Verordnungen (COVID-19)

Verordnungen

Verordnungen

Aktuelle Corona-Sonderregelungen zu Krankschreibungen, Verordnungen, Überweisungen

Fast alle Corona-Sonderregelungen, die für veranlasste Leistungen eingeführt wurden, sind mittlerweile ausgelaufen. Zugleich wurden einige Regelungen angepasst. Die KBV hat eine Übersicht der aktuell gültigen Regelungen zusammengestellt. Diese finden Sie hier

Gibt es Sonderregelungen für die Ausstellung von Arzneimittelverordnungen?

Mit Wirkung ab dem 22. April 2020 ist zudem die SARS-​CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung in Kraft getreten. Ziel dieser Verordnung ist es, das Infektionsrisiko durch reduzierte Apotheken-​ und Arztkontakte zu verringern und die Arzneimittelversorgung aufrecht zu erhalten.

 

Die Verordnung tritt am 07. April 2023 außer Kraft. Folgende neue Regelungen im Arzneimittelbereich (SGB V) ergeben sich aus der Verordnung und gelten bis zum 07. April 2023:

 

Im Rahmen des Entlassmanagements können Krankenhäuser bei der Verordnung von Arzneimitteln eine Packung bis zum größten Packungsgrößenkennzeichen nach der Packungsgrößenverordnung verordnen. Krankenhäuser können zudem Verband-​,Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege, SAPV und Soziotherapie für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen verordnen und die Arbeitsunfähigkeit feststellen.

 

Apotheken dürfen, wenn das abzugebende Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist, ein anderes vorrätiges, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der Apotheke vorrätig und das abzugebende Arzneimittel nicht lieferbar ist, darf ein anderes lieferbares, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgegeben werden. Ist kein entsprechendes Arzneimittel vorrätig oder lieferbar, dürfen Apotheken:

  • nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ein pharmakologisch-​therapeutisch vergleichbares Arzneimittel abgeben. Dies gilt auch, wenn der verordnende Arzt den Austausch durch das Setzen eines Aut-​idem-Kreuzes ausgeschlossen hat. Die Apotheke muss dies auf dem Rezept dokumentieren, der Arzt muss demnach kein neues Rezept ausstellen.
  • auch ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt in Bezug auf folgende Punkte von der ärztlichen Verordnung abweichen, wenn dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird:
    1. Packungsgröße,
    2. Packungsanzahl,
    3. Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen, soweit die abzugebende Packungsgröße nicht lieferbar ist,
    4. Wirkstärke, sofern keine pharmazeutischen Bedenken bestehen.

 

Bei Betäubungsmitteln zur Substitution finden die Nummern 1, 2 und 4 keine Anwendung. Da diese Regelungen eine Information des Arztes z.B. bei der Abgabe von Arzneimitteln mit anderer Wirkstärke nicht vorsehen, sollte aus Gründen der Arzneimitteltherapiesicherheit und um Fehldosierungen zu vermeiden bei Folgeverordnungen auf die richtige Wirkstärke geachtet werden.

 

Folgende Ausnahmen von der Betäubungsmittel-​Verschreibungsverordnung (BtMVV) wurden festgelegt:

  • Betäubungsmittelrezepte dürfen vorübergehend auch außerhalb von Vertretungsfällen – etwa in einer Praxisgemeinschaft – übertragen und von anderen Ärzten verwendet werden.

      

Substitutionsbehandlung von opioidabhängigen Patienten

 

  • Substitutionsärzte mit einer Genehmigung im Rahmen der sog. Konsiliariusregelung dürfen eine höhere Anzahl von Patienten als die gesetzliche festgelegte von 10 behandeln.
  • Vertretungen eines substituierenden Arztes dürfen die reguläre Dauer überschreiten – auch wenn der Arzt keine suchtmedizinische Qualifikation hat.
  • Die Z-​Verordnungen wurden von zwei bis max. 5 Tage auf bis zu 7 Tage ausgeweitet.
  • Binnen einer Kalenderwoche dürfen nun bis zu vier Take-​Home-Verordnungen ausgehändigt werden, jedoch nicht mehr als eine Verordnung an einem Tag.
  • Ferner dürfen Take-​Home-Verordnungen auch ohne persönliche Konsultation ausgehändigt werden.
  • Steht kein geeignetes Personal nach § 5 Abs. 10 S. 1 und 2 BtMVV zur Verfügung, darf die Überlassung des Substitutionsmittels zum unmittelbaren Verbrauch auch durch volljährige Botendienste der Apotheke erfolgen. Der Arzt muss in diesen Fällen eine entsprechende Vereinbarung gemäß § 5 Abs. 10 BtMVV treffen.

 

Zur Sicherstellung einer Substitution darf der substituierende Arzt in Notfällen auch für den Fall einer Substitutionstherapie Notfall-​Verschreibungen mit der zur Behebung des Notfalls erforderliche Menge Substitutionsmittel ausstellen (gemäß den bestehenden Anforderungen in § 8 der BtMVV).

Gibt es Therapie-Optionen zur Behandlung von COVID-19-Risikopatienten im ambulanten Bereich?

Informationen zu Arzneimitteln gegen COVID-19 finden Sie auf den Seiten des RKI hier und auf der Seite der KBV hier. Die KBV stellt dort auch aktuelle Informationen zur Abrechnung von bestimmten Leistungen im Zusammenhang mit der antiviralen Therapie von SARS-CoV-2-Infektionen zur Verfügung.