.

 

Neue Comirnaty-Fertiglösung mit grauer Kappe
Die Durchstechflasche der neuen Comirnaty-Fertiglösung hat eine graue Kunststoffkappe sowie ein graues Etikett und ist dadurch leicht vom Impfstoff-Konzentrat von Comirnaty, das verdünnt werden muss (violette Kunststoffkappe, violettes Etikett), zu unterscheiden.

 

Weiterhin sechs Dosen pro Vial
Das aufgetaute Vial der neuen Formulierung enthält sechs Impfdosen zu jeweils 0,3 ml (30 μg Impfstoff), die direkt verabreicht werden können. Die Kombination aus Spritze und Nadel sollte ein Totvolumen von nicht mehr als 35 Mikrolitern haben. Ansonsten reicht das Volumen möglicherweise nicht aus, um die sechste Dosis aus einer einzelnen Durchstechflasche zu entnehmen.

 

Bis zu zehn Wochen im Kühlschrank haltbar
Durch die neue Formulierung wird eine längere Lagerung des Impfstoffs möglich: Die Fläschchen können bis zu zehn Wochen bei 2 °C bis 8 °C im Kühlschrank gelagert werden, während die aktuelle Formulierung des Impfstoffs einen Monat im Kühlschrank aufbewahrt werden kann.


Nach Anbruch können die Fläschchen mit Comirnaty-Fertiglösung für bis zu zwölf Stunden bei 2 °C bis 30 °C gelagert und verwendet werden. Das ist länger als bei der derzeitigen Formulierung des Impfstoffs, bei dem die Produktstabilität sechs Stunden bei 2 °C bis 30 °C beträgt.

 

Hinweise zur Bestellung und Lieferung
Vorerst werden nach Mitteilung des BMG nur geringe Mengen der Fertiglösung ausgeliefert. Vertragsärztinnen und -ärzte können bei ihrer wöchentlichen Impfstoffbestellung daher nicht gezielt zwischen der Belieferung mit der Fertiglösung oder dem bisherigen Impfstoff wählen, sondern geben auf dem Rezept wie bislang auch die Anzahl der Impfstoff-Dosen an. Zum Beispiel: „30 Dosen Comirnaty plus Impfzubehör“.

 

Keine Änderung beim Kinderimpfstoff von Comirnaty
Beim Kinderimpfstoff von Comirnaty 10 Mikrogramm für 5- bis 11-Jährige (orange Kappe, oranges Etikett) ändert sich nichts. Dieser muss weiterhin verdünnt werden.

 

Infomaterialien zur Handhabung
Übersichtliche Informationsmaterialien für Praxen zur Handhabung der drei Darreichungsformen des Impfstoffs Comirnaty stellt BioNTech/Pfizer auf der Internetseite https://praxis.comirnaty.de bereit.

 

Noch kein Liefertermin für Novavax

Für den Impfstoff Novavax gibt es noch keinen konkreten Liefertermin. Das BMG geht nach wie vor davon aus, dass der Impfstoff im Februar in Deutschland zur Verfügung stehen wird.

 

Impfstoffe

Praxen können derzeit Impfstoff von BioNTech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson bestellen.

 

Bestellung auf einem Rezept

Die Bestellung von Impfstoffen und Impfzubehör erfolgt auf einem Rezept. Eine Unterscheidung zwischen Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen ist nicht erforderlich. Ärzte geben lediglich die Gesamtzahl der Dosen je Impfstoff an

Allgemeine Informationen zum Impfprozess

Bestellung, Lieferung und Verabreichung

 

Informationen zu den COVID-19-Impfstoffen:

 

Comirnaty® von BioNTech/Pfizer:

 

Konzentrat (violette Kappe):

 

Fertiglösung (graue Kappe):

Konzentrat für 5- bis 11-jährige Kinder (orangene Kappe):

 

 

Janssen® von Johnson&Johnson:

Spikevax® von Moderna:

 

Meldung unerwünschter Wirkungen von COVID-19-Impfstoffen

Abrechnung und Dokumentation

Tägliche Dokumentation der durchgeführten Impfungen

Abrechnung durchgeführter Impfungen im Rahmen der Quartalsabrechnung


Fragen und Antworten zur Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen

Bestellung Lieferung und Lagerung
Wo kann ich melden, wenn ich keinen oder deutlich weniger COVID-19-Impfstoff geliefert bekommen habe, als ich bestellt habe?

Arztpraxen, die keinen oder deutlich weniger COVID-19-Impfstoff geliefert bekommen als sie bestellt haben, können dies jetzt online melden. Auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts geben sie an, was bestellt und was geliefert wurde.

 

Die Meldungen sollen helfen, rasch einen Überblick über regionale Verteilungsprobleme zu erhalten. Um Einzelfälle überprüfen zu können, ist die Angabe der Kontaktdaten notwendig. Die Meldungen sollten möglichst zeitnah nach Feststellung des Fehlens von Dosen oder des Ausbleibens einer Lieferung erfolgen, wenn dies nicht vorher angekündigt worden war.

Was muss ich bei der Bestellung von Spikevax® von Moderna beachten?

Praxen, die den Impfstoff von Moderna ordern, sollten berücksichtigen, dass für Auffrischimpfungen im Vergleich zur Grundimmunisierung mit dem Vakzin nur die halbe Dosis zu verwenden ist (0,25 ml statt 0,5 ml). Ein Vial reicht damit für 20 Auffrischimpfungen oder zehn Impfungen im Rahmen der Grundimmunisierung. Ab sofort sollen auch ausreichend Etiketten zur Chargendokumentation mitgeliefert werden. Übergangsweise konnte eine handschriftliche Dokumentation im Impfausweis erfolgen.

 

Da davon auszugehen ist, dass mit Moderna zukünftig überwiegend Auffrischimpfungen durchgeführt werden, erhalten Praxen für 20 bestellte Dosen künftig ein Vial. Beispiel: Praxen bestellen für 20 Auffrischimpfungen und zehn Impfungen der Grundimmunisierungen 40 Impfstoffdosen und bekommen zwei Vials geliefert.

 

Praxen sollten bei der Bestellung zudem berücksichtigen, dass bei Personen, die mit der COVID-19-Vaccine Janssen von Johnson & Johnson geimpft wurden, die Impfung zur Optimierung der Grundimmunisierung mit einer Dosis von 0,5 ml erfolgt, falls der mRNA-Impfstoff Spikevax von Moderna zum Einsatz kommt. Dies gilt auch für die dritte Impfdosis für Personen mit einer Immundefizienz. Für Auffrischimpfungen mit dem Moderna-Impfstoff sind ansonsten 0,25 ml vorgesehen.

Was muss ich bei der Bestellung des BioNTech-Impfstoffs für Kinder von 5 bis 11 Jahren beachten?

Es sollen nur Ärztinnen und Ärzte den Impfstoff bestellen, die in ihrer Praxis Kinder versorgen und die Möglichkeit haben, ein komplettes Vial mit 10 Dosen zu verbrauchen.

            Für die Bestellung des Kinderimpfstoffs von BioNTech/Pfizer für 5 bis 11-Jährige ist kein separates Rezept nötig. Praxen geben auf dem Rezept, auf dem sie auch den Impfstoff für Jugendliche und Erwachsene bestellen, die Anzahl der Kinderimpfstoff-Dosen mit an. Zum Beispiel: „30 Dosen Comirnaty plus Impfzubehör und 20 Dosen Comirnaty für Kinder (5 - 11 Jahre) plus Impfzubehör“. Wichtig ist der Zusatz „für Kinder (5 - 11 Jahre)“.

Ist die Bestellmenge für Corona-Impfstoffe je Arzt oder je Praxis zu verstehen?

Die Bestellung des Impfstoffs erfolgt je LANR, d.h. die jeweils festgelegte Bestellmenge bezieht sich auf eine Muster-16-Verordnung und eine LANR. Bei einer Gemeinschaftspraxis mit drei Ärzten sind demnach - sofern jeder der drei Ärzte COVID-19-Schutzimpfungen durchführt – entsprechend drei Muster-16-Verordnungen auszustellen.

Wie lange kann der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer im Kühlschrank gelagert werden?

Die unverdünnte, aufgetaute Durchstechflasche kann 1 Monat (31 Tage) bei 2 °C bis 8 °C gelagert werden.

  • Innerhalb der 1-monatigen Haltbarkeitsdauer bei 2 °C bis 8 °C können bis zu 12 Stunden für den Transport genutzt werden.
  • Der verdünnte Impfstoff ist weiterhin 6 Stunden bei 2 bis 30 °C ab dem Zeitpunkt der Verdünnung haltbar, der Impfstoff muss in dieser Zeit verabreicht werden.
Was bedeutet es, dass ich bereits abgelaufenen Impfstoff von BioNTech oder Moderna von der Apotheke erhalten habe?

Der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech kann nun statt bislang 6 Monate bis zu 9 Monate in der Ultratiefkühlung gelagert werden. Dies gilt auch für bereits in Verkehr gebrachte Impfstoffdosen. Die Impfstoffe, die von der Apotheke ausgeliefert werden, sind demnach drei Monate länger haltbar und verwendbar (z.B. sind Produkte mit einem Haltbarkeitsdatum 31. Oktober 2021 nun bis 31. Januar 2022 haltbar und verwendbar).

 

Aufgedrucktes Datum/Aktualisiertes Verfalldatum

Juni 2021/September 2021

Juli 2021/Oktober 2021

August 2021/November 2021

September 2021/Dezember 2021

Oktober 2021/Januar 2022

November 2021/Februar 2022

Dezember 2021/März 2022

 

Ab März 2022 ist die verlängerte Haltbarkeit wieder berücksichtigt, d.h. ab diesem Datum handelt es sich bei der aufgedruckten Angabe um das tatsächliche Verfallsdatum.

 

Auch für den Impfstoff Spikevax® von Moderna wurde die Haltbarkeit im tiefgefrorenen Zustand auf 9 Monate verlängert (vorher 7 Monate). Dies bedeutet für Praxen, dass ausgelieferte Impfstoffe mit einem aufgedruckten Haltbarkeitsdatum beispielsweise bis 10. Januar weiter verwendbar sind. Diese können damit innerhalb des Zeitraums von 30 Tagen, der für die Haltbarkeit des Impfstoffes im Kühlschrank (2 bis 8°C) gilt, verwendet werden.

 

Die Verlängerung des Verfalldatums betrifft die Vials mit den in der nachstehenden Tabelle genannten aufgedruckten Verfallsdaten:

 

Aufgedrucktes Datum/Aktualisiertes Verfalldatum

Dezember 2021/Februar 2022

Januar 2022/März 2022

Februar 2022/April 2022

März 2022/Mai 2022

April 2022/Juni 2022

Mai 2022/Juli 2022

Juni 2022/August 2022

Juli 2022/September 2022

August 2022/Oktober 2022

 

Bitte beachten Sie, dass diese verlängerte Haltbarkeit sich nicht auf Impfstoffe bezieht, die sich z. B. in einer Arztpraxis in einem Kühlschrank befinden. Der verlängerte Zeitraum bezieht sich ausschließlich auf Ultratiefkühlung, die normalerweise nur in entsprechend ausgestatteten Räumen z. B. beim Pharmagroßhandel erreicht werden kann.

       

Über die jeweilige Haltbarkeit des Impfstoffes wird der Arzt nochmals schriftlich im             Übergabeschein der Apotheke informiert, demnach ist das in dem Übergabenschein          angegebene Haltbarkeitsdatum maßgeblich. Im Falle von Unklarheiten empfehlen wir      eine Rücksprache mit der beliefernden Apotheke.

Kann ich COVID-19-Impfstoff an eine andere Praxis abgeben, wenn mehrere Patienten kurzfristig ihre Impftermine absagen und der Impfstoff sonst verfällt?

Aufgrund der geänderten, am 14. Juli 2021 veröffentlichten Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Verteilung von Impfstoffen gegen COVID-19 an Arztpraxen und Betriebsärztinnen und Betriebsärzte kommt es bezüglich der Bestellung und Abgabe von COVID-19-Impfstoffen zu mehr Flexibilität.

 

Grundsätzlich gilt weiterhin, dass die Abgabe der Covid-Impfstoffe über die regelmäßige Bezugsapotheke erfolgt und von einer Apotheke bezogen werden soll. Allerdings wurden zur flexibleren Verteilung der Impfstoffe Ausnahmevorschriften für Apotheken und Leistungserbringer aufgenommen:

 

Vertragsärzte, Privatärzte, Betriebsärzte, die Impfstoff von den Apotheken erhalten haben, dürfen diesen Impfstoff ausnahmsweise unentgeltlich an andere in § 3 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 4 genannte impfbereite und in räumlicher Nähe liegende Leistungserbringer abgeben, wenn sie ihn nicht selber verimpfen können. Grund dafür könnte z. B. eine kurzfristige Absage von Patienten für geplante Impftermine sein. Ziel ist die Vermeidung von Verwurf des Impfstoffes. Die Leistungserbringer haben dann sicherzustellen, dass die Impfstoffe durchgehend zuverlässig und unter Einhaltung der Transportvorgaben an den anderen Leistungserbringer abgegeben werden.

 

Wie für Apotheken gilt dann, dass die Impfstoffe durchgehend zuverlässig und unter Einhaltung der Transportvorgaben der Impfstoffe (insbesondere der mRNA-Impfstoffe) abgegeben werden müssen. Zudem ist bei Abgabe an einen anderen impfenden Vertragsarzt, Privatarzt oder Betriebsarzt auch das Impfzubehör mitzugeben.

Das Land Niedersachsen hat mitgeteilt, dass auf Grund einer Anweisung die Weitergabe von Impfstoffen an ein Impfzentrum oder an ein mobiles Impfteam derzeit nicht möglich ist.

 

Weitere Ausnahmen:

  • Apotheken dürfen auch Praxen mit Impfstoff beliefern, mit denen sie sonst keine Kontakte haben
  • Betriebsärzte dürfen für die Impfung an einem Ort auch aus mehreren Apotheken Impfstoff beziehen

 

Da es sich um eine Ausnahmeregelung handelt, sollten sich Praxen auch weiterhin an die grundsätzlichen Vorgaben halten, d. h. grundsätzlich sollen die Apotheken Impfstoff liefern und der Lieferung soll eine Bestellung der Arztpraxis zu Grunde liegen.

Sofern im Ausnahmefall bereits gelieferter Impfstoff von einer Praxis abgegeben werden kann, muss der Empfänger in räumlicher Nähe zur abgebenden Praxis sein und den Impfstoff zweckgemäß verwenden. Bei Abgabe und Transport der Impfstoffe müssen die besonderen Anforderungen beachtet werden, um die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe nicht zu gefährden.

Wie sollen Praxen mit COVID-19-Impfstoff umgehen, der nicht mehr zu verwenden ist?

Hierzu hat das Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) bereits im März 2021 Empfehlungen herausgegeben. Danach sind bei COVID-19-Impfstoffen keine Risiken vorhanden, die einen besonderen Umgang mit Impfstoffabfällen im Vergleich zu anderen nicht gefährlichen medizinischen Abfällen bzw. Arzneimittelabfällen erfordern. Dies trifft auch für die zu der Zeit bekannten, noch in der Entwicklung befindlichen COVID-19-Impfstoffe zu.

 

Sollte daher in Ausnahmefällen Impfstoff aus Gründen der Qualitätssicherung, wie beispielsweise bei der Unterbrechung von Kühlketten oder auf Grund der Überschreitung des Haltbarkeitsdatums, nicht mehr genutzt werden können und in größeren Chargen zur Entsorgung anstehen, ist er unter Vermeidung einer missbräuchlichen Weiterverwendung einer geeigneten thermischen Behandlung zuzuführen, z. B. durch die Entsorgung über den Hausmüll in der Restmülltonne und der anschließenden Vernichtung in der Müllverbrennungsanlage.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Umweltbundesamts (https://www.bmu.de/meldung/covid-19-schnelltests-und-impfabfaelle-richtig-entsorgen) und des BfArMs (https://www.bfarm.de/DE/Buergerbereich/Arzneimittel/arzneimittelentsorgung.html).

 

Bitte beachten Sie hierzu auch die FAQ „Was bedeutet es, dass ich bereits abgelaufenen Impfstoff von BioNTech von der Apotheke erhalten habe?“


Aufklärung
Muss für die Zweitimpfung erneut eine Aufklärung erfolgen und dokumentiert werden?

Eine erneute Aufklärung vor der zweiten Impfung ist nur erforderlich, wenn zusätzliche Risiken hinzugetreten sind oder die Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff erfolgt als die Erstimpfung. Sofern eine erneute Aufklärung nicht erforderlich ist, ergeben sich aus der Impfverordnung diesbezüglich auch keine besonderen Dokumentationserfordernisse. Zu beachten ist jedoch, dass im Gegensatz zur Aufklärung vor der Zweitimpfung stets eine erneute Anamnese zu erheben ist, um die Impffähigkeit festzustellen. Diese ist ebenso wie die Einwilligung in die Zweitimpfung zu dokumentieren.

Kann das Abraten von einer medizinisch inidizierten Impfung nachteilige Folgen haben?

Gemeint ist der Fall, dass ein Arzt aus Gründen, die nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen, sich als Nichtwissen oder Halbwissen darstellen oder sogar Verschwörungstheorien zuzuordnen sind, einem Patienten von einer Corona-Impfung abrät, obwohl nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen Impfstoff, Impfempfehlung und Indikation zutreffen. Auch Sicht der Landesärztekammer Sachsen geht der Arzt in diesem Fall ein erhebliches haftungsrechtliches Risiko ein.

https://www.slaek.de/de/04/pressemitteilungen/2021/ablehnung-einer-corona-schutzimpfung-kann-grober-behandlungsfehler-sein.php

 

Die Landesärztekammer Sachsen verweist zur Begründung auf eine Entscheidung des Landgerichts Kiels 29.03.2019 (8 O 190/16).  Das Gericht führt aus, dass eine Pflicht zur therapeutischen Sicherungsaufklärung besteht, wenn von einer schulmedizinischen Therapie einer Erkrankung abgeraten und stattdessen (im Ergebnis erfolglos) eine alternativmedizinische Behandlungsmethode anwendet wird. Aus § 630c BGB folge die ärztliche Verpflichtung, auf die Notwendigkeit der Inanspruchnahme schulmedizinischer Therapie hinzuweisen. Das Abraten von der schulmedizinischen Behandlung kann einen groben Behandlungsfehler und einen vorsätzlichen Verstoß gegen die ärztliche Aufklärungspflicht darstellen. Dadurch verschiebe sich die Beweislast zu Gunsten des Geschädigten.

 

Die öffentlichen Impfempfehlungen der STIKO stellen nach der Rechtsprechung den medizinischen Standard dar. Die Akzeptanz der Impfung hängt neben weiteren Faktoren auch stark von der Beratung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ab. Auch wenn Patienten eine deutliche Distanz zu schulmedizinischen Behandlungen oder Impfungen äußern, ist umfassend aufzuklären. Jeder nicht impfende Arzt muss sich bewusst sein, dass er der fachgerechten Behandlung seiner Patienten und in jedem Fall einer individuellen Aufklärung verpflichtet ist.

 

Nach gefestigter Rechtsprechung trägt derjenige, der eine vertragliche Aufklärungspflicht verletzt, die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass der Schaden auch bei pflichtgemäßem Verhalten eingetreten wäre. Ein grober Behandlungsfehler liegt nach der Rspr. vor, wenn der Behandelnde eindeutig gegen bewährte medizinische Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen hat und einen Fehler begangenen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint.


Verabreichung
Was muss ich zur Anzahl der Impfstoffdosen und hierbei insbesondere für den für den COVID-19 Vaccine Janssen beachten?

Ab dem 15. Januar 2022 gelten für Impfnachweise im Sinne der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung geänderte Kriterien. Darauf weist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hin und listet die Kriterien zum Nachweis eines vollständigen Impfschutzes wie folgt auf:  

 

a) verwendete Impfstoffe,

b) die für einen vollständigen Impfschutz erforderliche Anzahl an Einzelimpfungen,

c) für einen weiterhin vollständigen Impfschutz erforderliche Auffrischimpfungen,

d) Intervallzeiten, die nach einer Impfung für einen vollständigen Impfschutz abgewartet werden müssen und die höchstens zwischen Einzelimpfungen oder Auffrischimpfungen liegen dürfen.

 

Auf der Internetseite des PEI sind für alle zugelassen Impfstoffe die Anforderungen für den vollständigen Impfschutz – unterteilt nach Verwendung nur eines Impfstoff (homologes Impfschema) oder mit verschiedenen Impfstoffen (heterologes Impfschema) – in einer tabellarischen Übersicht anschaulich dargestellt

https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html?nn=169730&cms_pos=3

 

Für den COVID-19-Impfstoff Janssen ist laut Fachinformation weiterhin nur eine Impfstoffdosis zur Grundimmunisierung erforderlich. Die STIKO empfiehlt jedoch allen Personen, die bisher eine Dosis COVID-19-Impfstoff Janssen erhalten haben, zur Optimierung der Grundimmunisierung eine zweite Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff in einem Mindestabstand von vier Wochen zur ersten Impfstoffdosis. Die STIKO empfiehlt darüber hinaus mindestens drei Monate nach erfolgter Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Stand 21. Dezember 2021).

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

 

Gemäß den vom PEI im Benehmen mit dem RKI unter Berücksichtigung des aktuellen Stands der medizinischen Wissenschaft veröffentlichten Vorgaben beträgt die Anzahl der Impfstoffdosen für den COVID-19 Vaccine Janssen für eine vollständige Impfung damit aus einer zweimaligen Impfung. Dies gilt sowohl dann, wenn nur mit Janssen geimpft wird (homologes Zwei-Dosis-Regimes), als auch bei Anwendung eines heterologes Impfschemas. Janssen-Geimpfte gelten nur dann als geimpft, wenn sie zwei Impfungen erhalten haben und nur dann als geboostert, wenn sie insgesamt drei Impfungen erhalten haben. Gemäß STIKO-Empfehlung soll der Impfstoff Janssen ab 60 Jahren verwendet werden.

 

Eine einzelne Impfstoffdosis kann nur noch in den vom PEI genannten Ausnahmefällen ausreichend sein

https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html?nn=169730&cms_pos=3

 

Derzeit sind vom PEI noch keine Angaben zu Auffrischimpfungen und entsprechenden Intervallzeiten veröffentlicht.

 

Weitere Informationen zu einzelnen Impfstoffen finden sie bei der STIKO

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/02/Art_01.html

Welche Empfehlungen bestehen für eine Auffrischimpfung ?

Die Coronavirus-​Impfverordnung schreibt vor, dass die Verabreichung des Impfstoffes im Rahmen der arzneimittelrechtlichen Zulassung erfolgen soll. Eine davon abweichende Verabreichung kann erfolgen, wenn sie nach dem Stand der Wissenschaft medizinisch vertretbar ist. Speziell für die Auffrischimpfungen wurde hierzu am 27. Dezember 2021 eine Klarstellung des BMG veröffentlicht, die Rechtssicherheit bringen soll.

 

In dem Schreiben vom 27. Dezember 2021 wird mitgeteilt:

 

Wer im Rahmen der CoronaImpfV geimpft wird, hat im Falle eines Impfschadens Anspruch auf Versorgung nach dem Infektionsschutzgesetz (§60 IfSG). Die Impfung kann im Rahmen der arzneimittelrechtlichen Zulassung oder aber auch zulassungsüberschreitend erfolgen, wenn dies nach ärztlicher Einschätzung für die zu impfende Person und nach dem Stand der Wissenschaft medizinisch vertretbar ist. Konkret für die derzeit empfohlene Auffrischimpfung mit einem mRNA-​Impfstoff wurde klargestellt, dass unabhängig von den Empfehlungen der STIKO ein Versorgungsanspruch besteht für:

 

  • Alle Personen ab zwölf Jahren, soweit mit für diese Personengruppe grundsätzlich zugelassenen mRNA-​Impfstoff geimpft wird, auch bei Auffrischimpfungen. Die grundsätzliche Zulassung für diese Personengruppe besteht für die Pfizer-​BioNTech- und Moderna-​mRNA-Impfstoffe. Unter Berücksichtigung der Empfehlung der STIKO soll der Impfstoff von Moderna erst ab 30 Jahren verwendet werden.
  • Für die Personengruppe ab fünf Jahren können nach Empfehlung der STIKO alle Personen mit Immunschwäche eine Auffrischimpfung erhalten.

 

Ausdrücklich wird auch darauf hingewiesen, dass Kinder unter fünf Jahren derzeit nicht gegen COVID-​19 geimpft werden können.

 

Haftungsrechtlich ist die Auffrischimpfung nach §60 IfSG abgesichert, wenn sie auf der Grundlage dieser Empfehlung und damit der Coronavirus-​Impfverordnung erfolgen.

 

Mit der am 20. Januar 2022 veröffentlichten Aktualisierung der COVID-19 Impfempfehlung empfiehlt nun auch die STIKO die Auffrischimpfung für 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche. Diese soll mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty (30 μg) in einem Zeitfenster von drei bis  sechs Monaten nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung erfolgen. Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen sollen möglichst frühzeitig ihre Auffrischimpfung bekommen. Bei Kindern und Jugendlichen ohne Vorerkrankungen wird ein eher längerer Impfabstand von bis zu 6 Monaten empfohlen. Zum Epidemioloigischen Bulletin 3/2022 gelangen Sie hier

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/03/Tabelle.html

 

Zudem gibt es neue Erkenntnisse betreffend das COVID-19 Vaccine Janssen. Schon seit Oktober 2021 empfiehlt die STIKO einmalig mit Janssen geimpften Personen zur Optimierung ihrer Grundimmunisierung eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (heterologes Impfschema). Von der Europäischen Arzneimittelbehörde ist seit dem 15. Dezember 2021 eine 2. Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen für Erwachsene zugelassen. Nach Einschätzung der STIKO ist dieses homologe Impfschema jedoch dem empfohlenen heterologen Impfschema mit einem mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis unterlegen. Daher empfiehlt die STIKO die Verwendung eines mRNA-Impfstoffs als 2. Impfstoffdosis. Darüber hinaus wird weiterhin eine 3. Impfstoffdosis (Auffrischimpfung) im Abstand von mindestens drei Monaten zur 2. Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Weitere Details finden Sie hier

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/03/Tabelle.html

 

Bei ≥ 18-Jährigen wird die Auffrischimpfung in einem Mindestabstand von drei Monaten empfohlen. Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung kam. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann bei ≥ 30-Jährigen der jeweils andere mRNA-Impfstoff verwendet werden. Bei unter 30-Jährigen (im Alter von 18 – 29 Jahren) soll laut STIKO Empfehlung nur Comirnaty eingesetzt werden.

 

Bei Vorliegen einer Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe oder bei individuellem Wunsch ist es nach ärztlicher Aufklärung grundsätzlich möglich, bei Erwachsenen unabhängig vom Alter für die Optimierung der Grundimmunisierung (2. Impfstoffdosis) oder für die Auffrischimpfung (3. Impfstoffdosis) auch die COVID-19 Vaccine Janssen zu verwenden.

 

Allen Personen ab zwölf Jahren mit Immundefizienz (ID) soll frühestens 3 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden. Für Personen ab zwölf Jahren mit ID ist Comirnaty als 3. Impfstoffdosis zugelassen. Die Dosierung (30 μg) für die Auffrischimpfung ist dieselbe wie für die Grundimmunisierung. Spikevax ist für die 3. Impfstoffdosis von PatientInnen mit ID mit der für die Grundimmunisierung verwendeten Dosierung (100 μg) ab einem Alter von zwölf Jahren zugelassen; die STIKO empfiehlt den Einsatz jedoch erst ab dem Alter von 30.

 

Weitere Einzelheiten (u. a. zu Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, Schwangere, Stillende oder Personen mit Immundefizienz), empfohlene Impfstoffe und Impfabstände zur Grundimmunisierung und Auffrischimpfung (Stand: 20. Januar 2022) finden Sie ebenfalls im Bulletin 3/2022

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/03/Tabelle.html

 

Die Empfehlungen der STIKO stellen nach der Rechtsprechung den medizinischen Standard dar und bieten den Vorteil, dass das Verhältnis zwischen Nutzen und Schadensrisiko für den Impfling bereits abgewogen worden ist.

 

Weitere Informationen u. a. zur erneuten Aufklärung vor der Auffrischimpfung mit Verlinkung auf ein Informationsschreiben der Bundesärztekammer vom 3. Dezember 2021 finden Sie hier: https://www.kbv.de/html/1150_55784.php

 

Weitere Antworten des BMG auf wichtige Fragen zur Auffrischungsimpfung finden Sie auf https://www.bundesregierung.de/breg-​de/themen/coronavirus/coronavirus-​auffrischungsimpfung-faq-1970900

Können Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren auch ohne generelle Impfempfehlung der STIKO geimpft werden?

Die STIKO hat für 5-11-jährige Kinder ohne Vorerkrankungen derzeit keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen. Sie empfiehlt eine Impfung Kindern dieser Altersklasse mit verschiedenen Vorerkrankungen in altersgemäß zugelassener Dosierung im Abstand von 3-6 Wochen. Zusätzlich wird die Impfung 5-11-jährigen Kindern empfohlen, in deren Umfeld sich Angehörige oder Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen die Impfung nicht zu einem ausreichenden Schutz führen könnte.

 

Die Empfehlungen der STIKO stellen nach der Rechtsprechung den medizinischen Standard dar und bieten den Vorteil, dass das Verhältnis zwischen Nutzen und Schadensrisiko für den Impfling bereits abgewogen worden ist. Bei Beachtung der STIKO-Vorgaben, ordnungsgemäßer Aufklärung und korrekter Verabreichung des Impfstoffs tragen Ärzte kein Risiko.

 

Bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigten kann die Impfung auch bei Kindern ohne Vorerkrankung nach ärztlicher Aufklärung erfolgen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Impfindikation ist aufgrund der fehlenden allgemeinen Impfempfehlung  besonders sorgfältig zu überprüfen. Bei ordnungsgemäß durchgeführter Impfung im Rahmen der arzneimittelrechtlichen Zulassung greift die staatliche Haftung nach § 60 IfSG, da die Impfung auf der Grundlage der Corona-Impfverordnung erfolgt.

 

Die vollständige Empfehlung der STIKO finden Sie hier:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Impfempfehlung-Zusfassung.html

Können  statt des Biontech-Impfstoffs für Kinder von 5 bis 11 Jahren auch entsprechend kleine Dosen aus dem derzeit verfügbaren Erwachsenen-Impfstoff aufgezogen werden?

Aus den Zulassungsinformationen ergibt sich, dass für Kinder eine andere (geringe) Dosis als für Erwachsene bestimmt worden ist. Während der BioNTech/Pfizer-Impfstoff für Erwachsene 30 Mikrogramm mRNA beinhaltet, sind es bei der Variante für die Fünf- bis Elfjährigen nur zehn Mikrogramm.

Es werden neue Mehrdosen-Durchstechflaschen (je 1,3 ml) geliefert , zudem erhält die Packung neben der neuen Fachinformation auch eine neue Kennzeichnung ( Glasflaschen mit orangefarbene Kappen, um eine Verwechslung auszuschließen).

 

Aus haftungsrechtlichen Gründen ist statt der Verwendung des speziell für die Impfung der jüngeren Kinder vorgesehenen Mehrdosenbehältnisse nicht ersatzweise der Erwachsenen-Impfstoff in niedrigerer Menge (verdünnt) anzuwenden. Dabei könnten Dosierungsfehler entstehen.

 

Weitere Informationen, u. a. zur Bestellung des Kinderimpfstoffs, finden Sie oben auf der Seite.

Ist innerhalb der Grundimmunisierung ein Wechsel zwischen den beiden mRNA-Impfstoffen (BioNTech, Moderna) möglich?

Anders als bei der „heterologen Impfung“, bei der nach einer Erstimpfung mit einem Vektorimpfstoff (AstraZeneca, Johnson&Johnson) eine  Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen wird, ist der Wechsel zwischen den beiden mRNA-Impfstoffen bei der Grundimmunisierung nicht von der Zulassung oder den aktuellen Empfehlungen der STIKO umfasst. Die Fachinformation des Impfstoffs Comirnaty empfiehlt Comirnaty auch für die zweite Dosis zum Abschluss der primären Impfserie. Unter dem Hinweis darauf, dass eine gemischte Verwendung vergleichbarer, aber nicht identischer Impfstoffe in Studien nicht getestet wird, sollte laut STIKO für eine optimale Schutzwirkung ein Wechsel des Impfstoffes während der Grundimmunisierung mit mRNA-Impfstoffen möglichst vermieden werden (Stand: 25. Juni 2021). Inzwischen hat die STIKO ihre Empfehlung der Datenlage angepasst. Weiterhin soll möglichst der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung kam. Wenn dieser nicht verfügbar ist, dann kann bei ≥ 30-Jährigen der jeweils andere Impfstoff verwendet werden. Bei unter 30-Jährigen soll nur Cormirnaty eingesetzt werden (Aktualisierung vom 21. Dezember 2021, Epidemiologisches Bulletin 2/2022 unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/02/Art_01.html

 

Ebenso heißt es beim BMG, dass bei der 2. Impfung der gleiche Impfstoff desselben Herstellers verwendet werden soll wie bei der 1. Impfung. (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/faq-covid-19-impfung.html)

Ist eine gleichzeitige Impfung gegen COVID-19 und Influenza möglich?

Die STIKO hat am 24. September 21 eine Empfehlung zur gleichzeitigen Verabreichung (Koadministration) der COVID-19-Impfung mit anderen Totimpfstoffen ausgesprochen. Danach muss zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen ab sofort kein Impfabstand mehr eingehalten werden. Sie können simultan gegeben werden. Unter der Voraussetzung, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen andere Erkrankungen als auch gegen COVID-19 besteht, ist die gleichzeitige Verabreichung der beiden Impfstoffe möglich. Die Injektion soll in der Regel an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.

 

Die STIKO weist zudem darauf hin, dass bei einer gleichzeitigen Anwendung Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten könnten. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen zeigten jedoch, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Verabreichung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprächen.

 

Die Empfehlung zur Koadministration der COVID-19-Impfung mit anderen Totimpfstoffen bezieht sich insbesondere auf die jährliche Influenza-Impfung. Mit der Influenza-Impfung soll für eine optimale Wirksamkeit frühestens ab Oktober begonnen werden.

 

Weitere Einzelheiten sind in der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausgeführt. (https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-09-24.html)

Besteht für mich ein Haftungsrisiko, wenn ich den COVID-19-Impfstoff innerhalb einer Impfreihe (hererologe Impffolge) nach Erstimpfung mit AstraZeneca wechsle?

Die STIKO hat ihre Empfehlungen zur heterologen Impfung von mit AstraZeneca Erstgeimpften in diesem Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht.

 

Ärzte haben bei korrekt durchgeführter Schutzimpfung unter Beachtung der ärztlichen Sorgfaltspflichten bei der Aufklärung und Verabreichung des Impfstoffs kein Haftungsrisiko für Impfschäden, wenn sie den COVID-19-Impfstoff innerhalb einer Impfreihe wechseln. Nach § 60 Abs. 1 Nr. 1a des Infektionsschutzgesetzes können alle Personen, die auf Grundlage der Coronavirus-​Impfverordnung geimpft werden, Versorgungsansprüche gegen den Staat geltend machen. Zudem hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bestätigt, dass der Wechsel des COVID-19-Impfstoffs innerhalb einer Impfreihe (heterologe Impffolge) grundsätzlich keine Anwendung außerhalb der Zulassung darstellt, wenn die Impfung innerhalb der in der Zulassung festgelegten Indikation (Impfung gegen COVID-19) und innerhalb der von der Zulassung umfassten Altersgruppe durchgeführt wird. Die Staatshaftung für Impfschäden gilt auch in diesen Fällen.

 

Kann ich den Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca sowie den Impfstoff Janssen der Firma Janssen-Cilag (Johnson&Johnson) auch für Personen unter 60 Jahren verwenden?

Die STIKO empfiehlt die Impfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca und COVID-​19 Vaccine Janssen für Personen zu verwenden, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Der Einsatz der beiden Vektor-basierten Impfstoffe unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die zu impfende Person möglich (STIKO Mitteilung vom 12. Mai 2021, Stand auch veröffentlicht am 17. Januar 2022

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

Ist die Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen der COVID-19-Impfstoffe zulässig?

Das niedersächsische Gesundheitsministerium verweist auf eine Information des Bundesgesundheitsministeriums. Danach ist die Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen zugelassener COVID-19 Impfstoffe unter bestimmten Voraussetzungen möglich und zulässig, erfordert aber auf Seiten der Anwender eine besondere Umsicht und Sorgfalt. Die sichere Entnahme sämtlicher Impfdosen aus einem Mehrdosenbehältnis liegt grundsätzlich in der Verantwortung der ärztlichen Person bzw. des Personals, das den Impfstoff unter fachlicher Verantwortung in geeigneten Spritzen aufzieht. Dies gilt unabhängig davon, ob die erste, dritte, sechste oder eventuell siebente bzw. elfte Spritze aufgezogen wird.

 

Unzulässig ist das Aufziehen einer Impfdose aus verschiedenen Vials. Den impfenden Ärztinnen und Ärzten obliegt die Einhaltung der gebotenen ärztlichen Sorgfaltspflichten bei der Behandlung. Dies schließt die sorgfältige Entnahme der Impfdosen und die Verabreichung der Impfdosen bei Verwendung geeigneten Impfzubehörs ein. Werden diese Pflichten schuldhaft verletzt und entsteht hierdurch ein Schaden, haftet die betreffende ärztliche Person nach allgemeinen Grundsätzen. Dies gilt grundsätzlich für jede aufgezogene Spritze und jede verabreichte Dosis.

 

Bei Einhaltung der gebotenen Sorgfalt haftet der Arzt/die Ärztin nicht für Impfschäden, wenn es durch die Anwendung des Impfstoffs zu einer Schädigung der geimpften Person kommt. Neben der denkbaren Haftung des pharmazeutischen Unternehmens ist im Infektionsschutzgesetz (IfSG) die staatliche Haftung geregelt. Nach §60 Abs. 1 IfSG können Personen, die auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft wurden und hierdurch eine gesundheitliche Schädigungen (Impfschaden) erlitten haben,  Versorgungsansprüche gegen den Staat geltend machen.

Wie muss oder kann ich mich fachlich auf die Impfung bzw. den Impfstoff vorbereiten?

Offizielle Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit zu diesem Thema finden Sie hier. Dort findet sich auch das aufgrund der Vorgaben der EMA aktualisierte Aufklärungsblatt zu den Vektorimpfstoffen.

Informationen zu bereits zugelassenen Impfstoffen finden Sie auf der Webseite des PEI.

Kann ich auch außerhalb meiner Praxisräume Impfungen vornehmen?

Ja, abgesehen von der Möglichkeit, im Rahmen von Hausbesuchen bei Patienten Impfungen vorzunehmen, kann auch in anderen Räumlichkeiten außerhalb der eigenen Praxis geimpft werden. Da es sich bei der Impfung gegen das Coronavirus um keine vertragsärztliche Leistung handelt, ist eine Anzeige von ausgelagerten Praxisräumen gegenüber der KVN hier nicht erforderlich. Es kommen allein die berufsrechtlichen Regelungen der Ärztekammer zur Tätigkeit außerhalb des eigenen Praxissitzes zur Anwendung.

 

Bitte beachten Sie, dass für solche Impfungen in anderen Räumlichkeiten keine Hausbesuchsgebühren abgerechnet werden können.

Wie gehe ich vor, wenn sich ein Geimpfter mit einer über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkung in meiner Praxis vorstellt?

Die Behandlung von über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkungen, die erst im weiteren Verlauf nach der Impfung auftreten (nicht direkt nach der Impfung) erfolgt nicht im Impfzentrum, sondern durch die/den feststellende/n Ärztin/Arzt, es sei denn, die Nebenwirkungen sind so schwerwiegend, dass eine fachärztliche Behandlung bzw. eine Krankenhauseinweisung erforderlich ist. Nur unmittelbar während oder direkt nach der Impfung auftretende Nebenwirkungen können im Impfzentren behandelt werden, diese sind nicht dafür ausgerüstet, auch ggf. erforderliche weitere Therapien durchzuführen.

           

Die Aufklärungsmerkblätter zur Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA- und Vektor-basierten Impfstoffen enthalten ausführliche Angaben über typische Impfreaktionen, die lediglich Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff sind, aber auch über echte Komplikationen im Zusammenhang mit der Impfung. Diese Aufklärungsmerkblätter finden Sie hier.

 

Die Abrechnung der Behandlung von über das übliche Maß hinausgehenden Nebenwirkungen durch niedergelassene Ärztinnen/Ärzte erfolgt als kurativer Fall.

 

Meldung des Verdachts einer Impfnebenwirkung

Nach §6 Abs. 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung namentlich meldepflichtig. Darunter sind z. B. allergisch/anaphylaktische Reaktionen auf die Impfung, aber auch ungeklärte Komplikationen in einem direkten zeitlichen Zusammenhang mit der Applikation zu verstehen.

 

Die Meldung erfolgt vom feststellenden Arzt/Ärztin namentlich an das Gesundheitsamt.

Die Gesundheitsämter sind nach §11 Abs. 3 IfSG verpflichtet, die gemeldeten Verdachtsfälle der zuständigen Landesbehörde und der zuständigen Bundesoberbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, im Einklang mit den Bestimmungen des Datenschutzes in pseudonymisierter Form (personenbezogene Angaben sind unkenntlich zu machen) zu melden.

 

Die Meldepflicht nach IfSG gilt in jedem Fall. Unabhängig davon besteht die Möglichkeit, dass direkt an den Hersteller oder online direkt an das PEI gemeldet wird.

 

Meldeformulare

Die Meldung eines Verdachtsfalles einer unerwünschten Impfreaktion ist an das zuständige Gesundheitsamt zu richten. Das für Sie zuständige Gesundheitsamt finden Sie hier.

Die Formulare zur Meldung (schriftlich oder online) finden sich auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts.

Wo finde ich mehrsprachige Informationen zum Coronavirus?

Internetseiten

Auf der Webseite https://www.integrationsbeauftragte.de/corona-​virus finden Sie Informationen & Links, übersetzt und sortiert in nun 23 Sprachen (neu dazugekommen sind Kurdisch, Portugiesisch und Somali):

  • zu aktuellen Regeln im Alltag und öffentlichen Leben (z. B. Corona-​Notbremse bei Inzidenz über 100),
  • zum Impfen und zur Corona-​Warn-App,
  • zu Reisebestimmungen aus Risiko-​, Hochinzidenz-​ oder Virusvariantengebieten,
  • zum Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen.

 

Mehrsprachige Informationen speziell für EU-​Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gibt es auf der Website der EU-​Gleichbehandlungsstelle.

 

Kurzinformation (Flyer) zum Ausdrucken in 23 Sprachen

Einen Flyer in 23 Sprachen mit wichtigen Informationen zu Corona, niedrigschwellig auf 3 Seiten aufbereitet, finden Sie hier zum Download. Der Flyer wird laufend aktualisiert.

 

„Corona stoppen“

Die Deutschlandstiftung Integration hat das Projekt „Corona stoppen“ initiiert. Auf Deutsch, Türkisch, Arabisch und Farsi/Dari informieren der türkischsprachige, Berliner Radiosender Metropol FM und das Nachrichtenportal „Amal, Berlin!“ über aktuelle Maßnahmen gegen Corona. Hier geht es zum Projekt „Corona stoppen“.

 

Videos zum Impfwissen

Das Presse-​ und Informationsamt der Bundesregierung stellt seit April 2021 Videos zum Impfwissen bereit, auf seiner mehrsprachigen Corona-​Seite. In bisher zehn Videos beantworten Medizinerinnen und Mediziner in einer Minute Fragen zum Impfen, untertitelt in Englisch, Türkisch und Arabisch. Themen u. a.: Wurden Impfstoffe ausreichend getestet? Welche Impfreaktionen gibt es? Verändern mRNA-​Impfstoffe die DNA? Wirkt sich Impfung auf Fruchtbarkeit aus? Gibt es Langzeitfolgen? Ich hatte Corona, sollte ich trotzdem geimpft werden?

 

Informationen von Handbook Germany

Die Integrationsbeauftragte fördert die Informationsplattform Handbook Germany. Dort finden Sie täglich neue Videos und Texte zu aktuellen Informationen in 7 Sprachen (Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Farsi, Französisch, Paschto, Russisch).

Zählen Impfungen mit nicht in der EU zugelassenem Impfstoff?

Informationen der STIKO zu dieser Frage finden sich auf ihrer Webseite (Unterbereich „Durchführung der COVID-19-Impfung“)


Abrechnung und Dokumentation
Sind die Zuschläge zur Impfvergütung von mir als Arzt zuzusetzen oder erfolgt dies automatisch?

Ab dem 16.11.2021 wurde die Impfvergütung um 8,00 Euro erhöht und ein zusätzlicher Zuschlag von 8,00 Euro für die Impfung am Wochenende, gesetzlichen Feiertagen und am 24. Und 31.12. eingeführt. Sie müssen die neuen Gebührenordnungspositionen für das Quartal 4/2021 nicht selbst abrechnen, diese werden automatisiert von der KVN zugesetzt. Auch im Quartal 1/2022 ist die GOP 88325 für den Zuschlag am Wochenende, gesetzlichen Feiertagen und am 24. und 31. 12. nicht durch Sie abzurechnen, sondern wird automatisch gesetzt.

 

Dies gilt auch für die Vergütungserhöhung für die Zeit vom 24.12. bis 09.01. für die Impfung von dann generell 36 Euro. Ab dem 10.01.2022 wurde die Impfvergütung dann entsprechend auf 28 Euro erhöht, so dass der Zuschlag der GOP 88326 wegfällt.

Wie rechne ich das neue Impfhonorar ab?

Seit Dienstag, den 16. November 2021, gelten gemäß neuer Corona-Impfverordnung, folgende Änderungen des Impfhonorars:

  • Honorar je Impfung beträgt 28 Euro
  • An Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen sowie am 24. und 31. Dezember erfolgt ein Zuschlag je Impfung in Höhe von 8 Euro (Impfhonorar insgesamt 36 Euro)
  • Die genauen Details zur Abrechnung entnehmen Sie bitte diesem Dokument
Wo muss ich die Chargennummer des Impfstoffes erfassen?

Hierfür ist das KVDT-Feld 5010-Chargennummer als Pflichtfeld eingeführt worden. Bei Abrechnung der maßgeblichen Impfleistungen ist dieses Feld zwingend zu füllen.

Kann ich die Impfung von Privatpatienten unter „Peter Patient“ abrechnen?

Dies ist nicht möglich! Es ist zwingend ein eigenständiger Fall im Ersatzverfahren anzulegen, unter anderem um die Impfsurveillance aus der Abrechnung bedienen zu können. Als Kostenträger ist das Bundesamt für soziale Sicherung unter der VKNR: 38825 einzutragen. Dabei muss kein Aktenzeichen angelegt werden und die Versichertenart kann frei gewählt werden.

 

Die alleinige Ausstellung eines elektronischen Impfzertifikats für einen Privatpatienten kann dagegen über „Peter Patient“ abgerechnet werden. Dies funktioniert aber natürlich nur, wenn die Erstellung des Impfzertifikats über die Webanwendung des RKI erfolgt. Wenn die Erstellung über die PVS erfolgen soll, müssen die Daten des Patienten vorher entsprechend angelegt werden, da das erstellte Zertifikat ansonsten auf den Namen Peter Patient lauten würde.

Welche ICD-Codes sind für die COVID-19-Impfung relevant?

Die folgenden beiden ICD-Codes können im Rahmen der COVID-19-Impfung genutzt werden:

U11.9 Notwendigkeit der Impfung gegen COVID-19, nicht näher bezeichnet:

Dieser Kode ist für Fälle vorgesehen, bei denen das Gesundheitswesen zum Zweck einer Corona-Schutzimpfung in Anspruch genommen wird. Dieser Code wird ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angewandt.

 

U12.9 ! Unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von COVID-19-Impfstoffen, nicht näher bezeichnet:

Dieser Kode ist für Fälle vorgesehen, bei denen der Zusammenhang eines aktuellen, anderenorts kodierten Zustandes mit einer Nebenwirkung durch einen sachgerecht verabreichten Corona- Impfstoff kodiert werden soll. Es handelt sich dabei um einen Zusatzcode, einen sogenannten Ausrufezeichencode. Das Ausrufezeichen muss bei der Kodierung nicht mit angegeben werden. Der Code kann nicht allein verwendet werden, sondern nur in Kombination mit einem anderen Code, der für die Primärverschlüsselung zugelassen ist und die konkret aufgetretene Nebenwirkung kodiert (z.B. R50.88G nicht näher bezeichnetes Fieber). 

Der Kode U12.9! kann mit allen Zusatzkennzeichen (G, V, A, Z) kombiniert werden.

Ich beabsichtige, nur samstags Corona-Schutzimpfungen durchzuführen. Kann ich hierfür den Samstagszuschlag nach GOP 01102 EBM zusätzlich abrechnen?

Nein, die Abrechnung der Corona-Schutzimpfung ist abschließend in der Corona-Impfverordnung geregelt, Leistungen nach dem EBM können für diese Impfungen nicht zusätzlich abgerechnet werden.

 

Für Impfungen am Wochenende, an gesetzlichen Feiertagen oder am 24. Oder 31. Dezember kann jedoch laut Corona-Impfverordnung ein Zuschlag für 8 Euro je Impfung abgerechnet werden. Die Abrechnung erfolgt über die Pseudoziffer 88325.

 

Wird allerdings die zu impfende Person zusätzlich kurativ mitbehandelt, ist die Versicherten- oder Grundpauschale berechnungsfähig (ggf. auch noch andere erbrachte Leistungen) und dann natürlich auch der Samstagszuschlag nach der GOP 01102.

Ist bei einem Hausbesuch zur Impfung nach der GOP 88323 auch der Hausbesuch nach der GOP 01410 zuzüglich Wegegeld berechnungsfähig?

Nein, die Besuchsgebühr und das Wegegeld nach Gebührenordnungspositionen des EBM sind in diesen Fällen nicht berechnungsfähig. Die Abrechnung des Hausbesuchs erfolgt stattdessen nach CoronaImpfV über die Pseudoziffer 88323, der Mitbesuch wird über die Pseudoziffer 88324 abgerechnet.

 

Gegebenenfalls sind weitere kurative Leistungen berechnungsfähig, wenn der Patient entsprechend zusätzlich zur COVID-19-Impfung behandelt wird.


Genesenennachweise
Was ist ein Genesenennachweis und welche Vorgaben sind beim Impfen Genesener zu beachten?

Ein Genesenennachweis ist ein Nachweis hinsichtlich des Vorliegens eines durch vorherige Infektion erworbenen Immunschutzes gegen das Coronavirus, der in verkörperter oder digitaler Form erfolgt.

 

Ab dem 15. Januar 2022 gelten für Genesenennachweise nach der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung geänderte Kriterien. Das RKI weist auf seiner Internetseite aus, welche fachlichen Vorgaben nun für Genesenennachweise erfüllt sein müssen:

 

a) Die Testung zum Nachweis der vorherigen Infektion muss durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikations-technik) erfolgt sein

UND

b) das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen

UND

c) das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage (neu!) zurückliegen.

 

Die Dauer des Genesenenstatus wurde laut RKI (Stand: 17. Januar 2022) von 6 Monate auf 90 Tage reduziert, da die bisherige wissenschaftliche Evidenz darauf hindeutet, dass Ungeimpfte nach einer Infektion einen im Vergleich zur Deltavariante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion mit der Omikronvariante haben.

 

Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Vorgaben regelmäßig überprüft werden und sich gemäß Stand der Wissenschaft ändern können. Informationen des RKI finden Sie hier

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Genesenennachweis.html

 

Hinweise zur Ausstellung und Abrechnung eines digitalen Genesenenzertifikats mit Übersicht der Pseudo-Gebührenordnungspositionen finden sie bei der KBV (gilt nicht für analoge Version) https://www.kbv.de/html/1150_53109.php

 

Die STIKO empfiehlt (Stand: 21. Dezember 2021) für ungeimpfte immungesunde Personen ab 12 Jahren sowie für 5- bis 11-jährige Kinder mit Vorerkrankungen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion* durchgemacht haben, im Rahmen der Grundimmunisierung die Verabreichung einer Impfstoffdosis. Detaillierte Informationen dazu (Art der vorherigen Testung, Abstände) sowie Empfehlungen der STIKO für Kinder ohne Vorerkrankung sowie für Personen mit Immundefizienz und Personen, die nach der 1. Impfstoffdosis eine gesicherte Infektion hatten und auch für die Auffrischimpfung von Personen mit gesicherter Infektion finden Sie hier

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Genesene_Impfdosis.html

 

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) benennt alle Ausnahmetatbestände, für die ein vollständiger Impfschutz mit einer einzelnen Impfstoffdosis gegeben ist, diese Ausnahmetatbestände finden Sie hier

https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html?nn=169730&cms_pos=3

 

Hinweis: Derzeit sind vom PEI noch keine Angaben zu Auffrischimpfungen und entsprechenden Intervallzeiten veröffentlicht (Stand 15. Januar 2022).